HILFE – HILFE – HILFE

Wiederaufbauhilfe von Bund und Ländern

Nach der Flutkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 hatte die Staatskanzlei Mainz  nach ersten Schätzungen schon angenommen, dass ein zweistelliger Milliarden-Betrag für den Wiederaufbau in den von der Flut betroffenen Regionen erforderlich sein wird.

Am 10. August 2021 wurde in einer MinisterpräsidentInnenkonferenz mit der Bundeskanzlerin ein Wiederaufbaufonds Bund und Länder beschlossen, der ein Volumen von 30 Mrd. Euro haben soll. Dabei wurden für den Wiederaufbau in den Ländern 28 Mrd. Euro vorgesehen, die vom Bund und allen (auch den selbst nicht betroffenen ) Ländern jeweils zur Hälfte finanziert werden. Den Ländern wurde dabei eingeräumt, dass sie ihren Anteil über 30 Jahre lang „abstottern“ können. Die zusätzlichen 2 Mrd. Euro des Bundes sind für Schäden an Bundeseinrichtungen wie z.B. zerstörten Bahnbrücken vorgesehen. Der Wiederaufbaufonds muss nun noch durch ein Bundesgesetz auf den Weg gebracht werden. Nach derzeitiger Planung könnte das Gesetz am 7. September im Bundestag beschlossen werden. Das wäre dann das größte Hilfspaket, das jemals für die Beseitigung von Flutschäden über 30 Jahre geschnürt wurde.

Einzelheiten zur Wiederaufbau-Hilfe Bund und Länder

Inzwischen sind Einzelheiten des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zur  Regulierung der Flutschäden bekannt geworden. Aus den Mitteln des Wiederaufbaufonds sollen noch in diesem Jahr 16 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Der Grundsatz soll dabei sein, dass Unternehmen und Privathaushalte staatliche Hilfe erhalten, soweit ihre Schäden nicht bereits durch Dritte, also insbesondere Versicherungen, abgedeckt sind. In dem Gesetzentwurf ist vorgesehen, dass bei Flutschäden von Unternehmen ein halbes Jahr lang 80% der Gewinneinbußen ersetzt werden. Hausbesitzern sollen 80% der Kosten für die Wiederherstellung ihrer zerstörten Gebäude erhalten. Bei beweglichem Eigentum wie Autos oder Wohnungsinventar soll der Zeitwert erstattet werden können. Wer eine Elementarversicherung hat, soll die Differenz bis zur vollständigen Erstattung der Schäden erhalten können.

Damit sind umfangreiche Hilfen zu erwarten. Es ist zu hoffen, dass die finanzielle Ausstattung des Wiederaufbaufonds ausreicht, um alle diese Verluste auszugleichen.

Für die betroffenen Flutgeschädigten ist nun wichtig, dass alles was zur Dokumentation der Schäden dienen kann wie Unterlagen, Fotos usw. jetzt  gesichert wird.

Wiederaufbauarbeit der Ahrtal-Bewohner

Wir sind am 12. August wieder in Bad Neuenahr, um unser in der Flut versunkenes Auto zu suchen und um festzustellen, was wir an unserer reparaturbedürftigen Wohnanlage gegebenenfalls schon tun können. Unser Auto haben wir zufällig wiedergefunden, erwartungsgemäß nicht ansatzweise fahrbereit. Also können wir jetzt zumindest die Abmeldung auf den Weg bringen.

Die Räum- und Aufbauarbeiten nach den  – in Neuenahr und Ahrweiler gravierenden –  Flutschäden laufen auf Hochtouren. Die Hilfen aus der ganzen Bundesrepublik sind im doppelten Sinne bewegend.

Zugleich wird jedem bewusst, wie wenig das viele bereits Geleistete ist im Vergleich mit dem, was ganz offensichtlich noch ansteht.

Helfen und Spenden

Es gibt viele Spenden-Plattformen, an die man Geld zur Hilfe für die durch die Flut geschädigten Menschen überweisen kann, z.B. an ARD, ZDF, General-Anzeiger Stichwort „Weihnachtslicht“ und viele mehr. So vieles ist durch die Flut verloren und muss kurzfristig ersetzt werden, angefangen von Alltagsgegenständen wie Töpfen, Tellern, Bestecken, Handwerkszeug, Schubkarren und Schaufeln, Schutzkleidung und vieles mehr.

Darüber hinaus kann man sogar helfen mittels des „Kernprodukts“ des Ahrtals. Viele Flaschen Wein hat die Flut zerstört. Zahlreiche Winzer arbeiten intensiv daran, ihre Arbeitsräume und Keller wiederherzustellen und von der Flut zu reinigen. Auch müssen ihre Keller von Restbeständen geräumt werden. Bald steht die Weinlese 2021 an.

Man kann nun viel Gutes tun ganz einfach durch Ahrwein kaufen, trinken und verschenken.  Man kann sich von seinem „Lieblings-Winzer“ Wein schicken lassen oder auch z.B. bei einer Weinmanufaktur wie der Dagernova Solidar-Wein kaufen, den Winzer aus anderen Regionen Deutschlands gespendet haben, damit Ahrwinzer wieder Erlöse erhalten. Den Wein „SolidAHRität“ gibt es als Riesling feinherb (für 44,94 Euro pro Karton) oder auch als Spätburgunder (Tel. Dagernova: 02641 – 94720). Man kann auch einem Weinhändler in der Region, dessen Geschäftslokal durch die Flut verwüstet wurde, eine Hilfe zur Überbrückung durch den Kauf der erhalten gebliebenen Flut-Flaschen zukommen lassen; der lange Zeit in Neuenahr ansässige Weinhändler Volker Danko hat nun auf online-Handel umstellen müssen. Adresse für Bestellungen:  https://ahrweinshop.de

Die Suche nach den Opfern der Flut

Nach den aktualisierten Zahlen der Polizei sind durch die Flut 133 Menschen ums Leben gekommen. Nur vier Menschen werden noch vermisst. Wir werden die Menschen nie vergessen.

 

Es ist schon seit Wochen andauernd geräumt worden in der Unterstraße in Neuenahr. Aber vielfach sind erst nur die Erdgeschoss-Wohnungen geräumt; Keller und Garagen kommen erst später dran. Dann sieht es an den Straßen wieder so aus wie jetzt eben.

Am liebsten möchte man das Weite suchen. Aber selbst der Koffer taugt nicht mehr dazu.
So sieht es derzeit in unserer Garage aus. Der Schlamm steht noch immer. Die Schäden sind immens – Infrastruktur (Elektrik usw.) muss neu aufgestellt werden, in den Erdgeschosswohnungen muss Estrich und Dämmung, Parkett, an den Wänden der Putz und die Dämmung beseitigt werden.
Zum Glück ist ein Bauleiter beauftragt worden. Er inspiziert das Gebäude und stellt im Einzelnen die Schäden und Reparatur- bzw. Erneuerungs-bedarfe fest.

Der Warmwasser-Tank ist von der Flut umgeworfen worden.

Mit bloßem Auge ist zu erkennen, dass noch viel Arbeit ansteht.

An der Mittelstraße, die von dem Fluthochwasser schwerst betroffen war, ist ein Haus eingestürzt.
Man weiß kaum, wo man anfangen soll bei einem solchen großen Unglück.
Auf der Suche nach unserem Fahrzeug sind überall demolierte Fahrzeuge und angeschwemmte Teile zu sehen.
Es ist ein Bild des Jammers – das war einmal ein Traum von einem Fahrzeug.
Überall Autos: beschädigt, gestapelt, zusammengeschoben
Schlamm überall an den Fahrzeugen
Es wird, auch wenn das ein wirklich mühsames Geschäft ist, zwischen all den Flut-Trümmern, auf der Unterstraße in Neuenahr ordentlich geräumt.

Es bleibt viel zu tun

Wir können bei uns derzeit nicht viel tun und so können wir uns um die Gesundheit kümmern. Wir haben Schulter-Gelenkschmerzen und dauerhaft trockene brennende Augen. Damit werden wir an der Ahr nicht die einzigen sein. An der Ahr sollte man gemäß ärztlicher Empfehlung auch draußen immer eine Mund-Nasen-Maske tragen (und möglichst auch noch eine Brille) wegen des vielen kontaminierten Staubs aus dem getrockneten Schlamm.

Wir haben einen Arzt-Termin in Bonn bekommen; die Flutopfer ohne Wohnung und ohne Hausarzt (viele Praxen sind in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit der Flut untergegangen) werden irgendwie noch in den Terminkalender eingefügt. Ergebnis nach MRT bei mir: Schultersehnen-Riss.

