Willkommen bei Radio Vino von der Ahr

Neuigkeiten, Impressionen und Wandervorschläge aus dem Ahrtal, dem größten zusammenhängenden deutschen Rotweinanbaugebiet.


Mein Wein der Woche

ist ein sanft-fruchtiger Sekt, feinperlig und erfrischend, schön trocken,  nur eine feine leichte Säure, mit Anklängen an Pfirsich und Apfel. Der Sekt stammt vom Winzerhof Körtgen in Ahrweiler. Der Winzerhof – mit Weinstube und Weingut – in der Oberhutstraße ist im Sommer ein Highlight des geselligen Lebens mit vielen Gästen an der Ahr bei Wein und regionaler Küche.

Durch die Hochwasserkatastrophe im Juli des Jahres ist das Weingut komplett zerstört worden. Jetzt und in den kommenden Monaten wird das Weingut wieder aufgebaut. Auch auf Grund der Unterstützung durch viele Helfer ist der Winzerhof derzeit immerhin schon im Rohbauzustand.

Der vorgestellte Sekt ist vom Winzer selbst nach der traditionellen Flaschengärmethode im eigenen Gewölbekeller hergestellt worden.

Der Sekt ist ein Blanc de Noir brut aus dem Jahr 2019, Pinot Noir, klassische Flaschengärung.

vol. 12,5%.

Preis 750 ml-Flasche: 10,95 Euro

Mit den besten Wünschen für die Wiederherstellung des Weinguts und die Rückkehr der Gäste: zum Wohl!

Hört das denn gar nicht mehr auf?

Gefühlt dauert Corona schon ewig. Einschränkungen in Beruf, Schule, Freizeit sind Teil unseres Alltags, ständige Rücksicht und Vorsicht, neue Impfungen, neue Regeln. Und die Corona-Inzidenzen (Neuinfektionen in 7 Tagen pro 100.000 Einwohner) steigen weiter, die Hospitalisierungsrate macht jetzt schon fassungslos.

Auch im Ahrkreis ist die Entwicklung der Corona-Inzidenzen schwindelerregend:

bis 18.10.2021 Inzidenz 50,6

bis 18.11.2021 Inzidenz 161,7

bis 19.11.2021 Inzidenz 195,4

bis 24.11.2021 Inzidenz 226,1

und damit liegen wir deutschlandweit noch relativ niedrig. Aber es ist jetzt mit der 4. Welle ernster als in allen Corona-Monaten zuvor.

Wir haben aber keine Wahl: in dieser Pandemie hilft keine Selbstmedikation nach dem Motto „was habe ich für einen Kopf! Ich hol mir schnell ’ne Aspirin“. Wir sind alle Teil eines laufenden Prozesses der Abwehr einer neuen Gefahr, in dem wir zwar weitestmöglich geschützt werden, in dem aber auch zur Bekämpfung des hyperaktiven Virus mit großer Anpassungsfähigkeit hohe Anforderungen an unser eigenes Verhalten bestehen. Also: schützen wir uns und schützen wir andere Menschen vor uns durch Einhaltung der bekannten Regeln und Nutzung des immensen Impf-Angebots!

Die Wissenschaft, Forschung, Pharma-Unternehmen, der gesamte Gesundheitsbereich einschließlich vieler Ärzte, die Politik, zusammen mit weiteren Experten, ermitteln die möglichen und notwendigen Maßnahmen, um uns zu schützen. Dabei gilt für sie wie für uns: wir alle lernen ständig neu.

Und die Politik ist darum bemüht, die einschränkenden Regelungen für die Menschen auf das unvermeidbar Notwendige zu beschränken. So haben wir in Rheinland-Pfalz noch keine allgemeine Impfpflicht, keinen Lockdown,  kein Beherbergungsverbot, keine Gaststätten- und Geschäftsschließung; wir können noch ins Kino gehen und können einkaufen, wo wir wollen. Im Vergleich mit bisherigen und aktuellen Restriktionen im benachbarten Ausland können wir uns über Freiheitsbeschränkungen kaum beklagen.

Was gibt es Neues im flutgeschädigten Ahrtal?

Sehr viele Baumaßnahmen laufen auch noch länger zur Schaffung von neuem und zur Reparatur von bestehendem flutgeschädigtem Wohnraum. Die ganze Innenstadt von Bad Neuenahr und auch das südliche Ahrufer sind eine große Baustelle: Neben der Schaffung von Wohnraum und anderen Bauten wie der Herstellung einer neuen Behelfsbrücke in Heppingen laufen die städtischen Maßnahmen zur Erneuerung der Infrastruktur (Rohre, Kabel usw.), wobei die Verlegung nach der Ahrflut aufwändiger und sicherer gestaltet werden muss. Und solche Maßnahmen laufen schon lange und noch weiter lange.

Neu sind auch die Pop-Up-Stores auf dem sogenannten Moses-Parkplatz in Neuenahr, wo ein großes Einkaufsangebot zum Bummeln und Shoppen einlädt: von Kleidung vieler Anbieter über Schmuck- und Juweliergeschäfte, Wein- und Präsentgeschäft, Hüte und vieles mehr. Das hilft den Einzelhändlern, die in der City ihre von der Flut ruinierten Erdgeschoss-Geschäfte  erst noch wieder aufbauen lassen müssen. Das gibt der Stadt auch wieder etwas Glanz aus früheren Zeiten zurück. Auch wenn die Heizungskosten nach aktueller Feststellung deutlich höher sind als erwartet, wie die Stadtverwaltung dem Stadtrat mitgeteilt hat, sind es doch flutbedingte Kosten der Wirtschaftsförderung und Zukunftssicherung für Neuenahr. Wenn Geschäftsleute – nach Corona-Einschränkungen und Flutschäden – nicht wieder in ihre Geschäfte zurückkehren, wird Neuenahr auch ein wichtiges Standbein oder sogar eine Kernkompetenz verlieren.

Unterhaltung und köstliche Speisen gibt es auch im Kurpark von Neuenahr, u.a. in einem großen Gastro-Zelt. (Die Kurpark-Gastronomie ist wie folgt geöffnet: Il Barista steht täglich ab 10 Uhr bereit. Das Restaurant „Billas Novelle“ öffnet täglich mittags von 12 bis 14 Uhr sowie donnerstags- bis sonntagsabends von 17 bis 21 Uhr.)

Man kann auch, wonach oft gefragt wird, im Ahrtal wieder wandern. Wanderer sind sehr willkommen und „Rücksichtsvolles“ Wandern, z.B. bei der Anreise mit der Ahrtalbahn statt dem Auto, wird sehr geschätzt. Mehr und mehr gibt es auch, z.B. im Klostergut Marienthal, Einkehrmöglichkeiten zur Stärkung und zum Genießen.

Der Schneemann weist den Weg: hier geht es in Bad Neuenahr zum Pop-Up-Store auf dem Parkplatz City Ost, links in die große zweistöckige Einkaufshalle, rechts zur Stärkung mit Speisen und Getränken.
Das sieht schon sehr gepflegt und einladend aus. Ein Bummel lohnt sich.
Auf der 2. Etage der Einkaufshalle kann man jetzt auch schon an Weihnachten und an Geschenke denken: Süßes und köstliche Getränke gibt es in vielen Varianten.
Es gibt auch viel unbürokratische kirchliche Hilfe: für ein Gespräch, Verständnis und Mitgefühl, Trost oder auch nur frische Äpfel und Bananen steht ein Stand bereit.
Die Angebote für ortsnahe Hilfe werden immer wieder erweitert, hier ein Sanitätshaus/Orthopädie-Bus am Alter Markt.
Der Anblick vom nördlichen Ahrufer zum Hotel Steigenberger und zu den Resten der Straße und Brücke ist erschütternd. Was man nicht sieht: Schutt ist und wird weiter in großem Umfang geräumt.
Im Vordergrund zeichnet sich schon ein begehbarer Weg ab. Am alten Kurhaus und seinen Kolonnaden kann man sich die Zukunft nicht vorstellen.
Vor der Behelfsbrücke für Fußgänger am Kurpark sieht man noch die Spuren der Verwüstung durch die Flut und die Spuren der Räumung von riesigen Mengen an Erdreich und Schutt.
Im Vordergrund sind schon Steine zu sehen, mit denen die Uferbefestigung erfolgen soll.
So traurig sieht derzeit ein ehemals schönes Geschäftshaus nach Durchflutung und Entkernung an der Telegrafenstraße aus.
Große Straßenbaumaßnahmen von der Kreuzstraße bis zur Weststraße. Der Platz an der Linde ist weitgehend gesperrt.
Die Baumaßnahme ist über den Platz an der Linde mit großem Gerät weitergeführt worden.
Man kann es kaum glauben, dass bei diesen riesenhaften Ausbaumaßnahmen einer noch den Überblick behält.

Weiter geht’s und wie lang dauert’s noch?

Dass es in der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler weitergeht mit dem Räumen, Modernisieren, Infrastruktur entwickeln, Bauen – und das alles gleichzeitig – ist an vielen Stellen deutlich zu sehen. Bei Bilderbuch-Novemberwetter gehen die Arbeiten in Bad Neuenahr sichtbar weiter. Jede Woche sieht man auf und an den Straßen immer wieder neue Baustellen. Gelegentlich ist kaum noch ein Durchkommen in der Stadtmitte.

Seit gestern – 8. November – und „getestet“ von Politik-Prominenz aus Stadt, Land, Bund – fährt die Ahrtalbahn wieder. Die Bahn fährt nur – aber das ist schon eine große Leistung in der kurzen Zeit – bis Ahrweiler. Dabei soll es aber  nicht bleiben; nur Geduld ist einstweilen gefordert.

