Veras Weine – Das Archiv der „Weine der Woche“

23. Juni

Wandern macht durstig und verdient auch eine Belohnung. In diesen wärmer werdenden Tagen ist ein Blanc de Noir genau das Richtige für mich – erfrischend, leicht, sehr angenehm. Hier ist es ein Blanc de Noir „Weißer Turm“ (nach dem ältesten Gebäude von Ahrweiler benannt) vom Ahrweiler Winzerverein. Im vergangenen Jahr wurde der Wein „Weißer Turm“ sogar prämiert. Der Wein hat eine französischen Namen und bedeutet: der Weiße vom Schwarzen, nämlich vom eigentlich dunklen Spätburgunder. Blanc den Noir ist meist weiß und ein Sommer-Trend-Getränk in den vergangenen Jahren geworden. Wenn in einer Weinwirtschaft dem Wirt zugerufen wird „tust Du mir nochn Lachs“, dann handelt es sich nicht um die Bestellung eines Fischgerichts, sondern um einen leicht farbigen Blanc de Noir – wie auf dem Bild zu sehen.

6. Juli

Und das ist die „Belohnung“: ein köstlicher Frühburgunder – trocken, Jahrgang 2018, angenehm mild, voller Aromen, perfekter Genuss zum italienischen Auflauf und auch noch danach – vom Weingut Sermann in Altenahr.

12. Juli

Probiert und für gut befunden habe ich in dieser Woche einen Spätburgunder der Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr. Die WG Mayschoss-Altenahr ist die älteste der Welt. Die WG wurde 1868 gegründet, kann also auf viel Erfahrung zurückblicken. Und diese WG ist wie mancher Wein nicht nur alt, sondern  auch gut: Sie hat mehrfach, gerade wieder einmal, eine Auszeichnung zur besten deutschen Winzergenossenschaft erhalten.

Probiert habe ich den 2016er Nikolaus N. Spätburgunder Trocken, 13,5 %. Ein ausgeprägter Wein, mit viel Charakter, Fruchtaromen sind auch wahrnehmbar, und er spielt sich nicht in den Vordergrund, sondern ist auch ein angenehmer Begleiter z.B. bei einem würzigen Essen. Preis: für 7,40 € zu haben.

21. Juli

Ein Wein aus dem Weingut Meyer-Näkel aus Dernau – der USDELAMENG – ist mein Wein derWoche. Der Name des Burgunders klingt nach Eifel und nach Frankreich; man könnte ihn vielleicht mit „aus der Hand heraus“ übersetzen. Die Weinwirtschaft in der Region beruht ja auch auf viel Handarbeit. In den 1980er Jahren konnte man das Coming out des Weingutes Werner Meyer-Näkel, das heute von seinen Töchtern fortgeführt wird, erleben. Schon in den 80er Jahren begann Meyer-Näkel mit der konsequenten Entwicklung von trockenen Weinen an der Ahr und trug mit dazu bei, der Ahr-Region eine eigenständige hochrangige Wahrnehmung unter den deutschen Weinlandschaften zu verschaffen. Im Hofgarten-Restaurant in Dernau kann man sich durch Selbsterfahrung einen Eindruck von den Meyer-Näkel-Weinen zu verschaffen. Aber – auch schon vor der Corona-Zeit – sicherheitshalber immer reservieren!

Ich habe einen „Usdelameng“  von 2018 probiert und genossen: eine tiefdunkle Farbe, eine Spur spritzig zu Beginn an der Zunge und dann kommt das volle beerenstarke Aroma, weich im Gaumen und rund im Geschmack .Für mich ein Wein, den man nach getaner Arbeit am Ende des Tages entspannt genießen und mit sich und der Welt – bzw. der Region – im Reinen sein kann.

Als unser Neffe vor 20 Jahren im fernen Berlin für seine Großeltern ein Wein-Weihnachtsgeschenk suchte, ging er ins KaDeWe (größtes alterwürdiges Kaufhaus mit sensationeller 6. Food- und Weinetage mit vielen hundert Weinen aus der ganzen Welt) und fragte dort den Weinexperten nach einem aromareichen, aber unaufdringlichen, angenehmen Rotwein für alle Tage. Da antwortete ihm der Experte: da müssen Sie den Usdelameng nehmen. Tat´s und den Großeltern gefiel´s.

Meyer-Näkel beschreibt den Usdelameng als „im besten Sinne als Zechwein gedacht“.

30. Juli

… ist ein Weißwein, genauer: ein Blanc de Noir, von der Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr, von jugendlichem Alter – 2019, 12,5 %, Preis ca. 8,95 €

Der Wein ist fruchtig, erfrischend, mit leichten Aromen – passend für den Weingenuss an den derzeitigen und den noch höher zu erwartenden Tages-Temperaturen.