Bad Neuenahr wieder beidseitig über die Ahr verbunden

Wir wollen in unserer Wohnung in Neuenahr soweit möglich nach dem Rechten sehen und ein paar Unterlagen holen und freuen uns auf die neue Brücke über die Ahr, die heute – am 5. August 2021 – im Bereich der Landgrafenstraße für den Verkehr freigegeben wird.

Kurz zuvor in Heppingen geraten wir in einen heftigen Starkregen, Radfahrer stehen unter der Autobahnbrücke, wir sehen nur noch die Lichter der  Fahrzeuge. Die Autos fahren sehr langsam, denn in wenigen Minuten steht das Wasser schon wieder 20 cm hoch. Die Unwetterwarnung kam aber erst kurz nachdem wir das Auto auf einem höher gelegenen Parkplatz in Sicherheit gebracht hatten.

Ganz gespannt fahren wir in Bad Neuenahr über die Landgrafenstraße, die nun wieder in beide Richtungen über die Ahr durch eine – funkelnagelneue – Brücke verbunden ist, die heute für den Verkehr freigegeben wurde.  Die Behelfsbrücke wurde vom THW in kurzer Zeit fertiggestellt und stellt eine große technische Leistung dar. Es soll die größte Brücke sein, die vom THW jemals gebaut wurde. Die Brücke hat – notwendigerweise wegen der starken Ausdehnung des Flussbettes durch die Flut – eine Länge von über 50 m. Es gab 62 Brücken im Ahrtal, von denen 60  bei der Flut zerstört wurden. In Neuenahr waren das die Landgrafenbrücke, die Casinobrücke, die Kurgartenbrücke (gerade noch in einer baulichen Verbesserungsmaßnahme), die Amseltal-Brücke, die Maria-Hilf-Brücke und einige kleinere Brücken. Insgesamt zwei Brücken (in Rech bzw. Neuenahr) sind nun als Behelfsbrücken in Dienst gestellt worden.

Allein die Zerstörung von Brücken vermittelt eine kleine Vorstellung davon, welche „Herkules-Aufgabe“ insgesamt für das Ahrtal und die für den Wiederaufbau zuständigen Stellen bevorsteht.

Das Ausmaß der Katastrophe wird immer deutlicher.

Auch z.B. an der neuen Behelfsbrücke in Bad Neuenahr stehen noch umfangreiche Aufräumarbeiten an, denen tiefgreifende Infrastrukturmaßnahmen zur Wiederaufbereitung und Festigung des Bodens nach der Flut, zur Legung von Rohren und Leitungen und zur Bewegung von Unmengen an Erdreich folgen.

Eine Landesgartenschau wäre eine vergleichsweise leichte Übung.

Ahrweiler will verlorenes Terrain zurückgewinnen

Die Altstadt von Ahrweiler und einige Wohnsiedlungen haben unter der Flut erheblich gelitten.

In Ahrweiler ist in der Altstadt schon gut geräumt worden: riesenhafte Mengen an Schutt sind in der Zwischenzeit abtransportiert worden. Die Straßen sind befahrbar.

Aber schon der Blick durch das Niedertor zeigt, dass kaum ein Geschäft oder eine Gaststätte den Durchfluss der reißenden Ahr unbeschadet überstanden hat. Fast alle Geschäfte sind durch das Hochwasser ruiniert worden. Viele Fensterscheiben sind zerborsten, das Inventar ist auch schon komplott ausgeräumt worden.

Um die Altstadt herum wird von morgens früh bis abends spät an der Wiederherstellung der Infrastruktur gearbeitet. Räumfahrzeuge und Traktoren, Feuerwehr, Abfallentsorger, Experten vieler Fachrichtungen, Handwerker und freiwillige Helfer sind im Einsatz.

Aber die Stadttore und die Stadtbefestigung haben stand gehalten. Bei den Häusern ist festzustellen, dass gerade alte Fachwerkhäuser die Flut überraschend gut überstanden haben. Die Häuser in der Altstadt sind auch schon begutachtet und eingeschätzt worden in mehrere Kategorien: kann  bleiben, hat Schaden, muss abgerissen werden.

Die Frage nach der Verantwortung

Jetzt wird auch in einige Richtungen erörtert, wer die Verantwortung dafür trägt, dass sich die Flut an der Ahr zur verheerenden Katastrophe mit vielen Todesopfern entwickeln konnte.

Die Frage der Verantwortlichkeit wird bereits von der Staatsanwaltschaft Koblenz geprüft. Die Staatsanwaltschaft geht einem Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung durch Unterlassen nach.

Sie hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Landrat des Landkreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler, eingeleitet.

Ausblicke, Hilfe, Zukunft

Am kommenden Dienstag, dem 10.8.2021, wollen Bund und Länder gemeinsam einen Wiederaufbaufonds für die Folgen der Flutkatastrophe beschließen. Die Bundesregierung soll am 18. August 2021 eine Vorlage beschließen, anschließend sollen der Bundestag und der Bundesrat in Sondersitzungen mit der Vorlage befasst werden.

Derzeit wird dem Vernehmen nach in Bezug auf den Wiederaufbaufonds von einem Volumen von 10 Mrd. Euro ausgegangen.

Weitere und vertiefte Ermittlungen des Hilfsbedarfs könnten möglicherweise noch zu höheren Beträgen gelangen.

Starkregen am 5.8. auf dem Weg nach Bad Neuenahr. Das Wasser steigt in wenigen Minuten um 20 cm.
Die neue Behelfsbrücke „Landgrafenstraße“ über die Ahr, vom THW in kurzer Zeit fertig gestellt, am 5.8. für den Verkehr freigegeben, mit 2 Fahrbahnen in beide Richtungen befahrbar, für PKWs, LKWs und Fußgänger nutzbar.
das – ehemalige – Parkhaus von Neuenahr an der Felix-Rütten-Straße
Vor dem ehemaligen Parkhaus wird schon intensiv an Erdarbeiten und der Vorbereitung für die Legung der Rohre gearbeitet. Bis auf die Landgrafenstraße selbst eine einzige Großbaustelle.
Blick von der neuen Brücke an der Landgrafenstraße auf den östlichen Teil der Ahr, die hier durch die Flut massiv verbreitert ist
Fahrräder in unserem Keller in der Unterstraße – sehen nicht sehr fahrbereit aus
Am Mühlenteich und anderen Stellen in Ahrweiler: überall wo Wasser ist, wird geprüft nach Schäden und Standfestigkeit.
Der Blick durch das Niedertor zeigt viele Schäden, aber auch schon das erfolgreiche große Räumen nach der Flut.
Der Brettspielheld in Ahrweiler ist auch ein Held. Er will nicht aufgeben, sondern das, was in dieser Lage möglich ist, auch machen:
Ab Freitag, 6.8., will er zwei Stunden zur Verfügung stehen. Von 15 bis 17 Uhr ist er da, jeder kann kommen, und sei es nur zum Reden.
Ein Dank eines Lokals, das Helfer und Spender gefunden hat, und ein wichtiger Hinweis zum Glauben an sich selbst.
Häuser werden von Experten auf Standfestigkeit geprüft und gekennzeichnet.
Aufräumarbeiten in Ahrweiler vor dem Ahrtor
Der Alltag nach der Flut wird – mit kleinem und mit großem Gerät – gemeistert.
Die Verpflegung ist gut und zuverlässig – einen Schluck Wasser oder einen Kaffee kann man auch bekommen. Man steht in jeder Hinsicht zusammen.

Überrascht und überrollt – die Flutwelle im Ahrtal

Katastrophenschutz gestern und heute

Man erinnert sich noch an die große KatWarn-Übung vor etwa einem Jahr, bei der die Katastrophen-Übung selbst als mittlere Katastrophe bezeichnet wurde: bei Warnungen und insbesondere bei der Koordinierung zeigten sich einige Mängel.

Und jetzt stellt sich die Frage: was ist seitdem erfolgreich zur Verbesserung des Katastrophenschutzes unternommen worden? Hat man den Bedarf  ausreichend ernst genommen?

Ich erinnere mich: vor Jahrzehnten gab es Informationen zum Katastrophenschutz für die Bevölkerung und auch das Wissen in der Bevölkerung, was im Notfall zu tun war. Es gab Sirenen und man kannte deren Bedeutung: Warnung, Alarm, Schutz suchen, Entwarnung. Man wusste auch, dass man ein kleines Notfallpaket mit allen wichtigen Ausweisen, Dokumenten und Papieren sowie Medikamenten griffbereit haben sollte.