Was für ein Segen für Schüler, Pendler, Anwohner, Wanderer und andere Besucher des Ahrtals ist diese Bahn-Verbindung! Bei der Anreise mit der Bahn lässt es sich auch, ohne Handwerkern  und Helfern, Baufahrzeugen und Baumaßnahmen in die Quere zu kommen,  genüßlich – bei aktuell bestem Wanderwetter –  durch Wälder und Weinberge gehen. Was konkret wieder geht für die Besucher des Ahrtals, ist schon eine ganze Menge und unter

www.ahrtal.de/fuer-sie-da

zu sehen. Aber nicht nur Wanderer sind zum Kommen eingeladen. Auch der Golf- und Landclub Bad Neuenahr-Ahrweiler ist aktiv und wirbt um  Neumitglieder zur Schnuppermitgliedschaft mit einem Vorzugspreis. Auch sollen in Neuenahr die „Uferlichter“ ab 2. Advent bis 30.1.2022 wieder leuchten, vom 3. Dezember 2021 soll es im Kurpark eine Eislaufbahn für Eisläufer und „Eisstockschützen“ geben.

Wie es weiter geht im Ahrtal für die Anwohner und wie lang es dauern könnte, wird in Einwohnerversammlungen, auch mit VertreterInnen der Landesregierung, besprochen, heute aktuell in der Festhalle Landskrone in Heimersheim ab 18:00 Uhr, mit zeitgleicher Übertragung im Internet unter

ku-rz.de/aufbruchahr

 

Der letzte Schrottplatz (an der Heerstraße), auf dem die durch die Flut ruinierten Fahrzeuge in Bad Neuenahr gestapelt wurden, soll geräumt werden. Die deutschen Kfz-Versicherer wollen dem Landkreis dabei helfen, auch durch Beteiligung an den Räumungskosten.
Mit schwerem Transport-Fahrzeug werden die Schrott-Fahrzeuge einzeln behutsam aufgeladen. Sie sollen zunächst zwischengelagert und begutachtet werden. Sobald die Einwilligung der Eigentümer vorliegt, können die Versicherer die Verwertung und Entsorgung der Fahrzeuge vornehmen. Die Fahrzeug-Eigentümer müssen sich dann noch um die Abmeldung bei der Stadt kümmern.
Mit Kran und viel „Fingerspitzengefühl“ wird das Fahrzeug aus dem Schrottberg auf die Ladefläche gehievt.
In Bad Neuenahr mehren sich die Baustellen und Absperrungen  an vielen Stellen; Parkplätze werden entsprechend rarer.
An der Kreuzung Weststraße/ Telegrafenstraße geht es mit „großen Schritten“ langsam weiter; die breite Baustelle u.a. für die Herstellung von Rohrleitungen ist seit der letzten Woche um einige Meter vorgerückt, die Straße dementsprechend zum Teil schon wieder geschlossen.
So schön ist der Herbst in seinen leuchtenden Farben in Neuenahr. Aber so viel ist auch hier noch zu tun, worauf die herangeschafften Arbeitsmaterialien hinweisen.

Naturgewalten und Aufbau

Was macht das Klima mit uns?

Was Starkregen und Hochwasserkatastrophen sind, wissen wir im Ahrtal.

Wir hatten hier in vier Jahren drei „Jahrhunderthochwasser“.

Beschwichtigend wurde vereinzelt sogar noch von der Flut im Sommer 2021 als einem „Jahrtausend-Hochwasser“ gesprochen. Nach dem Motto: das kommt so einmal nur in einem Jahrtausend vor, und wir hätten es damit nun schon hinter uns. Ich meine, dass eine solche Bewertung kaum ernst genommen werden kann.

Weltweit setzen sich seit langem viele – meist junge – Menschen mit großer Empathie für das Klima ein. „Fridays for future“ wurde von manchem belächelt und als eine Art Jugendrevolte hingenommen und blieb weitgehend folgenlos.

Doch dringender Handlungsbedarf wird aktuell insbesondere von der großen Weltklima-Konferenz in Schottland signalisiert. Wegen der fundamentalen und weltweiten Probleme auf Grund der bereits zu hohen Erderwärmung wird ohne weitere Verzögerungen ein Umsteuern gefordert.

Zu den aktuellen Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene in Deutschland hätte ich als Wählerin den Wunsch, dass das Klima kein Opfer der Koalitionsarithmetik wird nach dem Motto: etwas Klima für die Grünen, mehr Wirtschaftsförderung für die Freien Demokraten.  Schließlich betrifft der Zustand und die Entwicklung des Klimas uns alle, die Wirtschaft am Ende auch.

Und derzeit erleben wir auch, welchen wirtschaftlichen Aufwand Naturkatastrophen auslösen können: mit Hilfe von Bund und Land wird im Ahrtal mit viel Geld (sowie Tatkraft und konkreter Unterstützung durch viele Menschen mit Spenden und Hilfen) an zahlreichen Orten am Wiederaufbau der Ahr-Region gearbeitet. Einen solchen Kraftakt kann man kaum  wiederholen. Es muss also jetzt gelingen. Und es muss nachhaltig sein.

Richtig ist wohl: wir Menschen sind dem Klima und unserem schönen Planeten Erde egal. Die Erde braucht uns nicht. Mit einem Blick auf die beliebte Insel Palma, die durch – für uns lebensbedrohliche – Vulkane entstanden ist, wird klar, wie vulnerabel wir im Gegensatz zur Erde sind. Wir brauchen  Veränderungen, damit unsere Lebensgrundlagen gesichert werden. Für uns geht es auch beim Klima um nicht weniger als die Sicherung von Überleben, Frieden und Stabilität.

Ermutigend für das Ahrtal ist nun die Entscheidung des rheinland-pfälzischen Landtags, dass eine Enquete-Kommission eingesetzt wird, die den Katastrophenschutz, die Anpassung an den Klimawandel  und den Wiederaufbau an der Ahr behandelt. Mit Unterstützung durch Experten sollen die Gründe, der Ablauf der Hochwasserkatastrophe und die Folgen des Hochwassers untersucht werden. Auf dieser Grundlage sollen die Empfehlungen erarbeitet werden.

In Bad Neuenahr geht es aufwärts: vor der Rosenkranzkirche, auf gereinigter Straße, entwickelt sich der Einzelhandel wieder: Gemüsehandel, Fleischerei, Essen-to-go-Angebot, Bäckerei, Apotheke haben Gesellschaft bekommen. Jetzt gibt es hier auch ein Blumengeschäft, ein Papierwarengeschäft und Pizza von Concordia.
Nur noch wenige Flutopfer-Fahrzeuge finden sich noch in der Nähe der Stadt, so wie hier an der Heerstraße.
Die Zugverbindung von Remagen bis Ahrweiler wird sichtbar wieder hergestellt, wie hier am Bahnhof Heimersheim. Ab 8. November soll die Ahrtalbahn wieder fahren. Am Bahnhof Heimersheim wird ein Halt aber noch nicht möglich sein. In Bodendorf und Neuenahr wird die Ahrtalbahn halten.
Nun ist die Kreuzstraße – eine gefühlt immerwährende Baustelle – auf dem Platz an der Linde angekommen. Auch dort wird intensiv gebaggert und gegraben, auch hier sind noch Leitungen zu verlegen.
An die Kreuzstraße schließt – ebenfalls als lange aktive Baustelle – die Einmündung in die Weststraße ein. Es wird an zahlreichen Stellen unermüdlich gearbeitet. Neben den Flutfolgen sind die auch schon länger geplanten Infrastrukturmaßnahmen fort- und zu Ende zu führen.
Auch in der Ahrstraße in Neuenahr gehen die Bau-Aktivitäten weiter. Ein schon seit längerer Zeit vorgesehener Bau beginnt mit dem millimeter-genauen Transport von Kranteilen auf einem Tieflader von der Hauptstraße in die Ahrstraße und von dort in die Grundstücksfläche. Dort werden die  Kranteile zusammengefügt.

 

Kleiner Spaziergang durch das Kurviertel, hier an der Therme. Die Therme wird auch eine Ertüchtigung brauchen, soll sie wieder in Betrieb gehen. Der Bürgermeister hält einen Fortbestand für sinnvoll. Also hoffen wir darauf.
Ein paar „Blessuren“ hat die Therme schon bekommen. Das kleine Sauna-Becken wirkt immer noch wie einladend.

 

 

Auch die Spielbank an der Ahr hat gelitten. Überall stehen weiße Säcke für Schutt und Abfälle und weitere Materialien.

Aber die Spielbank wird nicht ganz aufgegeben. Es heißt, dass für die Spielbank ein neuer Standort angedacht wird. Ein in der Nähe der Stadt gelegenes Provisorium wird für vorstellbar gehalten. Es heißt, dass die Spielbankgesellschaft später wieder in der Kurstadt den Spielbetrieb aufnehmen möchte – aber sicher außerhalb des Überschwemmungsgebiets.

 

Auch das Kurhaus hat ersichtlich durch die Flut Schaden genommen.

 

Auch das Verwaltungsgebäude der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr hat an der Fassade sichtbar erheblichen Schaden durch die Flut genommen. Mit einem Gerüst gestützt wird das Gebäude noch gehalten.
Vom Gebäude, das hier stand, sind nur noch Schuttberge vorhanden.
Wenig ist von dem Inventar des Verwaltungsgebäudes übrig geblieben.
Auch hier an der Einmündung in die Beethovenstraße: Schuttberge
An der Beethovenstraße versperren Schutthaufen die Sicht – ein Mauerstück hat nur noch gehalten, im Hintergrund die Spitze der Therme.
Auf der Rückseite des Thermal-Badehauses an der Beethovenstraße erinnert die  Baustelle an den Brand im September 2020. Innen ist das Thermal-Badehaus, das auch deutlichen Renovierungsbedarf hat, fast nicht mehr genutzt.
Die Rentmeisterei, im Kurviertel, ein bauliches Juwel aus früheren Zeiten, war zuletzt Ausgabestelle für Hilfsgüter für die Opfer der Flut vom 14./15. Juli. Zuvor die sehr geschätzte Stadt-Bibliothek, die eigentlich aufgegeben werden und durch einen Neubau im Kurpark ersetzt werden sollte. Hoffentlich wird das Gebäude gestärkt und seiner ursprünglichen Aufgabe zugeführt.
Im Kurpark wird kräftig gewirkt – Sand und Erde werden bewegt. Zugleich zieht hier wieder Leben in Form von Gastronomie, Musik, Veranstaltungen und Geselligkeit ein. Ein großes Gastro-Zelt erwartet mittags und abends Gäste. Veranstaltungen sollen auch stattfinden, so jeden Sonntag auf der kleinen Bühne m Kurpark – Eintritt sogar kostenlos.