11. August

Was sich hier hinter den Blättern vor der Tageshitze versteckt, ist ein Pinot der Jungwinzer „the NeXT Generation“, Jahrgang 2018, Frühburgunder, Dernauer Pfarrwingert, 12,5% VOL.  Also ein junger Wein von jungen Winzern. Aber auch schon sehr „erwachsen“ und ausdrucksstark mit ansprechende Aromen. Mir hat er jedenfalls gut gefallen. Und das (dass der Wein dem Menschen schmeckt) ist die Hauptsache und muss und kann jeder selbst feststellen.

Gelegenheit zum Probieren von Ahr-Spitzenweinen gibt es auch wieder am nächsten Sonntag 16.8. ab 11:00 Uhr bei der Veranstaltung „Pinot im Park“ (Kurpark Bad Neuenahr).

Und was ist ein Pinot? Es gibt verschiedene Burgunder-Weine. Unter diesen ist der Pinot Noir der Spätburgunder auf Französisch. Und der Spätburgunder nimmt bekanntlich im Ahrtal den größten Teil der Weinerzeugung ein.

Und wer sich für noch mehr Französisch interessiert: der Frühburgunder, der im Ahrtal auch in kleinerer Zahl und feinen Weinen hergestellt wird, heißt auf Französisch Pinot noir précoce. Voilà, bon gout

31. August

Mein Wein der Woche: Ein trockener Blanc de Noir No 1, Jahrgang 2019, von Brogsitter.

Der Wein umfasste einige Farben:  ein Blanc de Noir, aber weder weiß noch schwarz. In einer leuchtend grünen Flasche abgefüllt, und der Wein selbst mit einem Hauch von goldener Farbe.

Gut gekühlt schmeckte er dezent, nicht aroma-überladen, sondern belebend und angenehm. So lässt sich ein Spätsommertag am Abend genießen.

18. September

Mein Wein der Woche: Diesmal kein sogenannter „großer Wein“, sondern: Seit kurzer Zeit gibt es auch den aktuellen Federweißen im Ahrtal. An der frischen Luft und in Maßen genossen – nippen, nicht kippen -ist auch der rote oder weiße Sauser (aus roten oder weißen Trauben) durchaus ein Genuss. Für diesen jungen oder neuen Wein gibt es noch viele andere Namen wie z.B.  Rauscher oder (in Österrreich) Sturm.

Mir hatte es ein Roter Sauser angetan, von Jakob Sebastian aus Rech, Alkoholgehalt 10,5%, Preis ca. 5 Euro. Köstlich – ausgeprägte Fruchtaromen und nicht zu süß.

Und noch ein Tipp: beim Besuch eines Winzers oder in einer Weinwirtschaft auch mal nach einem frischen Traubenmost fragen! Bis letzte Woche mochte ich keinen Traubensaft z.B. aus dem Supermarkt. Jetzt bin ich nach dem ersten Glas beim Winzer „geheilt“!

28. September

Mein Wein der Woche ist einer der Siegerweine, die bei dem Wettbewerb „Ahrwein des Jahres 2020“ gewonnen haben, in der Kategorie „Bester Blanc de Noir Spätburgunder trocken“. Der 2019 Blanc de Noir vom Weingut Maibachfarm ist angenehm frisch und zugleich  ausdrucksstark mit vielschichtigen Aromen. Die Maibachfarm betreibt seit rund 20 Jahren ökologischen Weinbau. Im Herbst kann man an den Wochenenden auch auf der Farm einkehren und den Wein kosten.  Die 0,75l Flasche kostet im Handel 10,95 Euro.

30. Oktober

Mein Wein der Woche hat einen schönen Namen, wie ein Mädchen. Und dieser Name – „Madeleine“ – schmückt den Wein zu Recht.

Bei meinem Wein der Woche, mit der Nummer 1479, handelt es sich um einen Frühburgunder.

Frühburgunder sind bekanntlich – neben dem Kernprodukt der Ahr, dem Spätburgunder – eine Spezialität der Ahr-Region. Auch den Frühburgunder gibt es in vielen Varianten – in kräftigen, tiefroten, aber auch leichteren, helleren Tönen. Was dem einzelnen Weinfreund schmeckt, muss er ohnehin selbst herausfinden.

Für mich ist der „Madeleine“-Frühburgunder 2017er vom Weingut Nelles  aus Heimersheim/Bad Neuenahr, VDP-Ortswein, mein Wein der Woche: sanft, fein aromatisch, gut verträglich auch schon z.B. an einem sonnigen Nachmittag, und ein angenehmer Begleiter zu vielen Gerichten, ganz besonders den leichteren Gerichten, denen der Wein keine unerwünschte Konkurrenz macht. Ein Wein zum Genießen, der – gefühlt – nicht berauscht, sondern begeistert.