Drei Stunden bis zur Katastrophe

Im Ahrtal, wo Sirenen in der Vergangenheit auch schon abgebaut wurden, waren am 14. Juli 2021 um 20:00 Uhr in Ahrweiler noch keine Warnhinweise zu registrieren. Es war aber schon eine Zunahme der Wassermenge der Ahr im oberen Ahrtal festzustellen. Die Wetterprognosen deuteten darauf hin, dass sich eine außergewöhnliche Wetterlage mit Starkregen entwickelt. Drei Stunden Zeit für Warnung und Alarm standen da noch zur Verfügung. Es gab im mittleren und unteren Ahrtal aber keine Warnung. Nichts. Nicht einmal die Kirchenglocken.

Die Pegelstände waren auch nicht wie erforderlich in ihrer Entwicklung beobachtet bzw. kommuniziert worden. Ein Pegel war ausgefallen, und ein weiterer Pegel konnte die Höhe von etwa 9 m Flut in der Spitze auch gar nicht mehr erfassen.

Die Ahr ist nicht mehr zu stoppen

Kurz nach Mitternacht wurde dann Bad Neuenahr-Ahrweiler überflutet. Tiefgaragen, Keller, Untergeschoss-Wohnungen wurden von der Flut durchspült und nur das beherzte Eingreifen von Nachbarn rettete manche im Schlaf überraschten Bewohner vor dem Ertrinken.

Wir haben keine Informationen

Der Strom war ausgefallen, damit auch kein Fernsehbild mehr, keinerlei Warnung auch durch den regionalen Rundfunk. Wir hatten umgehend ein Transistor-Radio eingeschaltet, aber außer netter Nachtmusik kam kein Hinweis und keine Information zum Geschehen. Es war stockfinster.

Fazit: wir waren in der Katastrophennacht allein gelassen mit der Flut.

Vor unseren Augen versinken unsere Autos im Schlamm

Die Autobesitzer packte in der Nacht das blanke Entsetzen: Kaum ein Fahrzeug konnte aus dem steigenden Wasser noch gerettet werden. Das Wasser stieg so schnell, dass von eigener Fahrzeug-Bergung keine Rede mehr war. Hilflos sahen wir aus dem Fenster unseren Fahrzeugen beim Aufschwimmen und Abtauchen zu.

Einige Nachbarn hatten ihre Fahrzeuge wegen des Dauerregens auch schon auf höher gelegenen Straßen abgestellt. Die Straßen waren aber auch bald zugestellt.

Späte Warnung

Nur die Feuerwehr war mit einem Einsatzfahrzeug in der Nacht durch einige Straßen von Bad Neuenahr-Ahrweiler gefahren und richtete per Mikrofon leise – und von den meisten Anwohnern gar nicht verstanden – die Empfehlung an die Anwohner, sich von der Ahr weg zu begeben. Da war es auch schon zu spät. Nachts? Halb bekleidet? Im Dunkeln? Und welches Chaos wäre entstanden, wenn die Menschen wirklich zahlreich der Aufforderung nachgekommen wären und die Nacht fern ihrer überwiegend sicheren Häuser im Freien verbracht hätten?

Große Hilfe von nah und fern

Im Laufe des Folgetages kamen Hilfskonvois, Rettungshubschrauber, THW, Rotes Kreuz, Bundeswehr mit Einsatzkräften in großer Zahl, Feuerwehren aus dem ganzen Bundesgebiet, die unermüdlich bis zum Umfallen gearbeitet haben, um die Schäden zu beseitigen und die Anwohner mit dem Nötigsten – insbesondere Trinkwasser – zu versorgen.

Evakuierung am Abend des nächsten Tages

Am folgenden Tag gab es einen erstaunlichen Einsatz.

Laut einer Ansage von THW, Bundeswehr und Feuerwehr sollten alle Bewohner der Unterstraße aus ihren Wohnungen evakuiert werden. Nach Heimersheim, per LKW, mit den nötigsten persönlichen Sachen. Wir sollten uns am oberen Teilstück der Unterstraße versammeln.

Ein Feldwebel der Bundeswehr erläuterte die Lage: er hatte den Auftrag, die Unterstraße zu evakuieren. Bewohner der Mittelstraße würde er aber auch – wenn auch ohne Auftrag – mitnehmen. „Keiner muss zurückbleiben.“ Das war schon sehr freundlich. Tatsächlich war die Mittelstraße aber noch viel heftiger als die Unterstraße durch die Flut betroffen.

Die Transport-Aktion lief schleppend an: Rettungswagen und Räumfahrzeuge und auch schon das THW mit schwerem Gerät standen sich wechselseitig im Weg und mussten immer wieder zurück setzen, um aneinander noch vorbei zu kommen. Ein mühsames und zeitaufwändiges Rangieren.

Wir waren etwa 60 Personen, die mit einem einzigen Bundeswehr-Transportfahrzeug nach Heimersheim gebracht werden sollten. Also in mehreren Etappen. Es dauerte zwei Stunden, bis sich das Fahrzeug erstmalig – nach mühsamen Erklimmen der Ladefläche durch die zu evakuierenden, zum großen Teil älteren Personen – in Bewegung setzte. Sehr vorsichtig und langsam – wegen der Gefahr von nicht erkennbaren Gegenständen im Wasser und wegen des Transports ohne Bänke und weitere Sicherung im Stehen.

Spät abends war dann die Aktion beendet und alle in einer Turnhalle in Heimersheim untergebracht. Dort waren keine Feldbetten für alle vorhanden, aber Stühle und Iso-Matten. Ziemlich anstrengend für ältere Menschen. Offenbar gab es in der Unterbringung nicht genug Ausstattung oder war jedenfalls nicht so schnell zu beschaffen.

Aber freundliche Helfer und Helferinnen erwarteten die strapazierten Evakuierten.  Und es gab ein gutes warmes Essen, Trinkwasser und die Möglichkeit, die Handies etwas aufzuladen.

Was war der Grund der Evakuierung – zumal Heimersheim selbst gerade vor einigen Wochen noch von einer Schlammlawine heimgesucht worden war und nicht eindeutig sicherer als Neuenahr einzustufen war?

Es machte eine Behauptung die Runde, dass eine zweite Flutwelle drohe.

Das war erstaunlich: durch die Flut vom 14.7. waren schon zahlreiche Informationen zur Beurteilung des Flutgeschehens vorhanden. Die Region stand im Focus vieler Experten, die Analysen vornehmen und Einschätzungen abgeben konnten. Es erschien sehr unwahrscheinlich, dass sich in so kurzer Zeit erneut eine große Flutwelle der Ahr aufbauen werde.

Bald stellte sich heraus, dass es sich bei der angeblichen zweiten Flutwelle um eine Falschinformation handelte. Die überflüssigerweise evakuierten Nachbarn konnten dann (überwiegend) wohlbehalten nach zwei Tagen wieder zurück in ihre Wohnungen.

Was ist schiefgelaufen?

Die KATWARN, die vor der Flutwelle hätte warnen müssen, hat – ausgerechnet in der größten Not in der Region – versagt.

Die Zuständigkeiten und die Koordinierung sollten zwischen den beteiligten Verantwortlichen und Diensten geklärt sein und nicht erst vor Ort geordnet werden.

Die Menschen im Ahrtal muss man nicht „zur Arbeit, zum Räumen und zum Helfen tragen“. Das wird überall gemacht, jeder nach seinen Möglichkeiten, alle packen an. Die Menschen müssen aber wieder darauf vertrauen können, dass sie in der – von ihnen selbst nicht zu leistenden – Gefahrenbekämpfung zuverlässig unter dem Schutz der verantwortlichen Stellen stehen. Sonst wäre es wirklich zum Verzweifeln.

(Persönliche Anmerkung: Und wir möchten gerne in dieser schönen Region bleiben.)

Hochwasser und Fluten nehmen offensichtlich zu, so derzeit in vielen Orten und Regionen in Deutschland, ebenso z.B. in Italien. Wie mit diesen  Veränderungen verständig umgegangen wird, ist von enormer ökologischer und ökonomischer Bedeutung. Das ist wohl keine „politische Eintagsfliege“, sondern eine dauerhafte Herausforderung. Es gibt viel zu tun.