Auch die „Weihnachtslichter“ soll es später wieder geben.

Billas Novelle und Barista laden zum Schmausen und Kaffee trinken ein.
Ein Spaziergang auf die andere – nördliche – Seite der Ahr. Hier ist festzustellen, dass schon intensiv an der Herstellung des Ahr-Ufers und des Weges entlang der Ahr gearbeitet wird.

Kein Licht in Sicht

Stürme und Starkregen kündigen den nahenden Winter an

Seit Monaten wird im Ahrtal unermüdlich mit großem Einsatz an zahlreichen Stellen am Wiederaufbau gearbeitet. Handwerker und die von der Flut betroffenen Bewohner schauen seit Wochen sorgenvoll auf den Winter, der wohl schneller kommt als die Wiederherstellung und Bewohnbarkeit vieler Wohnungen. Auch in unserer Wohnung in der Unterstraße in Bad Neuenahr ist kein Licht in Sicht. Weiterhin gilt hier, dass die Wohnungen nicht wieder bezogen werden dürfen. Gelegentlich schauen wir in unserer Wohnung nach einem eventuellen Fortschritt und nach den Unterlagen, die wir brauchen, z.B. für die Steuererklärung. Die Wohnung hat kein Licht, keinen Strom und keine aktive Heizung. PC und Drucker funktionieren also auch nicht. Die Trocknung, Renovierung und Beheizung sowie die Verhinderung von Schadstoffbelastung findet nicht statt.

Und es wird offensichtlich noch schlimmer: die Wohnung ist bei den derzeitigen Niedrigtemperaturen inzwischen sehr kalt, sie stinkt, die Wäsche im Schrank wird feucht, es gibt auf den Fluren keine Heizlüfter – Mangelware Ahr-weit! Kontamination an Wänden und Inventar mit Schimmel ist zu befürchten. Es fehlen Baumaterialien, Fachkräfte sind kaum zu bekommen. Einige Bau- und Heizungsbaubetriebe an der Ahr sind selbst durch die Flut geschädigt worden und müssen ihr Unternehmen wieder aufbauen.

Und es gibt kein Konzept, wie diese Wohnungs-Probleme neben den zahlreichen Bau- und Wiederaufbaumaßnahmen an der Ahr angegangen werden sollen.

Detail-Lösungen und gelegentliche Bürgerversammlungen sind kein Ersatz für die notwendige Entwicklung und Umsetzung eines umfassenden Konzepts.

Was sollen wir nun machen? Wo sollen wir wohnen? Wie lange soll der Wiederaufbau dauern? Für viele Ahrtal-Bewohner, nicht zuletzt die in den vergangenen Jahren Zugezogenen, sind diese Fragen Teil ihrer Überlegung: Bleiben, zurückkehren, oder gehen? Das ist auch eine Frage des Alters: einige Seniorenresidenzen in Neuenahr wie Villa Sibilla und das Augustinum haben in der Flutkatastrophe Großes geleistet zur Rettung der Bewohner, die ihnen vertrauen konnten. So geschützt kann man wohl bleiben.

Aktuelle Hinweise:

  • Am 19.10.21 hat der Kreistag Ahrweiler beschlossen, dass im Ahrtal mehr als 80 neue Sirenen zur effektiven Warnung der Bevölkerung installiert werden sollen. Die Sirenenanlagen sollen auf elektronischer Basis arbeiten und – neben dem Warnton – auch Sprachdurchsagen z.B. zur Handlungsanleitung der Bevölkerung aussenden können. Diese Warnmöglichkeit soll auch im Hinblick auf den bevorstehenden Winter so schnell wie möglich für das Ahrtal geschaffen werden. – Nach zwei „Jahrhunderthochwassern“ an der Ahr innerhalb von 5 Jahren sollten die Menschen endlich auf eine rechtzeitige Warnung und Schutz vor lebensbedrohlichen Wetterlagen vertrauen können.
  • Wer Laga-Karten für die inzwischen abgesagte Landesgartenschau gekauft hat, kann diese  im ehemaligen Service-Center der Laga in der Hauptstraße 80 in Bad Neuenahr zurückgeben und sich den Kaufpreis per Überweisung auf sein Konto erstatten lassen. Auch für die Kombi-Kulturkarte, die eine Dauerkarte für die Landesgartenschau enthält, kann so der Kaufpreis erstattet werden. Dabei soll nach Möglichkeit die Eintrittskarte bzw. der Voucher vorgelegt werden.
  • Anträge auf Unterstützung aus dem Aufbauhilfefonds können von Betroffenen der Flutkatastrophe gestellt werden. Der Antrag soll über ein Online-Formular gestellt werden. Das Formular findet sich unter der Adresse: wiederaufbaurlp.de
  • Die Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler appelliert an die BürgerInnen, das bis Oktober fortbestehende kostenlose Angebot von Helfern für Betroffene der Flutkatastrophe in Anspruch zu nehmen. Die Betroffenen können unter

www.helfershuttle.de

sowie unter +49 (0) 151 / 4313 / 1662

Unterstützung anfordern, beispielsweise um bislang liegen gebliebene Entkernungsarbeiten noch zu Ende zu bringen.

 

Fast eine Idylle:

die hart arbeitenden Helfer in unserer Wohnanlage gönnen sich die verdiente Pause, während ihre Arbeitskleidung trocknen kann.

Im Ortskern von Bad Neuenahr ist schon sehr viel geschafft und an manchen Stellen nahezu Normalität eingekehrt. Fußgänger und Autofahrer müssen aber weiter gut aufpassen:  immer wieder kommt eine große oder kleine Baustelle hinzu.
Ein Besuch in Ahrweiler, fast menschenleer und gezeichnet von der Flut – der Blick auf diese schöne alte Stadt (durch das Niedertor) schmerzt. Überall zeigt sich der weiterhin große Bedarf an Wiederaufbaumaßnahmen.
In der Niederhutstraße in Ahrweiler ein Anblick, der zwiespältig ist: schön, dass das Haus erhalten geblieben ist und auch schon den Haken für „wiederherstellbar“ bekommen hat. Die Schäden an dem Traditionslokal, das auch weiter betrieben werden soll, sind aber so gravierend, dass die Wiederinstandsetzung voraussichtlich bis weit ins nächste Jahr gehen wird.
Der grobe Schutt ist weitgehend entsorgt, die leeren Fenster der ehemaligen Geschäftslokale zeigen, wo und wieviel noch zur Wiederherstellung geleistet werden muss.
Hinter einem eingesunkenen Brunnen mit zerbeultem Zaun die Botschaft der Niederhut (wie bei uns auch): „wir brauchen endlich Strom“.
In Ahrweiler: überall geschlossene/gesicherte Laden-Eingänge, die durch die Flut ruiniert wurden.
Das ist bzw. war der „Salon“ der Stadt Ahrweiler, wo man sich zum Bummeln und Verweilen, zum Eis-Essen, zum Bier oder Wein mit Freunden und zu Festen traf und einfach „zuhause“war. Hier wurde Markt gehalten, Besucher standen überall herum und fotografierten den Markt in alle Richtungen, so schön war der Platz.
Hier sind Abriss-Reste der alten Ahrtorbrücke zu sehen, dahinter ein kleines „Handwerker-Dorf“ mit temporären Unterkünften für die zahlreichen Einsatzkräfte.
Die vom THW errichtete Ahrtor-Brücke ist eine der vielen Brücken, die das THW derzeit im Ahrtal errichtet. Das THW hat im Ahrtal den größten Einsatz seiner Geschichte. Zusätzlich zur Ahrtor-Brücke ist nun auch noch – wenige Hundert Meter von der Ahrtor-Brücke entfernt – eine neue Fußgängerbrücke errichtet worden.
Das ist die neue Fußgängerbrücke von Ahrweiler über die Ahr. Bei dem hohen Verkehrsaufkommen auf der Ahrtor-Brücke, die auch von Fußgängern genutzt werden kann, ist es hier aber sicherer und ruhiger – sehr ruhig, ich war vorgestern Nachmittag der Einzige.
Auch in der Ahr und an der Ahr und um die Ahr wird laufend gebaggert. Es scheint eine in ihrer Größenordnung unvorstellbare „Herkulesaufgabe“ zu sein, das Flussbett und die Ränder der Ahr so wiederherzustellen und zu festigen, dass auch noch eine ansehnliche und belastbare Gestaltung des Flusses vorgenommen wird. Damit Fluss und Menschen eine dauerhafte Koexistenz eingehen können.
Überall, auch im Park der Ehrenwall’schen Klinik, finden sich an den Ufern der Ahr zerstörte Mauer- und Wegereste.
Der einzige hier, der dem Flutdrama bzw. seinen überall sichtbaren Spuren gelassen begegnen kann, ist ein einsamer Kormoran.
Blick durch das Ahrtor – auch hier eine fast menschenleere Baustelle.
Auch in Ahrweiler werden zügig temporäre Bauaten errichtet.
Und das bleibt: die Hoffnung, dass die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die wir alle sehr schätzen, so bunt und vielfältig wie einst wieder ersteht.