Der Wein hat 12 % Alkoholgehalt. Die Flasche mit 750 ml Inhalt kostet ca. 20,50 €

11. November

Mein Wein der Woche ist schon leer, wie man auf dem Bild sieht. Er wurde sorgfältig geöffnet, bekam Zeit zum Atmen, kam nach weiterer Zeit in die Gläser und wurde ehrfürchtig „geschnuppert“ und langsam mit großem Genuss getrunken und war dann doch recht schnell „vergriffen“.

Der Wein war die Krönung bei unserem Martinsgans-togo-Essen am vergangenen Sonntag.

Der Wein ist ein trockener 2018er Frühburgunder von der Ahr  (kann auch – wenn er nicht gleich ausgetrunken wird – noch etwas in Ruhe lagern), Dernauer Hardtberg, Großes Gewächs, vom Weingut H.J. Kreuzberg in Dernau. Der Wein erscheint sanft und elegant, er ist wunderbar fruchtig, ein leichter Duft von Brombeeren u.a. und eine feine leichte Rauchnote. Die Zartheit und Leichtigkeit der Aromen ist bemerkenswert. Ein Wein, der schon beim Öffnen Respekt erzeugt und sich als das erweist, was unser Pfälzer Weinhändler bei besonderen Weinen sagte: „Das ist ein Wein zum Niederknien.“ Der Alkoholgehalt ist 13,0%. Nun hat der herrliche Wein auch seinen Preis: für die 0,75l-Flasche ca. 40,00 €

22. November

Mein Wein der Woche hat in einem aktuellen hochwertigen Wettbewerb zur Kür der besten Spätburgunder des Ahrtals den ersten Preis als Ahrwein des Jahres 2020 in der Kategorie „Kultweine“ gewonnen. Wieder einmal hatte das International Wine Institute und die Kreissparkasse Ahrweiler zusammen mit dem Ahrwein e.V. alle Winzer aufgerufen, sich dem Wettbewerb „Ahrwein des Jahres“ in seinen verschiedenen Kategorien (Kultweine, Premiumweine und Klassiker) zu stellen. 145 Weine wurden von einer Fachjury blind verkostet.

Der Siegerwein ist ein 2017er Heimersheimer Burggarten Spätburgunder  – R – aus dem Weingut Burggarten, Heppingen. Der Wein ist auf vulkanischem Boden in Spitzenlage gewachsen. Geerntet wurde in selektiver Handlese, verarbeitet wurde in Maischegärung und 15-monatigem Holzfassausbau.

Der Wein hat eine dichte Struktur und zeigt bei leichter Fruchtnote eine angenehme Eleganz.

Details:  750ml-Flasche, 13,5%vol., Deutscher Qualitätswein Erzeugerabfüllung, Preis (UVP) 45,00 €   -das ist nicht billig, aber meines Erachtens preiswert im Sinne von: seinen Preis wert – für besondere Anlässe, die den Wein wert sind.

28. November

Mein Wein der Woche ist zwar nicht wirklich der Impfstoff oder die Lösung. Er macht aber die anstrengende Corona-Lage und das Warten auf die Impfung leichter.

Es handelt sich um einen 2018er Spätburgunder Trocken, Deutscher Qualitätswein, Dagernova Weinmanufaktur, 0,75 l, 13,0% vol, Preis: 6,90 EUR, ab 3.12.20 wieder erhältlich bei Dagernova Bad Neuenahr und weiteren Verkaufsstellen.

Der Wein hat eine tiefrote Farbe, angenehme intensive Fruchtaromen, schmeckt nicht bitter wie Medizin, vielmehr leicht herb.

Und noch ein wichtiger, wenn auch nicht so ernsthafter Hinweis der Erzeuger: „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie unsere Winzer oder Kellermeister“.

4. Dezember

Mein Wein der Woche hat den Namen „Kautenturm“ und ist ein roter Wein des Ahrweiler Winzer-Vereins. Es ist ein 2018er Cuvée Deutscher Qualitätswein trocken.

Er ist ein Wein für (fast) alle Gelegenheiten, mit ausdrucksstarken Aromen, weich und nahezu samtig in der Struktur.

Ein im besten Sinne molliger Wein, als Begleiter zu aromatischen Mahlzeiten oder solo zum Genießen am Feierabend.

Er ist ausgezeichnet in der Landesprämierung mit der Goldenen Kammerpreismünze der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz.

Der Alkoholgehalt liegt bei 13,0%.

Die 0,75 l-Flasche kostet 8,50 EUR.