Flutschäden an den Bahngleisen und rund um den Bahnhof Heimersheim. Nur der Bahnhof hat stand gehalten.
Die Kreuzstraße, die scheinbar nie fertig wird, hat nun auch noch die Schäden von der Flut zu beseitigen.
Blick auf das Kurhaus mit Hochwasserschäden durch die Ahr, die ihr Flussbett ausgeweitet hat.
An der Seite des Kurhauses zerstörte Geschäftsräume
So sieht jetzt die nördliche Ahr-Promenade in Neuenahr aus. Die Ahr hat ihren Raum neu definiert.
Es gibt auch Tröstliches und Nützliches: wo seit dem 14.7.21 auf der Landgrafenstraße durch das Ahr-Hochwasser keine Brücke mehr existiert, wird den Menschen anders geholfen. Es gibt eine temporäre kleine Bootsfähre von 9 – 19 Uhr über die Ahr.
Bei allem Schutt und Dickicht lässt sich doch schon die neue Landgrafenbrücke in Grundzügen entdecken. „Eingeweiht“ wurde sie schon, in Betrieb genommen werden soll sie in der ersten Augustwoche.
Ein trauriges Bild! Schon die Fußball-EM war für das Public Viewing vermasselt (genauer: durch den Regen verprasselt); die Flut kam dann noch oben drauf. Wir freuen uns auf die Rückkehr der Geselligkeit in Neuenahr.
So viel ging durch die Flut verloren. Die Menge der zerstörten Autos bemerkt man erst beim Anblick der vielen Auto-Halden.
Jedes Auto hat eine Geschichte für seine Besitzer und Besitzerinnen, viele zerstörte Autos sorgen jetzt außerdem für hohe Wertverluste.

Neuanfang mit Hindernissen

Die persönliche Schadensbilanz – alles nur materiell zum Glück – am 17.7.2021: u.a. haben wir kein Auto mehr. Unser Auto ist in der Flut untergegangen und hat sich nach dem Rückgang des Wassers als fahruntauglich erwiesen.

Ein freundlicher Bonner Freiwilliger hat uns in Neuenahr abgeholt und nach  Godesberg gebracht, wo wir für einige Tage bei der Verwandtschaft unterkommen konnten. Wir sind auch gleich zu einem Autoverleih-Unternehmen gegangen. Dort waren wir nicht die einzigen, die ein Fahrzeug brauchten. Aber für die Folgewoche wurde uns ein Auto reserviert. Auch wieder ein großes Glück, denn die Nachfrage ist riesig. In der Folgewoche sind wir mit dem Leihwagen zum Baumarkt gefahren, um uns für die nächsten Wochen auszustatten. Wir werden ja weiterhin keinen Strom haben. Aber: kein Campingkocher, kein Camping-Geschirr, keine Camping-Lampe, und bei den Arbeitshandschuhen gab es nur noch ein paar Übergrößen.

Und so wechseln sich weiter Glück und Unglück ab: Am 20.7. erhalten wir eine mail von der Hausverwaltung zum Stand der Dinge: allein die Aufnahme der konkreten Schäden und die Ermittlung des Reparaturbedarfs in unserer Wohnanlage von rund 50 Wohnungen wird länger dauern, die Reparaturen vom Estrich angefangen werden noch Wochen und Monate dauern. An die Räumung unserer Keller können wir noch gar nicht denken. Wir sollen ausweichen, z.B. ins Hotel, bis zur Wiederbewohnbarkeit unserer Wohnungen. Zum Glück gibt es für die Wohnanlage eine Elementarschadenversicherung.

Wir müssen uns nun auch noch um einen Leasing-Wagen kümmern, weil der Mietwagen auf so lange Dauer zu teuer wird. Am 21.7. fahren wir zu einem Händler in Bonn-Beuel, den wir in guter Erinnerung haben. Wir haben Glück – es gibt zwar deutlich weniger Fahrzeuge als Nachfrage, bedingt  durch das Fehlen von Einzelteilen im Rahmen der Lieferkette, aber wir können in einigen Wochen ein Leasing-Fahrzeug übernehmen. Unser altes Fahrzeug ist der Versicherung schon gemeldet worden und irgendwann von einer Ahrtaler Firma abgeschleppt worden. Wohin wissen wir nicht genau, wir werden es wohl nie wiedersehen.

Am 22.7. telefonieren wir den ganzen Tag auf der Suche nach einem Hotel oder ähnlichem für mehrere Wochen: wir telefonieren mit Hotels in Remagen, Sinzig, Unkel, Bad Breisig und viele mehr; überall sind Hochwassergeschädigte in Hotels untergebracht worden. Am Ende – Glück im Unglück – kommen wir in einem Hotel in Bonn an der Adenauerallee unter, wo es alles gibt, was man braucht: Schlafzimmer, großer Fernseher (Olympische Spiele!), eine Kitchenette, großes Bad (endlich sauberes Wasser), ein Sofa, ein Schreibtisch, wlan, Zeitung im e-Format. Wir fühlen uns wie wiedergeboren.

Soweit ist nun alles geregelt. Wir fahren am 25.7. noch mal für einen Tag und eine Nacht nach Bad Neuenahr, um Kühlschrank und Tiefkühltruhe zu räumen und uns mit allem auszustatten, was wir in mindestens 2 Monaten brauchen werden: jede Menge Wäsche und Kleidung, drei Säcke Schmutzwäsche, die von mir schon vor 10 Tagen gewaschen werden sollte und vom Hochwasser „gecancelled“ wurde, nun für die Wäscherei und unsere ganze technische Ausstattung mit Tablet und Laptop usw.

In Neuenahr sieht man deutlich, dass in der Zwischenzeit mit zahlreichen  Kräften und großem Einsatz schon viel geschaffen wurde: auf der Unterstraße z.B. ist der Schlamm weggeräumt und nur noch die Straße schmutzig, nahezu alle Fahrzeuge sind abgeschleppt worden, Unmengen von Schutt aus Wohnungen und Keller sind geräumt. In der Mittelstraße, in der die Ahr besonders wild getobt hatte, steht noch viel Arbeit an, weiterhin Schutt abräumen und die Häuser sichern und z.T. nach einem Einsturz ganz räumen.

In unserem – inzwischen fast leeren – Haus treffen wir noch Nachbarn, die uns eine traurige Nachricht überbringen: in unseren Straßen sind sechzehn Menschen durch die Flut verstorben. Es ist ein entsetzlicher Alptraum. Und die Suche nach Vermissten geht immer noch weiter.

In Neuenahr gibt es noch eine funktionierende Brücke: die St.Pius-Brücke über die Ahr. Auf der nördlichen Seite der Ahr erreicht man daher auch den Ausgabestandort der Notausgabestelle der Post. Dort kann man seine Post abholen, bis es wieder eine Zustellung in Hausbriefkästen gibt. Die gab es bei uns seit dem 14.7. nicht mehr, und es sieht nicht danach aus, dass es diese in den nächsten Wochen wieder geben wird.

Es wird also alles was möglich und was nötig ist, getan, um den Menschen in Neuenahr zu helfen, so wie in vielen anderen Orten an der Ahr auch.

Wir haben einen Leihwagen und können nach Neuenahr fahren und nach unserer Wohnung schauen.
Sehr viel ist in den letzten Tagen schon geschafft worden. Die Erdgeschoss-Wohnung im Haus gegenüber z.B. ist komplett ausgeräumt worden. Alles was einmal drin war, ist jetzt Schutt.
Unser Aufzug ist offensichtlich nicht mehr brauchbar, die Treppe in den Keller ist komplett verdreckt und steckt unten noch im Schlamm.
In der Mittelstraße sieht es noch schlimm aus – Schutt an den Seiten und ruinierte Fahrzeuge.
Schwer hat es auch unseren (Lieblings-)Bäcker getroffen: die frisch und aufwendig gerade renovierte und eingerichtete Bäckerei ist von Schutt umrahmt und steht wieder vor einem Neuanfang.
Vor der Therme ist die Feuerwehr im Einsatz und versucht, das verseuchte Wasser abzupumpen. Schwer ist es auch hier, das Wasser gefahrlos  loszuwerden.
Das Schwimmbad am Steigenberger Hotel ist erst vor wenigen Wochen fertig geworden und eröffnet. Nun ist der Betrieb durch die Folgen der Flut  blockiert.
Erst vor einem knappen Jahr – in der Nacht zum 22. September 2020 – war ein Feuer zwischen dem Steigenberger Hotel und dem historischen Thermal-Badehaus ausgebrochen und musste mit viel Aufwand beseitigt werden. Die Schäden sind noch nicht ganz beseitigt, und nun ist die nächste Katastrophe eingetreten.
Rettungsfahrzeuge aus ganz Deutschland kommen der Ahr-Region zu Hilfe. Feuerwehrfahrzeuge kommen sogar aus Schleswig-Holstein zur Unterstützung. In langer Reihe warten sie auf ihren Einsatz, ohne Pause laufen die Hilfsaktionen zur Rettung und Versorgung von Menschen. Immer wieder geht der besorgte Blick aber auch auf die dunklen Wolken.
Ich gehe am Kurhaus und Kurpark vorbei und sehe, was die Ahr davon übrig gelassen hat.
Der Blick auf die Ahr zur neuen Teichbrücke hin zeigt eine Lücke auf: die ehemalige Maria-Hilf-Brücke, die bis vor kurzem hier die Ahr überspannt hat, ist verschwunden.
Die Suche nach der Maria-Hilf-Brücke zeigt an der südlichen Ahr-Allee, dass die Brücke in Teile zerrissen am Ufer liegt.
Teile der Maria-Hilf-Brücke liegen im Kurpark zwischen Gestein und Schutt.
An der Landskroner Straße laufen – wie überall – Aufräumarbeiten und Schadensfeststellungen. Ein Arbeiter untersucht die Schienen und das Gleisbett der – nicht mehr fahrenden – Ahrtalbahn.
Das ist jetzt unser aktueller Arbeitsplatz, nachdem wir ins Hotel umgezogen sind.