Der Fortschritt ist sichtbar, aber auch eine Schnecke

In Bad Neuenahr ist die Situation gemischt: an sehr vielen Häusern und Geschäften sind Putz und Böden schon herausgenommen und Böden und Wände können trocknen. In der Stadt herrscht überall reger Baubetrieb und es sind kaum noch flutbeschädigte Autowracks zu sehen. Häuser und Geschäfte werden entkernt, Inventar wird geräumt, an vielen Stellen werden Leitungen und Rohre neu gelegt. Zugleich wird offensichtlich, wie viele Maßnahmen noch längerfristig erforderlich sind, um das Ahrtal als Wohnort, als Erholungs- und Freizeitort und als nachhaltige Region im Einklang von Natur und Nutzung wieder herzustellen.

Wir wissen derzeit noch nicht, wann wir wieder in unsere Wohnung an der Südseite der Ahr einziehen können. Es fehlt weiterhin an Strom und Wasser. Der Wiederaufbau der Parterre-Wohnungen wird länger dauern. Möglicherweise wird, wenn der Strom mit Überbrückung über die unteren Wohnungen gelegt werden kann, bis Dezember des Jahres eine Rückkehr in unsere Wohnung in Neuenahr möglich sein. Ein paar Wochen jedenfalls wohnen wir noch außerhalb in einem Hotel.

Aktuell hat der Stadtrat mit Blick auf die bevorstehende kalte Jahreszeit zur  sicheren  Unterbringung von Bewohnern im Ahrtal, die keine eigene funktionstüchtige Wohnung haben,  u.a. Wohncontainer und „Tiny-Häuser“ als  temporäre Unterkünfte beschlossen..

Mein bisheriger Arzt ist in dem Chaos der Flut- und Corona-Wochen „verschwunden“. Der Medi-Bus steht nicht mehr am Bahnhof, aber der Medi-Arzt hat einen neuen Standort gefunden, wir haben ein Rezept für die Medikamente und sogar gleich auch – wie gewünscht – eine Grippe-Impfung bekommen.

Die Sparkasse hat weiterhin einen gut funktionierenden Standort in einem Sparkassen-Bus auf dem bisherigen Parkplatz. Mit der Wiedereröffnung der Sparkasse wird aber erst mit Mitte 2022 – voraussichtlich – gerechnet.

Der Blick in leere Geschäfte und Innenräume, so in die Räume des Luther-Restaurants, der Buchhandlung, der Luther-Kirche und vieler anderer Gebäude ist ein Alptraum.

Aber vieles – provisorisch zum Teil – wiederkehrt wieder.  Vor der Rosenkranzkirche wird in mobilen Verkaufsständen Wurst, Fleisch, Backwaren, Obst und Gemüse angeboten. Das Café „Mina“ an der ehemaligen Casinobrücke hatte unter der Flut sehr gelitten, soll aber wieder – in der Telegrafenstraße – in Betrieb gehen. Weiter nördlich sieht die Situation in Neuenahr auch schon wieder besser aus: ein Supermarkt, der – tiefer liegend – vom Hochwasser betroffen war, hat wieder geöffnet. Das „Brauhaus“ ist – auf der Terrasse – wieder in Betrieb gegangen und wird gut und gerne und mit Freude angenommen. Auch die Straußwirtschaft im Weingut Sonnenberg hat wieder geöffnet. Und das ist auch gut so, genau so wie die Wanderungen, die wieder angenommen werden: es hilft keinem Gastronom und keiner Region, wenn die Menschen nicht kommen. Es sollte nur Rücksicht genommen werden auf die besondere Situation der vielen Baumaßnahmen und – glücklicherweise – Helfer im Ahrtal, also möglichst nicht mit dem Auto, sondern eher mit Bus/Shuttle anreisen.

Die Straßen in Neuenahr sind nach einer Kehr-Aktion mit Anwohnern und Helfern frisch gefegt und schon deutlich ansehnlicher geworden.

In Neuenahr können Fußgänger jetzt auf einer Fußgängerbrücke an der Stelle der ehemaligen Kurgartenbrücke wieder die Ahr überqueren.

Die Ahrbrücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Verlauf der L 83, die eine wichtige überörtliche Verbindung Richtung Süden nach Bachem und Königsfeld ist, kann inzwischen auch wieder befahren werden.

Die Postzustellung bei uns funktioniert auch schon wieder: in unserem gefluteten, aber getrockneten Briefkasten wird jetzt regelmäßig zugestellt. Jetzt müssen wir noch den Nachsendeantrag ändern.

Eine Brücke für Fußgänger in Bad Neuenahr – sehnlich erwartet zur Verbindung der beiden Ahr-Seiten.
Auch kulinarische Angebote werden Ahr-übergreifend angekündigt.
Erinnerung an die alten Stützpfeiler der Brücke
An den Ahr-Ufern sind immer noch reichlich Trümmer zu sehen.
Wie ein riesenhaftes Insekt aus einem Science-Fiction-Film: Trümmer-Reste an und von der Ahr.
Ein Bild der Zerstörung an der Ahrbrücke vor der Apotheke
Die Apotheke ist von Schlamm und Flut durchgespült worden, die Mauern haben aber gehalten und es wird schon am Wiederaufbau gearbeitet. Aufräumarbeiten und Schutthaufen, wohin man nur sieht.
Sehr schwer hat es auch die Luther-Kirche im Inneren getroffen. Der Boden ist verwüstet und muss komplett ausgetauscht werden.
In der Telegrafenstraße, neben der Luther-Kirche ist das Restaurant „Luther“ nach kompletter Durchflutung durch die Ahr wieder neu aufzubauen.
An der Kirche und dem Restaurant wird fleißig gearbeitet und es gibt laufend kleine Fortschritte in einer großen Herausforderung.
Leere Geschäfte und immer wieder Schutt in der Telegrafenstraße.
Der „Abraum“ aus einem Geschäft in der Telegrafenstraße.
Auch hier Baumaßnahmen zur vollständigen Wiederherstellung von Wänden, Böden, Fenstern.
Das war einmal der „Salon“ von Neuenahr. Am Platz an der Linde traf man sich zu Kaffee und Eis, zum Flanieren und Plaudern, zum Ausruhen auf Bänken und zum Erfrischen am Brunnen. Der Platz ist gefegt, aber hat – wie die Geschäfte in der Poststraße – noch viel vor sich.
So sieht ein Badezimmer in unserem Haus aus – nach der Flut und der Entkernung.

Brücken, Schienen, Straßen, Wege

Nach der Ahr-Flut fehlen Brücken, Schienen sind zerstört, Straßen beschädigt, Rad- und Fußwege an der Ahr beseitigt. Die Infrastruktur muss kurzfristig wiederhergestellt werden, und sei es durch provisorische Bauten.

Fast alle Brücken im Ahrtal sind durch die Flut weggerissen oder schwer beschädigt worden. Das betrifft rund 60 Brücken.

In Bad Neuenahr ist bereits seit einiger Zeit an der Landgrafenstraße eine vom THW erbaute Behelfsbrücke für Fahrzeuge und Fußgänger in Betrieb und wurde auch schon einmal gesperrt und gewartet. Weitere Brücken, für Fahrzeuge, Fußgänger oder beides, sind in der Planung und zum Teil auch schon in der Umsetzung.

Das THW hat nun in Ahrweiler eine neue Ahrtorbrücke (Behelfsbrücke) für Fußgänger in kurzer Zeit gebaut. Anschließend flussabwärts der Bau einer weiteren provisorischen Brücke für Fahrzeuge. Noch im September d.J. sollen weitere provisorische Fußgängerbrücken zur Überquerung der Ahr folgen: die Bachemer, die Amseltal- und die Kurgartenbrücke. Den Abschluss – als kombinierte Fußgänger- und Fahrzeugbrücke – soll dann die Heppinger Brücke im Oktober bilden.

Schienenverkehr: die im Ahrtal von Anwohnern, Schülern und Gästen sehr geschätzte und durch die Flut geschädigte Ahrtalbahn-Strecke soll ahraufwärts zumindest in einem Teilstück bis Walporzheim wieder in Betrieb gehen. Die Regionalbahn RB 30 könnte ab Ende Oktober von Bonn wieder nach Walporzheim fahren. Man sieht die Großbaustelle rund um den ebenfalls stark beschädigten Bahnhof Heimersheim, auf der mit großem Einsatz an der Wiederherstellung des Gleisbettes, der Schienen und auch der ebenfalls stark durch die Flut beeinträchtigten Straße gearbeitet wird.

Die weiteren 15 km der Regionalbahnstrecke sind verwüstet. Tunnel und Brücken sind zerstört. Der Wiederaufbau würde eine Herkules-Aufgabe werden.

Die B 266 zwischen Bad Neuenahr und Heimersheim ist inzwischen nach erfolgten Reparaturen wieder für den Verkehr freigegeben, mit jeweils einer Spur für jede Fahrtrichtung.

Die B 9-Ahrbrücke in Sinzig in Fahrtrichtung Süden ist nun auch wieder in beiden Fahrtrichtungen, mit jeweils einem Fahrstreifen, befahrbar.

Ufer-Grundstücke:

Die Ahr war am 14./15. Juli 2021 wie entfesselt unterwegs und hat das Ahrtal verwüstet; zugleich hat sie an den Ufern massiv Landraub betrieben..

Der Jurist fragt sich nun: wenn an den durch die Flut ausgedehnten Ahr-Ufern zwar der Boden vorhanden ist, nicht aber eine bebaubare, sichere, genehmigungsfähige Fläche für einen Ersatzbau an der Ahr, was ist denn jetzt mit meinem Eigentum?