13. Dezember

Mein Wein der Woche ist ein Frühburgunder – eine Rarität unter den Weinsorten und eine Spezialität des Ahrtals. Dieser Frühburgunder stammt vom Weingut Kriechel, das zu den größten Erzeugern dieses Weins zählt.

Probiert habe ich einen Kriechel Jubilus Frühburgunder 2018 Deutscher Qualitätswein trocken, 13,5% vol.

Es ist ein weicher fruchtbetonter Wein. ich fand ihn sehr angenehm in Struktur und Aroma. Ein Drittel des Jubilus wurde im Barrique ausgebaut, daher sind auch leicht Vanille und etwas rauchige Aromen wahrnehmbar. Der Wein ist auch schon prämiert worden und hat bei Vinum mit 87 Punkten Anerkennung gefunden.

20. Dezember

Mein Wein der Woche ist ein Dernauer Spätburgunder 2018 vom Weingut Bertram-Baltes. Er hat mineralischen Charakter und ist eindrucksvoll wie die Steillagen um Dernau.Die Trauben sind handverlesen und werden traditionell spontan vergoren, nicht angereichert und in Fässern aus heimischem Eichenholz ausgebaut. Die Winzerin und ehemalige Deutsche Weinkönigin Julia Bertram hat überregionalen Ruf schon als junge kreative Winzerin seit einigen Jahren. Der Dernauer Spätburgunder von Bertram und Partner Baltes ist im General-Anzeiger vom vergangenen Wochenende als Spätburgunder für das Weihnachtsfest empfohlen. Neugierig geworden, habe ich gekauft (im Weinverkauf direkt in Dernau noch etwas günstiger) und probiert und festgestellt: ein starker Wein mit viel Ausdruck und leichten Fruchtanklängen. Kurz: der isses für den Weihnachtsbraten und den kräftigen Käse zum Nachtisch. 12,5%, 750ml-Flasche 19,90 Euro

30. Dezember

Mein Wein der Woche kündigt passend zum Jahreswechsel schon einen Wein mit Bezug zur Zukunft an:

In Bad Neuenahr und Ahrweiler findet im Jahr 2022 die Landesgartenschau statt. Das ist nur scheinbar noch lange Zeit bis dahin. Nach dem corona-Handicap im laufenden Jahr müssen nun die Arbeiten zügig und mit voller Kraft laufen, damit die vielen Vorhaben und Programmpunkte für die Gartenschau des Landes Rheinland-Pfalz realisiert werden können. Es soll eine (die erste!) klimaneutrale Gartenschau werden. Einen schönen Vorgeschmack auf die Gartenschau, die vom 20. April bis zum 16. Oktober 2022 stattfindet, gibt es auch schon: das ist der LaGa-Wein, wahlweise als Ahr-Spätburgunder oder als Ahr-Blanc de Noir. Das Besondere ist, dass sich acht namhafte Winzerinnen und Winzer aus dem Ahrtal für diese Weine zusammen getan haben und die sortenreinen Weine aus besten Spätburgundertrauben gemeinsam produziert haben. Ich habe den Spätburgunder probiert und finde: er hat  ausgeprägte Beeren- und Kirscharomen, ist angenehm, harmonisch, er erinnert in der Farbe an einen französischen Sommerwein, hat aber eigenen ausgeprägten Charakter. Mit dem LaGa-Wein kann man gut auf das LaGa-Motto „Auf das Leben!“ anstoßen.

Der Wein ist ein 2018er Ahr-Spätburgunder Deutscher Qualitätswein trocken, 13,0%, zu kaufen in denTourist-Informationen Bad Neuenahr und Ahrweiler sowie bei den Erzeugern zu einem Verkaufspreis von 10,90 EUR für die 0,75 L-Flasche

 

 

9. Januar 2021

Mein Wein der Woche ist ein kräftiger Hochgenuss aus der Kategorie „Spätburgunder Klassiker“. Er ist ein ausdrucks- und aromenstarker Wein und gerade für die kräftigeren winterlichen Mahlzeiten ein passender Begleiter – der aber ebenso gut für sich alleine stehen kann. Das komplexe Fruchtaroma lässt intensive Eindrücke und Entdeckungen zu. Vom Hersteller empfohlen wird er auch als „ein sicherer Begleiter für die ganze Wildsaison“.

Seine Daten: ein Wein aus dem Hause Brogsitter, Brogsitter Ahr-Schiefer, trocken, 2018  1. Platz „Ahrwein des Jahres“  „Kategorie Spätburgunder Klassiker“,  13,5% vol., 750 ml-Flasche UVP 11,95 Euro, im Direktkauf auch günstiger möglich.

 

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