Alptraum im Ahrtal

Am 14./15. Juli 2021 suchte eine Hochwasserkatastrophe das Ahrtal mit einer Flutwelle von bisher unbekanntem Ausmaß heim.

Es hatte wochenlang – mit wenigen Unterbrechungen und kaum Sonnenschein –  geregnet. Schon am 4. Juli zogen Regenmassen in dichten Wirbeln und Wolken bis auf die Erde über die Berge an der mittleren Ahr. In Heimersheim strömte eine Regen-Schlamm-Lawine hinunter in die Ortschaft. Die Feuerwehr und Helfer waren bis zum nächsten Tag mit der Räumung beschäftigt. Auch in Bad Neuenahr stand das Wasser in einigen Straßen knöchelhoch, so vor dem neu gestalteten Bahnhofsvorplatz. Es entstand kein größerer Schaden. Im Ahrtal hilft man sich und packt gemeinsam an. Die Folgen des Starkregens waren auch noch überschaubar und der Schaden recht schnell beseitigt.

Der 14. Juli 2021 aber wird allen Menschen im Ahrtal immer im Gedächtnis bleiben.

Es gab keine Vorwarnung an diesem Tag

Wir waren am Ahrtor in Ahrweiler, um die Neugestaltung des Ahrtors, die für Besucher eine neue weitere Attraktion in der Stadt werden soll, in Augenschein zu nehmen. Wir hörten dabei auch viel von der Heimatverbundenheit der Ahrweiler, die ihre im 2. Weltkrieg zu einem großen Teil zerstörte Stadt wieder ganz aufgebaut hatten. Welche Zerstörung Ahrweiler gerade bevorstand, war noch nicht zu erkennen.

Als wir von Bad Neuenahr Richtung Ahrweiler losgefahren waren, hatte es geregnet. Das war nichts Neues. Verblüfft waren wir, als wir am City-Parkhaus an der Felix-Rütten-Straße vorbeifuhren und sahen, dass das Parkhaus komplett geschlossen worden war. In Ahrweiler trafen wir uns dann um 18:50 Uhr bei anhaltendem Nieselregen.  Ungemütlich und nass, mit Feuchtigkeit auch ganz oben im Ahrtor, aber alles im Rahmen.

Kurz vor 20:00 Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht zurück von Ahrweiler nach Neuenahr. Beim Überqueren der Ahrbrücke wurde es unheimlich: die Ahr war kräftig gestiegen und hatte sich in einen breiten braunen Strom verwandelt, in dem ein Baumstamm und Uferbewuchs mitschwammen. Wir konnten die Brücke, die noch trocken war, problemlos befahren. Das Wasser der Ahr hatte noch rund einen Meter Abstand zur Höhe der Brücke. Also schon wieder Hochwasser.

Vor fünf Jahren,  als unsere Wohnung in Neuenahr gebaut wurde, gab es schon einmal ein „Jahrhunderthochwasser“ – sehr hohes wildes Wasser, aber noch beherrschbar. Wir konnten mit vielen anderen Einwohnern auf der Casino-Brücke stehen und den Lauf der rauschenden Fluten in Ruhe beobachten. Die Ahr riss im Jahr 2016 auch schon Bäume in der wilden Flut mit. Die Casino-Brücke hielt – das Wasser stand zwar hoch, aber bis zum Scheitel der Brücke war noch ein halber Meter Luft. Es gab auch Evakuierungen im höheren Verlauf der Ahr, u.a. mit Hubschraubern, die Camper vom Dach ihres Camping-Wagens retteten.

An diesem 14. Juli 2021 ist die Lage vollständig eskaliert

Dieses Ahr-Hochwasser ist ein Alptraum für die Region. Es heißt jetzt auch wieder „Jahrhunderthochwasser“, aber wohl keiner will sich darauf verlassen, dass jetzt 100 Jahre Ruhe sind.

Am 14. Juli 2021 erreichten wir die Unterstraße in Neuenahr, in der wir wohnen, um 20:30 Uhr. Hier war noch nichts Besonderes zu bemerken, keine Sirene, kein Alarm, keine Warnung. So haben wir noch rund eine Stunde geskypt. Die Nachbarn aus unserem Haus, die ihre Fahrzeuge in der Tiefgarage geparkt hatten, verabredeten sich nach und nach, angesichts des Dauerregens ihre Fahrzeuge vorsichtshalber auf den Hof zu fahren – was auch gelang, bis auf die nicht mehr fahrbereiten Oldtimer in der Tiefgarage. Unser Fahrzeug stand am Straßenrand, so weit, so gut.

Wir schauten dann noch ab 23:00 Uhr das Fernseh-Talk-Format von Markus Lanz. Eine Textzeile mit einem Warnhinweis z.B. wurde bei der Sendung nicht eingeblendet. In der Stadt heulten auch keine Sirenen. Eine halbe Stunde später fiel dann der Strom aus (Stromausfall ist in Neuenahr angesichts zahlreicher Baustellen auch immer wieder mal gegeben,  also kein Grund zur Aufregung). Das Wasser fiel dann auch aus, Festnetz und Internet waren weg. Also tun was bleibt und erst einmal etwas schlafen, auf dem Sofa, mit „einem Ohr auf Empfang“.

Nach Mitternacht wurde der Regen immer stärker, er rauschte und prasselte immer lauter, am Ende klang der Regen wie ein entfesselter Gebirgsbach. Die Geräusche waren traumatisch. Wir tasteten nach einer Taschenlampe und der Leuchte „Little Sun“ von Olafur Eliasson, die der Künstler für den schwarzen Kontinent entwickelt hat und die auch in der Not an der Ahr hilft. Ich ging raus auf den Balkon, fast alle Wohnungen waren noch dunkel, nur die Nachbarn direkt gegenüber standen schon auf ihrem Balkon mit Taschenlampen und leuchteten auf das steigende Wasser im Hof, am Ende des Hofs rauschte das Regenwasser lautstark in die Tiefe.

Mein Mann erkannte die Situation auf dem Hof und überall in unserer Straße sofort: wir haben Besuch von der Ahr bekommen. Nach und nach gingen in den Häusern die Taschenlampen an, die Nachbarn in den Erdgeschossen räumten blitzartig ihre Wohnungen und kamen in höher gelegenen Wohnungen der Anlage in „Obdachlosenaufnahme“ durch die Nachbarn. Die Nachbarn in den Erdgeschossen haben in dieser Nacht alles verloren, nichts konnte aus den Schlamm-Massen noch geborgen werden. Wir schauten mit den Nachbarn fassungslos auf die Unterstraße, in der das Wasser immer höher stieg, in Keller eindrang und bald die geparkten Fahrzeuge in Bewegung setzte. Wir sahen unser Auto noch sehr lange sinken, bis nach und nach alle Lichter ausgingen und das Fahrzeug bis über die Reling im Wasser versank. Fahrzeuge „schwammen“ aus allen Richtungen und in alle Richtungen, sie verkeilten und stapelten sich. Es war absolut gespenstisch. Ein Fahrzeug wurde mit der Unterseite nach oben in unsere Tiefgarageneinfahrt gesogen.  Die Tiefgaragenausfahrt war auch schon von mehreren ineinander verkeilten Autos verstopft worden. Das Wasser stieg und stieg in der Tiefgarage – einer der Nachbarn wollte trotzdem und entgegen dem lauten Widerspruch der anderen Nachbarn nach seinem Auto in der Tiefgarage sehen. Wenig später hätte er die rettende Tür zum Ausgang nicht mehr öffnen können. Er hat es aber noch geschafft, sich in Sicherheit zu bringen. In unserem Haus sind nun glücklicherweise keine Todesfälle zu beklagen.