Die Kreisverwaltung Ahrweiler hat am 17.9.2021 nach einem entsprechenden Beschluss von  Kreis- und Umweltausschuss über ein hervorragendes Vorhaben informiert, das privaten Eigentümern den Verkauf von Ufergrundstücken anbieten soll. Die Eigentümer sollen zeitnah die Möglichkeit erhalten, ihre Grundstücke an den Landkreis Ahrweiler zu ortsüblichen Preisen zu verkaufen. Die verkauften Flächen können sodann genutzt werden zum Hochwasserschutz und zur Erhaltung von naturnahen Strukturen. Hierfür soll die Erweiterung des Fördergebiets des Naturschutzgroßprojekts „Obere Ahr-Hocheifel “ über Adenau hinaus auf die flussabwärts gelegenen Abschnitte zwischen Dümpelfeld und Ahrmündung beantragt werden.

Was gibt es Neues in Neuenahr und Ahrweiler?

Neuenahr und Ahrweiler haben durch die Flut viele Einzelhandelsgeschäfte verloren. Bis diese wiederhergestellt sind, sollen sog. Pop-up-Malls   in Zeltgebäuden eingerichtet werden für Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen. In Neuenahr wird der Standort für den provisorischen Einzelhandels-Komplex der Parkplatz City Ost (sog. „Moses-Parkplatz“) sein, in Ahrweiler ist dies der Standort: Friedrich-Straße/Stadtmauer.  Für die Nutzung dieser Einzelhandels-Flächen können sich grundsätzlich alle vom Hochwasser betroffenen Betriebe aus Neuenahr und Ahrweiler bewerben. Anfang November sollen die beiden Standorte fertig gestellt sein und in Betrieb gehen.

Bundestagswahl – wo und wie kann man wählen?

Am Sonntag, 26. September 2021 findet die Wahl von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr statt.

In Neuenahr und in Ahrweiler sind einige bisherige Wahllokale durch die Flut zerstört. Am Wahltag gibt es ein Wahllokal in Neuenahr und ein Wahllokal in Ahrweiler. Das zuständige Wahllokal kann man seiner Wahlbenachrichtigung  entnehmen oder unter

www.bad-neuenahr-ahrweiler.de/briefwahl

finden.

Einfacher ist wählen bis zum 24. September 2021  mit Briefwahl. Bis zum 24.9.2021 kann auch in den mobilen Außenstellen der Verwaltung, den sogenannten Wahlbussen, Briefwahl beantragt und direkt vor Ort gewählt werden.

Standorte und Öffnungszeiten der Wahlbusse:

Bad Neuenahr:

Alte Tennishalle (Mittelstr. 120) 20.9.2021 von 15:00-18:00Uhr

Kurgartenstr./Ecke Mittelstr.    23.9.2021 von 15:00-18:00 Uhr

Bahnhof Bad Neuenahr              21.9.2021  von 10:00-13:00 Uhr

Deutsches Rotes Kreuz an der Ahrweiler Strasse             22.9.2021 von 10:00-13:00 Uhr  und   von 14:00-18:00 Uhr sowie 24.9.2021 von 15:00-18:00 Uhr

Ahrweiler:

Parkplatz Aldi (Wilhelmstr.)                 24.9.2021 von 10:00-13:00 Uhr
und von 14:00-18:00 Uhr

Parkplatz Sportplatz Ahrweiler          22.09.2021 von 15:00-18:00 Uhr

Schulhof Grundschule Ahrweiler      20.9.2021 von 10:00-13:00 Uhr
und von 14:00-18:00 Uhr

Marktplatz Ahrweiler                               21.09.2021 von 10:00-13:00 Uhr
und von 14:00-18:00 Uhr

Mit Abstand betrachtet: ein harmloses Bild einer schönen Landschaft an der B 266
Aus der Nähe betrachtet sieht es aber ganz anders aus: eine von der Ahr abgerissene Auffahrt und daneben mengenweise Schutt und Geröll
Wir fahren am 16.9.21 nach Ahrweiler, um nach dem aktuellen Stand zu sehen. Räum- und Wiederaufbaumaßnehmen in großem Umfang. Aber der Anblick von Stadt und Landschaft – hier am Ahrtor – geht weiterhin zu Herzen. Bei aller Trauer wird aber der Dank nicht vergessen.
Am Friedhof von Ahrweiler: die aufgerissene Mauer erinnert weiter an die Wucht der Flut. Vieles ist auf dem Friedhof mit Hilfe der Bundeswehr wiederhergestellt worden. Aber vieles liegt weiterhin am Boden und wartet auf Rückkehr an den alten Platz und die Beseitigung von Schäden.
Die neue Ahrtorbrücke ist schon eingeschoben und bald ganz fertiggestellt.
Unter der Ahrtorbrücke, in Geröll und Schutt, sind Grablichter aufgestellt und erinnern an die vielen Toten, die in der Flutnacht gestorben sind.
Weiterhin türmen sich die von der Ahr mitgerissenen Teile und Schutt links und rechts des Flusses. Es wird pausenlos abgefahren, aber es ist noch lange kein Ende in Sicht.
Zerstörte Ahr-Uferstraßen am Rande der neuen Ahrtor(behelfs)brücke.
Und so sieht es nun in Neuenahr im Erdgeschoss in unserer Wohnanlage aus, in die wir im Frühjahr 2018 – alles neu und schön – eingezogen sind.

Und nun alles kaum wieder zu erkennen.

Fast alles ist ausgeräumt, Estrich und Putz weitgehend entfernt.

Auf unserer Straße: Baufahrzeuge und -materialien an jeder Ecke. Und ausgerechnet jetzt wird auch noch der obere Teil der Unterstraße erneuert.
Blick auf das – eigentlich schon – schöne historische Thermalbadehaus. Der Abfall vermehrt sich wie von selbst. Man weiß auch kaum, wo man anfangen soll.
Eine Wohncontainer-Box ist in den Garten des Thermalbadehauses geflogen und auf dem Kopf gelandet. Auf die Toilette könnten jetzt selbst Artisten nicht mehr gehen.
Der Kurpark, der für die Landesgartenschau noch schöner gemacht werden sollte, bietet ein Bild des Jammers.
Das ist die Abbruchstelle von der Kurparkbrücke am südlichen Ahr-Ufer. Eine neue behelfsmäßige Kurparkbrücke soll nun in Kürze die Ahr überbrücken.
Auf der gegenüberliegenden Ahrseite wird das Ufer mit schweren Baufahrzeugen befestigt, an der Seite liegt schon die neue Kurparkbrücke, die bald über die Ahr gehoben werden soll.

8 Wochen später

8 Wochen nach der Flutkatastrophe: In Bad Neuenahr findet sich immer noch jede Menge Müll an den Straßen und es wird weiter kräftig ausgeräumt. Inzwischen sind auch Versicherer (sogar mit Container) und einige Bau-Experten in der Innenstadt zu sehen. Ein Café gegenüber dem Kaufhaus Moses hat geöffnet. Weitere Fortschritte sind kaum zu erkennen.

Allein schon die Müll-Mengen machen die Dimension der Flutkatastrophe deutlich. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises Ahrweiler hat in einer ersten Zwischenbilanz zur Hochwasserkatastrophe das Volumen der Hochwasser-Sperrabfallmengen auf 240.000 Tonnen beziffert. Davon entfielen rund 122.000 Tonnen auf das Abfallwirtschaftszentrum Niederzissen. Diese Menge entspricht 14.800 Lkw-Ladungen bzw. der normalen kreisweiten Sperrabfallmenge von 30 Jahren. Weiterhin werden täglich Tausende Tonnen Abfälle aus den Zwischenlagern im Ahrtal abtransportiert. Der AWB rechnet mit rund 50.000 bis 100.000 weiteren Tonnen, die – ebenfalls kostenlos – noch zu entsorgen sind.

Neues in Neuenahr:

Die „Klangwelle“, eine beliebte Show- und Musik-Veranstaltung im Kurpark, fällt dieses Jahr in Neuenahr aus. Sie zieht ersatzweise wieder dahin, woher sie vor Jahren gekommen ist: nach Bonn.

Nach offizieller Mitteilung fällt auch die Landesgartenschau, die schon von 2022 auf das Jahr 2023 verschoben worden ist, endgültig aus. Wirtschaftlich, personell, organisatorisch ist die LaGa, für die – nun durch die Flut zunichte gemacht – erhebliche Veränderungen in Neuenahr vorgenommen worden sind, nicht mehr zu stemmen. Schade um die Parks, die zurück gebaut werden müssen, und die Bäume, die bereits gefällt sind. Seitens der Verwaltung wurde mitgeteilt, dass die Kosten für bereits bezahlte  Dauerkarten an die Karteninhaber zurück erstattet werden.

Zur Abwechslung eine gute Nachricht: es wird mehr Information, Service  und Unterhaltung im Ahrtal geben. Das Ahrtalradio ist mit Radioprofis im Heppinger Pfarrzentrum auf Sendung gegangen. In Rekordzeit wurde es auf den Weg gebracht. Die Landesmedienanstalt lizenzierte das Programm kurzfristig, von der Bundesnetzanstalt wurden UKW-Lizenzen zur Verfügung gestellt. Das Radio wird zunächst bis zum 3. Oktober 2021 laufen. Gesendet wird auf der UKW-Frequenz 107,9 MHz. Alle Informationen auf der Internet-Seite

www.Ahrtalradio.de

Großer Einstieg in den Wiederaufbau der Ahr-Region: Mittel und Zukunftsplanungen

Nach dem Bundestag hat am 10.9.2021 der Bundesrat in einer Sondersitzung erwartungsgemäß dem „Gesetz zur Errichtung eines Sondervermögens ‚Aufbauhilfe 2021‘ und zur vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wegen Starkregenfällen und Hochwassern im Juli  2021 (Aufbauhilfegesetz 2021)“ zugestimmt. Zugleich hat der Bundesrat der dazu gehörigen „Verordnung über die Verteilung und Verwendung der Mittel des Fonds „Aufbauhilfe 2021“ zugestimmt.