In der Mittelstraße, die unsere Unterstraße kreuzt, war die Lage noch viel heftiger und es waren Todesopfer zu beklagen.

Die Ahr raste dort mit zunehmender Geschwindigkeit, nie gesehener Stärke und Menge durch die Straße wie ein riesengroßes nasses Geschoss. In kürzester Zeit  drückte der Fluss Fensterscheiben in Parterre- und Hochparterre-Wohnungen ein und riss Mobiliar und anderes aus den offenen Wohnungen mit. Die Untergeschosse sind zum großen Teil verwüstet. Der Tod einiger Menschen in unserer Nähe ist so grausam, dass die Verwüstungen und materiellen Verluste kaum noch eine Rolle spielen.

In der Schreckensnacht und auch danach haben sich die Bewohner eingesetzt mit allen ihren Möglichkeiten, um anderen Menschen zu helfen. Die Hilfe und Solidarität seit dieser Nacht und in diesen Tagen weiterhin ist von allen Seiten so riesengroß, dass man es kaum glauben kann. Unermüdlich sind seit dem 15. Juli auch die Rettungsdienste, ehrenamtliche Feuerwehrleute, THW, Bundeswehr, Traktoren zur Räumhilfe und andere unendlich viele Freiwillige aus der Region und ganz Deutschland unterwegs in Neuenahr. So ist ein Traktorfahrer nachts aus Borken sofort nach Neuenahr gefahren, um beim Räumen zu helfen.

Den  Menschen fehlte es auch noch am nächsten Tag an Hinweisen und Informationen, wie man sich verhalten soll, wo man Hilfe bekommt, wo man selbst Hilfe anbieten kann. Wir hatten das Radio eingeschaltet und hörten SWR4, wo nach einiger Zeit erste Hinweise kamen, darunter auch die Empfehlung: „weitere Hinweise unter SWR4de.“  Das war wirklich nicht hilfreich.

Aus Bonn wurde über die Stadtverwaltung eine Hilfsaktion gestartet, bei der Freiwillige aus Bonn obdachlos gewordene Ahrtaler mit dem Auto aus dem Ahrtal herausholen und zu Bonner Familien bringen, die vom Hochwasser betroffene Familien bei sich aufnehmen. Wir haben, da wir unser Auto verloren hatten, die Hilfe angenommen und sind von einem freundlichen jungen Mann abgeholt worden, der einen langen Umweg wegen der vielen Sperrungen fahren musste.

Wie hoch war das Wasser? Kaum zu sagen: es gibt zwei Pegel an der Ahr, von  denen einer ausfiel. Der Pegel Bad Bodendorf stieg von 1,50 m in der Flutnacht auf über 5 m. Darüber hinaus lässt sich das nicht genau angeben, weil der Pegel bei 5 m aufhört.

Der Höchststand in Bodendorf war bisher 3,13 m  im Jahr 2016.

Die Folgen des Hochwassers sind riesig und noch nicht zu überschauen. Die Region braucht dringend Hilfe. Viele Menschen haben alles verloren.

Das Kfz-Kennzeichen AW trifft nun unsere prekäre Lage: „Arme Winzer“.

Wer helfen möchte:

Spendenkonto der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler:

Stichwort „Hochwasser“

Kreissparkasse Ahrweiler: DE 42 5775 1310 0000 3394 73

 

14. Juli 2021 – ein regennasser Tag zwar, aber noch alles „im Lot“ beim Besuch des neugestalteten Ahrtors in Ahrweiler
kurz nach Mitternacht: Starkregen, der sich zu einer Flutwelle auswächst. Die Nachbarn schauen wie versteinert im Licht einer Taschenlampfe auf das steigende Wasser in ihrem Garten und auf dem Hof.
Der nächste Tag bringt das Desaster ans Tageslicht: die unteren Wohnungen, deren Bewohner in der Nacht noch bei Nachbarn in oberen Etagen aufgenommen wurden, können ihre Wohnungen nicht wieder aufsuchen: das Schlammwasser hat bis 20 cm unter der Zimmerdecke hoch gestanden. Das Inventar ist weitgehend  verwüstet – sofern überhaupt noch vorhanden.
Absturz eines Fahrzeugs „kopfüber“ in unsere Tiefgaragenausfahrt.
Das Wasser sinkt, viel Schlamm bleibt, für ältere Menschen kaum noch begehbar.
Gartenhaus, Garten, zwei vom Wasser hochgehobene bzw. „aufgebockte“ Fahrzeuge, Schutt und Schlamm auf dem ganzen Gelände.
Unvorstellbare Verwüstung an der Kreuzung Mittelstraße/Unterstraße: ein Fahrzeug ist in eine Baugrube gestürzt, Pflastersteine und Baumaterialien türmen sich vor unserem Eck-Kreuz, dahinter von der Flutwelle zusammengeschobene Fahrzeuge.
Die Helfer und Helferinnen sind schnell vor Ort und räumen Trümmerteile.
Die Feuerwehr rückt kurzfristig mit großem Gerät an; an der Unterstraße wird schnell (in einem Tag und einer Nacht) der Keller ausgepumpt.
Wir wollten schauen, ob es noch eine mögliche Unterkunft im Steigenberger Hotel gibt.
An der Ecke Unterstraße/Felix-Rütten-Straße erwarten uns die Folgen der Flut: ineinander geschobene Fahrzeuge. Der Blick ins City-Parkhaus zeigt im Erdgeschoss und zum Teil noch darüber massive Wasserschäden. Einzelne Autos müssen eventuell aufgeschnitten werden, um sie räumen zu können.
Der Anblick wird immer schlimmer: einsturzgefährdete Häuser in der Nähe der Therme. Die Therme hat die Flut wohl einigermaßen gut überstanden – mit jetzt allerdings kontaminiertem Wasser, die Sauna hat es allerdings zerlegt.
Auch hier ein nicht mehr bewohnbares Haus; die Flutschäden gehen bis tief in den Untergrund.
Reste einer ehemals schönen Villa in der Felix-Rütten-Straße
Unsere Hoffnung auf eine Unterkunft im Steigenberger Hotel hat sich nicht erfüllt: das Hotel Steigenberger ist selbst in Not, mit ramponierter Parterre und umgeben von Schutt und beschädigten Fahrzeugen.
Zumindest begehbar sind noch die Asphaltplatten-Stücke zwischen dem Hotel Steigenberger und der ehemaligen Kurgartenbrücke, die gerade für die Landesgartenschau 2023 verschönert und ertüchtigt werden sollte. Die Brücke ist schlicht und einfach von der Ahr fortgeschwemmt worden. Die Ruine der Brücke liegt ca. 20 m flussabwärts.
Hier konnte man in Bad Neuenahr die Ahr überqueren – auf der Landgrafenbrücke, die nun geborsten über der Ahr liegt und von THW-Mitarbeitern untersucht wird.

Nun sind die Neuenahrer auf der nördlichen Flussseite von der südlichen Flussseite getrennt, und umgekehrt. Man kommt hier nicht mehr über die Ahr. Auch andere Ahrbrücken sind fast alle zerstört. Es ist eine Behelfsbrücke z.B. in Rech  durch die Bundeswehr in Arbeit, die St.Pius-Brücke soll möglichst nur von Einsatzfahrzeugen genutzt werden.

Kleine Runde Dernau – Mayschoß – Rech

Der Sommer hat sich in den letzten Wochen ganz schön hängen lassen, mit Starkregen in Heimersheim und selbst in Bad Neuenahr mit knöchelhohem Wasser auf der Straße. Seltsame Wetterkapriolen konnte man beobachten. Aber es gab auch immer wieder den einen oder anderen trockenen Tag, den man gut und gerne draußen verbringen konnte, z.B. mit einer kleinen und besonders schönen Terrain-Wanderung (knapp 10 km) von Dernau über den Rotweinwanderweg Richtung Saffenburgrunde und Schwedenkopf in Mayschoß am 7. Juli 2021.

So sah es am 4. Juli 2021 nachmittags auf dem Weg nach Bonn auf der A 61 aus – ein Wolkenwirbel, der sich in Windeseile auf uns zu bewegte. Riesige Wolken- und Regenmassen in der Region kündigten sich an.
Der Himmel überzogen von Regenwolken, die sich bis auf die Erde herunter bewegten.
Am 7. Juli sah es im Ahrtal schon wieder ganz anders aus – nach richtig gutem Wanderwetter.