Bei dem Aufbaufonds handelt es  sich um ein 30-Mrd.-Euro-Paket, das Bund und Länder gemeinsam finanzieren: der Bund zahlt 2 Mrd. Euro allein für die Infrastruktur, 28 Mrd. Euro Aufbauhilfe teilen sich Bund und Länder. Für Rheinland-Pfalz werden daraus 15 Mrd. Euro zur Verfügung stehen.

Der Bund wird in einer ersten Tranche schon 2021 Mittel in Höhe von insgesamt 16 Mrd. Euro zur Verfügung stellen. Weiteres ergibt sich ab dem Folgejahr nach Bedarf.

Das ist zwar viel Geld, es gibt aber auch großen Bedarf an Aufbauhilfen für die von der Flut Betroffenen  und für eine zukunftsfähige nachhaltige Entwicklung der Region. Über die Aufgaben und Möglichkeiten zur Gestaltung der Region wird bereits in Zukunftskonferenzen mit Beteiligung der Landesregierung diskutiert.

Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass vom Hochwasser Betroffene Anträge auf finanzielle Hilfen schon im Oktober stellen können.

In Härtefällen soll auch für betroffene Privatpersonen eine Entschädigung bis zu 100 % möglich sein. Schäden an kommunaler Infrastruktur können zu 100% ersetzt werden. Eingeschränkt sollen auch geschädigte Betriebe entschädigt werden.  Als gesichert gilt, dass Einnahmeausfälle der betroffenen Betriebe für sechs Monate ausgeglichen werden können. Aus der Landesregierung ist die Bitte an die Bundesregierung gerichtet worden, sich gegenüber der EU dafür einzusetzen, dass eine Ausnahme im Beihilferecht ermöglicht wird, nach der auch Wiederherstellungskosten ausgeglichen werden können.

Um der Eilbedüftigkeit des Wiederaufbaus Rechnung zu tragen, sollte nach Möglichkeit bundesrechtlich das Planungs- und Genehmigungsverfahren angepasst werden. Nicht jedes Gebäude wird, auch mit Blick auf Hochwasserrisiken, an derselben Stelle wieder aufgebaut werden können.  Im Rahmen der Bundesrats-Sitzung setzte sich Ministerpräsidentin Dreyer dafür ein, dass die Bundesregierung nach der Bundestagswahl einen Gesetzentwurf vorlegt, der die Planung und Umsetzung von Ersatzbaugebieten – für von der Hochwasserkatastrophe stark betroffene Gebiete – vereinfacht und beschleunigt.

In der Ravensberger Straße, zwischen Telekom und Tierarzt, hat unser Hausarzt – nachdem die Flut seine Praxis in der Mittelstraße ruiniert hat – wieder die Arbeit für seine Patienten aufgenommen. Wir hatten kaum darauf zu hoffen gewagt.

Und auch „drumherum“ sieht es selbst bei dem Toiletten-Wasch-Dusch-Provisorium perfekt aus. Richtig einladend!

Rundherum liegen natürlich auch auf diesem Gelände jede Menge Teile, die entsorgt werden müssen.
Hier liegt schon bereit, was noch eingebaut werden soll.
Der Blick auf geordnete Verhältnisse geht verloren, wenn man in die Innenstadt von Neuenahr schaut,

An der Ecke Weststraße/Telegrafenstraße wird erneut abgebaggert und werden die Träger des Ladenlokals geprüft.

Es sieht einigermaßen beunruhigend aus. Aber Experten und große und kleine Räumgeräte arbeiten sich an das Problem heran.
Die Schichten werden abgetragen. Hoffentlich ist alles am Ende stabil.
Hier wird noch eingehend geprüft.
Wir laufen zum Platz an der Linde, dem beliebten Treff- und Genuss-Ort im Zentrum von Bad Neuenahr. Der Platz gähnend leer, der Boden von Schlamm-Staub bedeckt. Baufahrzeuge an der Kreuzstraße lassen den „kühnen“ Gedanken aufkommen, dass vielleicht ausgerechnet jetzt nach Jahr und Tag die Kreuzstraße zu Ende gebaut werden soll.
Das hier war der Brunnen vom Platz an der Linde und das ist nach der Flut davon geblieben.
Auf dem Platz an der Linde soll offensichtlich noch gearbeitet werden.
Erinnerung an das schöne Gartenlokal und die Zeiten, die man dort – ahnungslos – genossen hat, nun von Schutt umgeben.
Ein tröstlicher Anblick gegenüber: hier fliegen schon die Funken. Hier wird geschweißt und schon in die Tiefe des wohl trockenen Kellers gearbeitet.
Die Gier der Ahr bei Flut kennt wohl keine Grenzen: selbst dieser Schutzmantel für einen zarten Baum wurde knallhart mit getrocknetem Lehm und Steinen ausgefüllt.
Am Quellenhof wird nahezu pausenlos ausgebaggert und abgefahren, schon seit einigen Tagen.
Zurück wieder in die Unterstraße. Hier kommen immer noch und immer wieder Schlamm-Schrott-Autos zum Vorschein. Und meist stehen sie dort dann auch noch länger.
Auf der anderen Seite der Unterstraße, in der sich relativ wenig getan hat in der Zwischenzeit und in der noch immer keine Koordinierung der Bemühungen erkennbar ist.

Mein Sinnbild für die Unterstraße: die „rätselnden“ Helfer

 

Was gibt es Neues in Neuenahr?

Es gibt einiges Neues in Bad Neuenahr-Ahrweiler:

Verlängerung der Antragsfrist für Soforthilfe an Unternehmen:

Bei der Kreisverwaltung Ahrweiler ist die Antragsfrist für eine Soforthilfe für vom Hochwasser betroffene Unternehmen – Pauschalhilfe in Höhe von 5.000€ – verlängert worden bis zum 10. September 21. Die Antragstellung ist ausschließlich online möglich. Die Soforthilfe kann unabhängig von anderen Soforthilfen beantragt werden. Der Antragsvordruck findet sich auf

www.kreis-ahrweiler.de

unter „Soforthilfe für betroffene Unternehmen“; das ausgefüllte Antragsformular ist per e-mail an

Hochwasser-Soforthilfe@kvmyk.de

zu senden.

Zahlungsbefreiung für von der Flut betroffene Familien mit Kindern für die Kindertagesbetreuung bis zum 31.12.21: der Antrag bei der Kreisverwaltung kann persönlich oder per mail unter

Elternbeitrag@kreis-ahrweiler.de

gestellt werden.

Briefwahlmöglichkeit geschaffen: zur Bundestags-Wahl am 26.9.21  kann mit einem entsprechenden Antrag per Briefwahl auch jetzt schon gewählt werden. Dazu kann ein Antrag per e-mail bei der Verwaltung unter

briefwahl@bad-neuenahr-ahrweiler.de

gestellt werden mit Angabe des Familiennamens, des Vornamens, des Geburtsdatums, der Meldeanschrift (Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort). Wenn man z.B. flutbedingt noch keine Zustellung an die eigene Wohnung hat, kann man dabei auch um Zusendung der Briefwahlunterlagen an eine andere Anschrift z.B. eines Verwandten bitten. Alles Weitere ergibt sich aus den Unterlagen, die man zugeschickt bekommt.

Ein Spaziergang bzw. Entdeckungstour in Bad Neuenahr: die Sparkasse hilft ihren Kunden mit einem Sparkassen-Mobil (übrigens auch gespendet) an der Rückseite des – geschlossenen – Sparkassengebäudes. Geld, Überweisungen, Konto-Auszüge – alles gibt es.

 

Rückkehrer in der Telegrafenstraße in Bad Neuenahr. Hier gibt es vor der Rosenkranzkirche Wurst- und Fleischwaren.
An der Rosenkranzkirche wird den Anwohnern auch mit süßen Gaben geholfen: der Bäcker Simon, dem die Flut zwei Standorte in Neuenahr ruiniert hat, ist zurück und nicht nur von Wespen, sondern auch gleich von Naschkatzen und Bäcker-Brot-Freunden umschwärmt.
Blick aus der komplett geräumten Boutique an der Ecke Telegrafenstraße/Weststraße auf das Hotel Felten gegenüber
Das Hotel hat zwar durchgehend geöffnet und vermeldet „Zimmer frei“, aber noch viele Baumaßnahmen bis zur Wiedereröffnung vor sich.
Steinkreuz und Baggerschaufel an der Kreuzung Mittelstraße/Unterstraße – vielleicht Anlass für die Hoffnung, dass es weitergeht und alles wieder gut wird.
So sieht es jetzt in der Unterstraße vor unserer Wohnung aus, offensichtlich steht noch sehr viel Arbeit an.  Weiterhin kein Strom, kein Festnetz, Wohnung nicht zu bewohnen.
Eine Schönheit ist durch die Flut zerstört worden. Das Traumfahrzeug – ein Jaguar E – hat in der Tiefgarage im Flutschlamm gestanden und wird nun abgeschleppt.
Der Anblick tut jedem Sportwagen-Fan in der Seele weh. Aber, wie wir hörten, wird der Jaguar möglicherweise durch Spezialisten wieder aufgebaut. Das wird viel Zeit und Geld kosten – aber was sind jetzt in Bad Neuenahr schon Zeit und Geld?
Wir schauen, was sich bei der Therme und den Kurparkliegenschaften tut. Vor der  Therme steht immer noch das im Schlamm versunkene Wohnmobil.
Die Therme hat an vielen Stellen in der Flutnacht Schaden genommen. Der Rahmen des Gebäudes steht – wenn auch ramponiert – noch. Es wird derzeit über die Kosten diskutiert. Die Therme  ist schon lange ein „Kostgänger“ der Stadt. Nun würden noch die Kosten für die Wiederherstellung und Beseitigung der Belastungen einschließlich Kontaminierung  hinzukommen. Allein dafür wurden die Kosten jetzt schon auf 17 Mio. Euro geschätzt.
Rund um die Therme findet sich fast alles, was früher in der Therme war. Nun alles Schutt und Schrott. Der Anblick macht einen fassungslos, was aus dieser den Kur- und Erholungsort prägenden Einrichtung geworden ist. Mit einem Verzicht auf die Therme würde Bad Neuenahr verlieren. Es ist mal wieder eine Frage des Geldes. Und die Frage lautet: woher nehmen und nicht stehlen?
Erinnerungen an fröhliche Mineralwasser-Badezeiten in der Therme
Blick von der Therme auf Flut-Müll und den kleinen Rest eines ehemals prächtigen Hauses an der Beethovenstraße
Blick auf den Abraum an der Therme; von der Therme ist nur ganz oben an der Spitze noch etwas zu sehen.
Hausrest auf einem Trümmerberg an der Beethovenstraße
Die Absperrplanen am Kurhaus und am Steigenberger Hotel machen den Anwohnern Hoffnung darauf, dass dieses stadtbild-prägende Ensemble erhalten bleiben soll.
Man erinnert sich: vor der Casino-Einfahrt in Bad Neuenahr gab es einen Springbrunnen in einem großen Blumen- und Stauden-Kranz.

Und das ist nun nach der Flut übrig geblieben.

Eine wohlgemeinte Aufforderung an der Casino-Brücke, der in früheren Zeiten meist nicht gefolgt wurde. Nun liegt das Absteigen im eigenen Interesse, will man nicht nass werden.
So sieht es jetzt an der Stelle aus, an der die Casinobrücke Ortsteile von Bad Neuenahr verbunden hat. Deutlich zu sehen ist, dass der Belag der Brücke in großen Stücken nun am Uferrand liegt. Verbogene, geborstene und sonst geschädigte Rohre sieht man in Neuenahr zuhauf.
Blick auf den Abriss der Casinobrücke und erste Wiederaufbau-Maßnahmen
Beschädigte Autos, die Opfer der Flut geworden waren, sieht man in Bad Neuenahr inzwischen kaum noch im Innenstadt-Bereich.

Die abgeschleppten Autos finden sich zum großen Teil wie hier im Apollinaris-Stadion, wo derzeit auch nicht mehr gespielt werden kann, oder unter der Autobahnbrücke.

Die Zahl der Kfz-Neuzulassungen im Ahrtal wird derzeit mit ca. 24.000 angenommen.

Wie geht es weiter? Was ist los in Neuenahr? Was soll aus Neuenahr werden?

Es wird an vielen Stellen gearbeitet und die der Flut zum Opfer gefallenen Fahrzeuge sind weitgehend aus der Stadt geschafft. Viele Müll- und Schuttberge sind schon abtransportiert worden. Die Handwerker fürchten aber, dass die Zeit bis zur Kälteperiode bei der Dauer der Wiederherstellungsmaßnahmen und Trocknungszeiten allmählich knapp wird. Alle schauen schon, ohne Vorfreude, auf Weihnachten.

Wie der Bürgermeister feststellte, verlassen bereits viele Bewohner die Stadt oder planen dies. Wenn man durch die Straßen geht, die – bis auf die Handwerker – menschenleer sind,   fühlt man sich wie in einem schlechten Film. Von anderen Orten im Ahrtal werden lebhafte Aktivitäten von Handwerkern, Helfern, Betroffenen berichtet.

Nicht mehr derselbe Ort

Man hört auch von „verantwortlicher Stelle“, wer auch immer das jetzt ist, dass der Ort am Ende nicht mehr derselbe sein wird. Es wäre erfreulich, wenn die Bewohner mehr dazu erfahren und auch selbst in die Überlegungen zur Zukunft der Region einbezogen würden. Jetzt gibt es Hilfe aus ganz Deutschland zusätzlich zu den tatkräftigen Helfern aus der Region. Die Region wird auch wohl relativ viel Geld von Bund und Land für den Wiederaufbau erhalten. Wichtig ist dabei auch, dass die Hilfe sehr schnell an die Betroffenen herankommt und möglichst unbürokratisch gewährt werden kann.

Die Region nachhaltig entwickeln

So viel Hilfe wie jetzt können wir, wenn es im Ahrtal noch einmal so eine Katastrophe geben wird, sicher nicht mehr erwarten. Das heißt, wir müssen jetzt nachhaltig die Zukunft der Region entwickeln. Der Ausgleich zwischen Natur und Besiedelung, insbesondere zwischen dem Raum, der dem Fluss gewährt werden muss, und der Sicherung nachhaltiger Wohnungs- und Wirtschaftsnutzung, wird eine zentrale Aufgabe werden. Bei der Wiedergestaltung der Ahr wird es nicht nur um effektive Hochwassermaßnahmen, die uns in der Flutnacht vom 14./15. Juli 2021 gefehlt hatten, gehen. Unvermeidbar wird auch die Überprüfung bisheriger Bauplanungen und der Ausweisung von Bebauungsgebieten sein.

Es bleibt sehr viel zu tun.

Viele spenden Hilfe, um die Menschen, die ihre Ärzte und andere Ansprechpartner verloren haben, zu unterstützen. Sehr hilfreich ist der Medi-Bus, in dem Rezepte ausgestellt  und kleinere Verletzungen direkt versorgt werden können.
Auch hier wurde geholfen, mit der Anlegung einer Trinkwasserversorgung für die Anwohner.

Seit dem 28.8.21 ist das Abkochgebot aufgehoben. D.h. es kann jetzt wieder uneingeschränkt Leitungswasser benutzt werden. Wenn man es nicht hatte zwischendurch, weiß man, was das für ein zivilisatorischer Fortschritt ist.

Meterhoch türmen sich die Dämmplatten in der Wohnanlage in der Unterstraße. Nur mühsam kommt man durch.

Der ganze Ort ist eine Baustelle, die normalerweise nicht betreten werden dürfte. Hier muss es aber gehen.

Eine neue Baugrube in der Unterstraße. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass bald Leitungen gelegt werden können. Bei uns allerdings leider nicht – die Tiefgarage und der Keller sind noch voller Schlamm.

7-Tage-Arbeitswoche an der Ahr

Keller räumen in Bad Neuenahr

Am Sonntag, 22. August 2021 sind wir „Ausquartierten“ nach Bad Neuenahr gefahren mit Spaten, Transportkarre, Arbeitslampen, Stiefeln, Schutzkleidung, Müllsäcken usw., um mit tatkräftiger Unterstützung von drei professionellen Helfern unseren Keller zu räumen, d.h. den gesamten von der Flut zerstörten Inhalt einschließlich der Regale zu beseitigen.

Dauerthema Wiederaufbau – überall im Ahrtal

Überall in Bad Neuenahr, Ahrweiler, Walporzheim und weiteren Orten im Ahrtal wird – an allen Tagen – von morgens bis abends gearbeitet: es wird geräumt, gehämmert, geklopft, gebaggert, geschlagen und gebohrt. Von Anwohnern und Helfern wird auf das Wochenende verzichtet. Bis zum Herbst und Winter müssen die Häuser bewohnbar sein. In Walporzheim ist der gesamte Ort, der sich selbst ausgezeichnet organisiert hat, mit der Beseitigung der Flutfolgen bereits weit gekommen. Anwohner sind intensiv damit beschäftigt, ihre Häuser wieder in Ordnung zu bringen und z.B. auch für eine Oma, die obdachlos geworden ist, noch eine Dachstube einzurichten.  Selbst die – gerade renovierte – Kapelle St. Josef wird schon von zwei kunstfertigen Frauen behutsam bearbeitet.

Helfen kann jeder – Spenden

Unterwegs im Ahrtal wird deutlich sichtbar, dass noch ganz viel Hilfe zum Leben und für die wirtschaftliche Existenz gebraucht wird.

Mit Spenden, großen und kleinen, kann man jetzt viel Gutes tun.

So braucht eine junge Familie in Neuenahr mit kleinen Kindern jetzt dringend Hilfe, um ihr Zuhause wieder instand zu setzen. Sie brauchen 20.000 Euro, um ihr Haus wieder herzustellen. Das ist nicht viel Geld für dieses Vorhaben. Und jede Spende hilft. Spenden kann man für die junge Familie am leichtesten über paypal unter dem link: https://www.paypal.com/pools/c/8BqXhUpVvH

Weiter besteht auch die Aktion des Bonner General-Anzeiger „Weihnachtslicht“ für Spenden an Flut-Geschädigte. Die Spenden können per Überweisung an den GA erfolgen

mit der Iban: DE 76 3705 0198 0000 0047 70 Stichwort: Hochwasserhilfe

Als Spendenquittung reicht der kopierte Konto-Auszug bei Spenden bis 200 Euro, bei höheren Spenden gibt es automatisch eine Quittung, wenn die Adresse des Spenders/der Spenderin auf der Überweisung angegeben ist.

Und noch etwas wäre hilfreich: Einer Krimi-Autorin, die durch die Flut jetzt selbst vieles verloren hat und Schreckliches durch einen Sterbefall in der Familie erlitten hat, kann man eine Freude machen,  wenn man Bücher von ihr  kauft – für sich selbst oder für Freunde zum Verschenken.  Die Autorin Karin Joachim lebt im Ahrtal und ihre Bücher spielen in der Ahr-Region. Spannung und Lokalkolorit garantiert! Am schönsten wäre es für die Autorin, wenn kleine Buchhandlungen vom Kauf ihrer Bücher profitieren würden. Ihre Bücher sind im Verlag Gmeiner verlegt. Ein neues Buch von Karin Joachim heißt  „Krähenzeit“ und spielt auf dem Rotweinwanderweg.

Unser Keller ist geräumt. Einschließlich eines handgearbeiteten Holz-Zwischenstücks zum Einfügen in den Esstisch, wenn mal viele Gäste kommen. Das gute Stück haben wir vor gerade drei Jahren anfertigen lassen.