Vom Bahnhof Dernau aus über die  Straße und dann die erste Steigung hinauf und links weiter, an der Gabelung auf dem Rotweinwanderweg dem Hinweis-Schild „Saffenburgrunde“ folgend aufwärts. Der erste Aufstieg ist geschafft, der erste Blick auf die Saffenburg erhascht und alle strahlen.

Saffenburg und ein weiter Blick in die Ferne
Es ist so schön und es gibt so viel zu sehen, dass man noch länger bleiben könnte.
Weiter geht es mit Blick auf die Saffenburg hinauf auf schmalem Pfad zum Schwedenkopf.
Vom Schwedenkopf geht es wieder ein kleines Stück des Hinwegs zurück und ab einer Weggabelung durch den Wald hinunter Richtung Mayschoß. Der Ort „rückt näher“ und heißt sichtbar die Wanderer auf dem Weg willkommen.
Blick auf Mayschoß, die Pfarrkirche und die Weinberge. Wir steigen nicht hinunter, sondern halten uns auf dem Weg nach links – Richtung Rech – auf halber Höhe …
… zunächst auf breitem Weg und dann an der steilen Wand auf schmalem Pfad entlang.
Es ist ein wunderschöner naturnaher Weg aufwärts, ein Stück geht es auch durch den Weinberg und dann hinab nach Rech, wo uns in einer Straußwirtschaft auch schon die Belohnung in Form von Ahrwein und ebenso köstlichem Kuchen erwartet.

Gipfel hoch vier

Am Samstag, 26. Juni 2021, habe ich meine letzte „Gipfelbesteigung“ im Rahmen der Veranstaltung „4 Wochen 4 Gipfel – Ahrtaler Gipfelfest“ unternommen. Es ging nach Schuld – als Start- und Zielort – zur Panorama-Tour mit weiten Ausblicken über die Höhen, auf die Berge und in die Täler.  Zugleich war es für mich eine gute Gelegenheit, das neue Angebot eines „Rad-&Wanderbus“ (Linie 899) für das obere Ahrtal auszuprobieren. Der Bus mit Fahrradanhänger erschließt an den Wochenenden bis zum 1.11.2021 – zwischen Ahrbrück und Blankenheim – das obere Ahrtal, das mit der Ahrtalbahn nicht erreicht werden kann. Die Abfahrtszeiten, z.T. etwas „sportlich“: ab Ahrbrück ahraufwärts um 9:10 Uhr, dann noch mal um 13:05 Uhr und letzte Fahrt um 17:00 Uhr.

Und was gibt es Neues an der Ahr in Bad Neuenahr und Ahrweiler: viel, z.B. seit Mitte Juni ist die Therme in Neuenahr wieder geöffnet (nach den üblichen Regeln: geimpft, getestet bzw.  genesen), seit einigen Wochen auch wieder Yoga im Park und Waldkletterpark, Konzerte im Park, seit Juni auch wieder geführte Terrainwanderungen, Wein- und Musikveranstaltungen bei einigen Winzern, auch wieder im Weingut Sonnenberg, eine neue Straußwirtschaft – von Freitag bis Sonntag jeweils – im jüngsten VDP-Weingut an der Ahr, dem Weingut Burggarten in Heppingen. Nur das Kino-Center Rhein-Ahr ist leider noch nicht wieder geöffnet – vielleicht im Spätsommer?

In Ahrweiler laden Winzer, Wein, Veranstaltungen ebenfalls reichlich zum Genuss und zur Unterhaltung ein. Neu ist nach der Sanierung und dem Bau der neuen Treppen am  Ahrtor, dass Führungen im Ahrtor angeboten werden (Buchung beim Ahrtal-Tourismus Tel 02641/91710).

Das ist der neue „Mobilitätsgewinn“ im oberen Ahrtal: der Rad-&Wanderbus (Linie 899) mit Platz für 16 Fahrräder auf dem Anhänger. Der Bus war pünktlich, der Fahrer freundlich, die Fahrgäste zufrieden.
Von Schuld – Ortsmitte – ging es gleich (relativ) steil nach oben, auf die (Aussichts-)Türmchen. Hier der Blick auf Schuld inmitten von Bergen.
In der Hocheifel muss man fast immer mit Wolken rechnen – aber es blieb trocken und somit ideales Wanderwetter.
Weites Land – auf dem Weg über Winnerath nach Insul. Auf dem Weg nach Winnerath und weiter finden sich allerdings kaum Hinweise für die Panorama-Tour. Man sollte also gute Karten bzw. Navi dabeihaben.
Der Weg führt entlang an Feldern und Wiesen – wunderschöne Aussichten.
Hier oben kann man die Stille und die Natur genießen und als „umtriebiger Stadtmensch“ zur Ruhe kommen. Mir sind auf der langen Strecke (10 km) kaum einmal Menschen begegnet; nur einmal brach ein kräftiges Reh aus einem Waldstück heraus und rannte direkt über meinen Weg. Und das Reh schien genau so „von den Socken zu sein“ wie ich, dass da überhaupt mal einer kam.
Das letzte Teilstück auf dem Weg nach Insul (Ahrsteig) ist ein sportlicher Höhenpfad über Stein und Steig.
In Insul kann man eine genüssliche Pause einlegen und eventuell auch noch Besichtigungen, z.B. zum Mühlenteich/“Hahnensteiner Mühle“ unternehmen.

Und nach Schuld geht es dann auf dem Ahrsteig zurück.

Strecke: rund 13 km

Es war eine abwechslungs- und aussichtsreiche Wanderung mit allen Höhen und Tiefen – und das ist jetzt positiv gemeint.

Noch ein Gipfel: rund um die Saffenburg

Am 21. Juni 2021 war das Wetter so „von jedem wat“: los ging es von Bad Neuenahr mit der Ahrtalbahn Richtung Mayschoß zur „Gipfelstürmer-Tour“. Der Tour-Name war schon mal eine Ansage und das Wetter hatte auch allerlei zu bieten: Sonne und Wind in Neuenahr, leichter Regen in Ahrweiler, stärkerer Regen und dunkle Wolken über Dernau, in Mayschoß dunkle Wolken und Sonnenstrahlen im laufenden Wechsel. Aber: für Wanderer gibt es, wie es heißt, kein schlechtes Wetter. Und es blieb während der ganzen Tour rund um die Saffenburg annehmbar, zum Schluss in Mayschoß sogar noch strahlende Sonne, was zur Einkehr in die Straußwirtschaft vom Weingut Mönchberger  Hof – mit Blick auf die Saffenburg und die Weinberge – lockte. Die Saffenburg gilt als die älteste Höhenburg im Ahrtal (die Höhe merkt man beim Wandern schon) und wurde vermutlich im 11. Jahrhundert erbaut. Die Burg ist heute eine Ruine, die aber noch viel von ihrer früheren Anlage mit zwei Vorburgen und der Hochburg erkennen lässt.

Die „Saffenburgrunde“ im großen Bogen um die Burg herum ist gelegentlich steil und steinig – ein Wanderstock ist da hilfreich. Aber der Weg ist leicht zu finden: vom Bahnhof Mayschoß aus ein Stück an der Bahn entlang und über eine steinerne Brücke nach links, es folgt der Aufstieg auf die Saffenburg. Wenn man sich rundrum satt gesehen hat, geht es den Weg von der Saffenburg wieder herunter bis zur nächsten Weggabelung und dann links hinunter Richtung Rech. Man braucht nur dem Symbol und Zeichen „Saffenburgrunde“ zu folgen. Vom Wein-Dorf Rech geht es über die Ahr auf der Nepomuk-Brücke und dann den Weinberg geradeaus hinauf, bis zum Erreichen des Rotweinwanderweges. Man biegt nach links ab und folgt dem Weg mit Saffenburg-Symbol und landet schließlich nach einer langen Wanderung weitgehend durch Wälder und über mehrere Berge bis zum Laacher Berg und dann hinunter nach Mayschoß. Und was sieht man da: wieder die Saffenburg. Also einmal rund um die Burg – eine wunderschöne, gelegentlich etwas anstrengende Wanderung. Länge: rund 14 km, Dauer der Wanderung: 4 Stunden, mit vielen oh-wie-schön-Fotopausen.

Start und Ziel der Wanderung: die Saffenburg.
Durch den Bahn-Tunnel kommt unter dem Burg-Berg die Ahrtalbahn nach Mayschoß.
Blick auf Mayschoß unter Wolken
Für die Besucher gibt es viel zu entdecken beim Herumstreifen auf der Burganlage der Saffenburg, die nun weitgehend von der Natur erobert worden ist.

Man kommt dabei auch zu einer rostigen Stellwand,  die auf die hier gekürte „Schönste Weinsicht der Ahr 2020“ hinweist.