 

Auf dem Weg nach Ahrweiler – das Wohngebiet An den Steinen hat es schwer getroffen. Einige Wohngebäude sind schon komplett entsorgt worden.
Über eine weite Strecke hat die Ahr das Wohngebiet verwüstet.
Viele Menschen brauchen jetzt noch Hilfe.
Und so sieht es an der Ahr aus, nachdem bergeweise Schutt und Geröll angeschwemmt und Leitungen geknickt wurden. Das Flussbett sieht schon wieder nahezu harmlos aus.
Blick vom nördlichen Ahrufer auf die breite Verwüstung durch die Flut.
Alter (4 Wochen) Schutt und neuer Müll auf dem Ahruferweg
An der Bachemer Brücke sind die Brückenteile durch die Flut weggerissen worden.

Eine provisorische Überquerung ist inzwischen schon gebaut worden.

Video von der Behelfsbrücke Vom THW Senftenberg errichtete Behelfsbrücke Am Schwimmbad über die Ahr nach der Zerstörung der bisherigen Brücke in Ahrweiler durch die Flut vom 14./15.7.2021
Vor dem Ahrtor auf dem Parkplatz ruinierte Autos wie an vielen Stellen im Ahrtal und ein Motto, das man gar nicht recht glauben kann.
überall Schutt und total beschädigte Fahrzeuge – viele Autobesitzer suchen auch noch nach ihrem Fahrzeug
In Ahrweiler vom Ahrtor bin ich links herum gelaufen zum Bitzen-Turm. Eine Absperrung und ein Schrecken: die Mauer ist weg. Einfach zusammengefallen.
Ob man aus diesen Resten noch etwas machen kann?
In Ahrweiler ist schon jede Menge Schutt aus den Häusern geschafft worden.
Jede Menge Schutt ist hier in Ahrweiler zusammengetragen worden. Im Hintergrund die Stadtkirche.
Das war einmal das schöne grüne „Entree“ von Ahrweiler nah beim Niedertor – im Sommer war das Bassin immer üppig mit Blumen in kräftigen Farben geschmückt.
Seit 1761 steht dieses Ahrweiler Haus hier und es hat – wenn auch ordentlich „gerupft“ – wieder gehalten. Hoffentlich kann sich hier dann später einmal wieder eine Gaststätte einfinden und auch wieder lange halten.
Ein Bild der Hoffnung vor dem Niedertor: umgeben von Schutt und Müll wird am Tor und an der Stadtmauer wieder gepflanzt – sogar offensichtlich von zwei Generationen.
Der schöne Weg  Herrestorffer-Straße ist fast vollständig verschwunden. An ein paar Stellen kann man noch auf die Ahr – jetzt wieder schmal – schauen und den dort vorher liebevoll angelegten Hausgärten nachtrauern.
In Walporzheim ist die Josefbrücke durch die Flut abgerissen worden. Meterhoch türmen sich jetzt die Massen an Schutt und Geröll, was von der Ahr bei der Flut mitgeschleppt wurde bzw. nun entsorgt wird.
In Walporzheim wird mit Tempo wiederhergestellt, was durch die Flut beschädigt wurde. Auch die Kapelle St. Josef wird ausgebessert.
Während im Tal die Trauben, die von der Flut geschädigt wurden, Ertragseinbußen bedeuten, geht es in Walporzheim auf der Höhe schon mit den ersten Weinberghelfern los. Auch das Vinetum lockt bereits wieder mit Weinverkauf.
Auf dem Rückweg nach Ahrweiler bekommt man fast – bei dieser Einladung und Umgebung – das Gefühl, in einer Idylle zu sein.

Das Heilbad, das Heilung braucht

Wieder in Bad Neuenahr

Am Donnerstag, 19. August 2021, sind wir in Neuenahr, u.a. um nach unserer Wohnung in der Unterstraße zu schauen. Der Anblick der Straße ist für uns verstörend: es sieht so verdreckt und müllüberladen aus, als wäre seit unserem letzten Besuch vor einer Woche nichts passiert. Tatsächlich ist das aber schon der Unrat aus den überwiegend geräumten Kellern und nicht mehr der Müll aus den Wohnungen. Hinzu kommt auch schon der Bauschutt aus den Decken, Böden und Wänden der Wohnungen.

Wir gehen in den Ortskern von Bad Neuenahr, um soweit möglich mit ein paar Einkäufen den lokalen Einzelhandel zu stärken. An Einkaufen ist nicht zu denken. Trotz lebhafter Bau- und Wiederherstellungsmaßnahmen wirkt der Ort wie ausgestorben. Fast alle Geschäfte sind – durch die Flut gewaltsam – geöffnet. Man schaut in türen- und fensterlose Läden, die schon komplett von der – wertlos gewordenen – Ware geräumt sind. Pressluftbohrer sind an allen Ecken und Enden zu hören. Bis auf ein Geschäft, das seinen Verkauf in die 1. Etage seines Hauses verlegt hat, sind alle Geschäfte verlassen.

Viele Einrichtungen schwer bis total beschädigt

Bundesweit bekannte und hochangesehene Einrichtungen wie die Orthopädische Fachklinik Kurköln, die Knappschafts-Klinik, die Gefäßchirurgie und viele andere Gesundheitseinrichtungen haben massiv Schaden genommen und sind zum Teil schon ausgeräumt worden. Arztpraxen sind der Flut zum Opfer gefallen. Wir haben unsere bisherigen Ärzte mitsamt unseren Unterlagen verloren.

Historische Gebäude zu Schaden gekommen

Historische Bauten, die den Charakter und die Schönheit des Kurortes bestimmt haben, sind massiv von den Flutfolgen betroffen.

Gesundheits- und Sportbäder gefährdet

Von Gästen und Einheimischen geschätzte Einrichtungen wie die Therme und auch das gerade noch für die Zeit nach der geplanten Landesgartenschau zur Weiterentwickung vorgesehene Twin-Schwimmbad scheinen derzeit „in den Sternen zu stehen“.

Helfen und Heilen

Der elegante Kurort Bad Neuenahr, der jahrzehntelang den Gästen Heilung und Erholung verschafft hat und viele Menschen auch zum Bleiben angeregt hat, braucht nun selbst Heilung.

Seit dem 15. Juli gibt es in Bad Neuenahr und insgesamt im Ahrtal unvorstellbar große Hilfe für die Menschen und ihre Unterkunft, ihre  wirtschaftlichen Existenzen und die erforderliche Infrastruktur. Orte wie Bad Neuenahr können dabei auch Veränderungen erfahren. Ob das auch eine Chance ist, wird sich zeigen. Man kann nur hoffen, dass der Wiederaufbau gut gelingt.

Spendenzahlungen

Über den Bund-Länder-Wiederaufbaufonds wird noch im September entschieden.

Weiterhin gibt es – und werden auch weiter gebraucht – Spendenprogramme, u.a. auf dem Spendenkonto des Kreises. 60% der zur Verfügung stehenden Mittel wurden bereits ausgezahlt. Diese Soforthilfe des Kreis Ahrweiler soll an von der Naturkatastrophe unmittelbar betroffene Menschen mit Wohnsitz im Katastrophengebiet weiter ausgezahlt werden. Am Samstag 14.8.21 sind die bisherigen Tel.-Nummern der Hotline wegen der zurückgehenden Nachfrage abgeschaltet worden. Es kann aber weiterhin von den Betroffenen Soforthilfe (pro Haushalt zwischen 1.000 und 2.000 Euro) beantragt werden: per Formular auf der Startseite der Internetseite des Kreises https://kreis-ahrweiler.de   Button „Antrag für die Soforthilfe Kreis Ahrweiler“

Weiterhin können, wie der Präsident des Deutschen Bauernverbandes mitteilte, betroffene Bauern und Winzer, die von der Flut besonders betroffen sind, Soforthilfen von 15.000 Euro erhalten.

Politische Flut-Folge

In personeller Hinsicht hat der Kreistag jetzt auf Antrag der SPD-Kreistagsfraktion einstimmig eine Resolution beschlossen, dass Landrat Jürgen Pföhler seiner politischen Verantwortung gerecht werden und den Weg für einen Neuanfang frei machen soll.

Auch in der oberen Unterstraße wird bis zur Decke geräumt.
So sieht es an unserem Hauseingang aus, auch hier: viel ist schon geräumt und staut sich bereits, weiteres muss noch raus.
Auch im Gartenhaus ist der Schutt bis an die Balkondecke herausgeräumt und gestapelt worden.
Im Stadtkern von Bad Neuenahr sind die Spuren der Verwüstung an vielen Häusern und auf allen Straßen zu sehen. Zum Glück hat die Apotheke den Statik-Test bestanden.

 

Das ist die Abriss-Stelle von der Kurgartenbrücke. Noch am 13.7.21 hätte man sich einen solchen Anblick nicht vorstellen können.
Blick auf den Rest der Kurpark-Dekoration am Ahr-Ufer
gegenüber der abgerissenen Kurparkbrücke – überall Spuren der Verwüstung
Schutthalden überall, hier in der Poststraße
Alles was in den Geschäften war, zeigt Schlammspuren. Und alles muss raus.
In der Telegrafenstraße ist das Bild nicht anders: geräumter Lehm auf der Straße, Schutthaufen an den Seiten. Es ist auch fast menschenleer – kaum auszuhalten, „seine“ Stadt so zu sehen.
Quisisana – hoffentlich wird alles gut und die Stadt wieder gesund. Die Wucht des Flutwassers zeigt sich im Türrahmen, der zerfetzt wurde.
Dieser Hinweis macht Freude: nicht aufzugeben mit der geschlossenen Buchhandlung, sondern an anderer Stelle weiter – nur anders – für die Bücherfreunde da zu sein. Es gibt viele kreative Ideen zur Überwindung des derzeitigen Alptraums.
Die Flut hat ohne Rücksicht auf hohen Wert und Alter dieses Olivenbaums, den Menschen kaum bewegen könnten, den Baum mitsamt Pflanztopf hierhin geschleudert.