Steil geht es auf der Ruine nach oben bis zum letzten Aussichtsplateau.

 

Hier sind wir schon im Weindorf Rech, das Besuchern mit einer großen Wein-Auswahl im Automaten eine besondere Wein-Begleitung anbietet.
Über die Nepomuk-Brücke in Rech geht man über die Ahr und dann aufwärts in die Weinberge. Auch in Rech sieht man auf die Saffenburg – aus einer anderen Perspektive.
Hier ist der Blick auf die Saffenburg schon fast auf gleicher Höhe, mit Blick auf den Bahn-Tunnel von der anderen Berg-Seite und die Straßenverbindung.
Der Weg und auch die Vegetation ändern sich – es wird ersichtlich wilder. Aber mit Achtsamkeit kann man selbst enge und steinige Pfade gut gehen.
Hier wird es dann richtig steil – am Ende aber immer belohnt mit dem Blick auf die Saffenburg aus wechselnden Perspektiven.
Auf dem weichen Waldboden geht es sich leicht und es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Hier herrscht der Wald, mit immer wieder neuen Überraschungen für Wanderer. Selbst durch das bisweilen märchenhaft anmutende Landschafts-schutzgebiet darf man die Wege als Wanderer nutzen.
Blick auf Weinberg-Terrassen in Mayschoß
Nicht überraschend: im Weinberg gibt es immer etwas zu tun.
Auf dem Weg nach Mayschoß hinunter in den Ort – und im Hintergrund wieder einmal die Saffenburg.
An aufgegebenen Anlagen erobert sich die Natur das Terrain zurück.
Eingekehrt beim Winzer mit Blick auf die Weinberge auf ein Glas Weißwein und ein Schwätzchen. Als wär es ein Stück vom Paradies.
Die Sonne scheint vom blauen Himmel, im Vordergrund wachsen die Reben und im Hintergrund vervollständigt die Saffenburg die Idylle.
Und weil der Weißwein schon so gut geschmeckt hat, habe ich mir beim Winzer noch einen Rosé-Sekt – Zugpferd-Rosé-Sekt – empfehlen lassen. Köstlich fruchtig und perlig. Die beiden Zugpferde gegenüber, die sonst auch im Weinberg arbeiten, haben auch mal kurz rübergeschaut.
Eine nette Begegnung am Rück-Wegesrand: eine kleine Ziege mit großer Neugier auf einem Ziegenhof.
Wenn man am Bahnhof auf die Ahrtalbahn wartet, kann man durchaus lange warten. Aber langweilig wird es nicht: etwas nette Gesellschaft hat man hier am Bahnhof immer.

 

Der nächste Gipfel

Von Gipfel zu Gipfel auf Wanderwegen ist derzeit der Tipp im Ahrtal für Wanderfreunde. Im Rahmen der Veranstaltung „4 Wochen – 4 Gipfel“ werden vier schöne Wanderungen in der Region vorgeschlagen.

Von Gipfel zu Gipfel geht es derzeit auch bei den Temperaturen: am 10. Juni schon Sonne und Wärme reichlich, heute am 15. Juni geht es rauf auf 27°, morgen auf 32° und am folgenden Tag erreicht uns die vorläufige Hitze-Spitze mit 34°. Ein Wetter wie bestellt fürs Public Viewing bei der Fußball-EM.

Nach dem starken Rückgang der Covid19-Infektionen (aktueller Stand im Kreis Ahrweiler in Bezug auf die 7-Tage-Inzidenz: 8,5 ! Gratulation!) hat die Gastronomie geöffnet und wir können uns mit Freunden treffen. Es gibt aktuell viele Pandemie-Lockerungen, wobei auch wieder unsere Eigenverantwortung  gefordert ist.

Meine zweite Gipfel-Wanderung „Entdecker-Tour Sinzig“ führte mich von Bad Bodendorf nach Sinzig.

Vom Bahnhof Bad Bodendorf ging es geradeaus über die Landstraße 266 und die Ahr.

Da die „4 Wochen – 4 Gipfel“- Beschilderung bei dieser Tour minimal  und damit kaum hilfreich war, habe ich mich anderweitig orientiert mit  Wanderkarte und Empfehlung von freundlichen Einheimischen. (Wie sonst auch, gibt es auch bei dieser Gipfel-Tour eine Wegbeschreibung unter www. ahrtal.de bzw. einen Flyer, den man herunter laden kann.)

Ich bin dann am Ende der Besiedlung im Süden von Bad Bodendorf Richtung Ahrsteig/Ehlinger Lay/Rohrsberg/Mühlenberg gewandert. Bei Erreichen des Ahrsteigs – gekennzeichnet durch das Symbol „kleiner roter Vogel“ – bin ich nach links auf den Ahrsteig gewandert, bis nach Sinzig. Es geht sich dabei angenehm im Schatten der Wälder, unterbrochen nur von schönen Ausblicken. Vom Ahrsteig gibt es über die Ahrsteig-Zuwege – Symbol: kleiner gelber Vogel – immer wieder Anlass und Gelegenheit, einen Abstecher in die schönen Orte im Tal zu machen, wie z.B nach Löhndorf und Westum. Auf dem Ahrsteig geht es auch zur Cäcilia-Hütte und zum Feltenturm mit herrlicher Aussicht auf Sinzig. Zurück kann man über Sinzig nach Bodendorf – überwiegend an der Ahr entlang – wandern. Ich habe aber, was auch ein sehr schönes Ziel war, den Rückweg von der Cäcilia-Hütte über die Waldschänke „zum Ännchen“   und   zum Winzerhäuschen genommen und bin von da zu einer Stipp- und Stop-Visite – durch die Weinberge hinunter – nach Ehlingen gewandert. Und von da hatte ich dann eine wunderbare Bus-Verbindung zurück nach Bad Neuenahr.

Länge: ca. 14 km, Dauer rund 4 Stunden

weiter Blick in Richtung Westen mit der Autobahnbrücke über der Ahr
Beim Wandern auf dem Ahrsteig erweist sich dieser als ein Premium-Panorama-Weg, mit Ausblicken auf eine Reihe reizvoller Orte wie Westum oder Löhndorf.
Besucher sind im Rosendorf Löhndorf ersichtlich willkommen. Es ist auch genau die richtige Zeit, um die Rosen in ihren vielen Farben und Düften zu bewundern.

Es gibt sogar einen Übersichtsplan am westlichen Ortsrand, aus dem entnommen werden kann, welche Rosen wo genau im Ort anzuschauen sind.

Am Ortseingang wird der Besucher mit einem weißen Rosenbusch begrüßt.
Fachwerkhäuser und Rosen – alles liebevoll gepflegt.
Wo ein Plätzchen ist, ist auch eine Rose.
Rosen in allen Farben und Formen
Ist das eine idyllische Ecke!
Selbst über Mauern klettern die Rosen.
Ein altehrwürdiger Rosenbusch scheint sich in den Himmel zu strecken – da wäre ja auch noch Platz.
Vom Feltenturm hat man eine weite Sicht – auf Sinzig und über den Rhein.
Nach fleißigem Wandern folgen am Abend – noch mit Sonnenschein – die Geselligkeit und Erholung bei den WeinLounges im Kurpark Bad Neuenahr – stilecht mit Palme.

Gipfel 1

Das Ahrtaler Gipfelfest 2021 – es findet statt und hat reichlich Sonne im Gepäck! Unter dem Motto „4 Wochen – 4 Gipfel“ findet das Gipfelfest vom 3. bis 27. Juni mit lohnenden, ausgetesteten Wandervorschlägen statt. Die Wege sind so gekennzeichnet, dass man das Handy aus der Hand legen kann. Man kann aber auch die Infos für die Touren unter www.ahrtal.de/ahrtaler-gipfelfest  downloaden.

Die Tour 1 ging von Ahrweiler aus durch das Adenbachtor über die Brücke hinauf in die Weinbergterrassen und zum ehemaligen Regierungsbunker, linkerhand von dort hinauf bis zum Gipfel Herzkaul. Von dort führte der Weg  entspannt durch den Wald bergab bis zum Försterhof und Altenwegshof. Nach einer kleinen Pause ging es gestärkt die Straße bis zum Hotel „Hohenzollern“, dort gleich rechts ab  und mit herrlichen Aussichten auf das Ahrtal über langgezogene Serpentinen. Angekommen beim „Vinetum“ in Walporzheim und Durchgang unter der Brücke stand ein kleiner Spaziergang durch den Ort mit der sehr ansehnlich renovierten Ortskapelle an. Es ging weiter über die Josefsbrücke, links hinauf an Wiesen und Feldern entlang mit Blick auf Ahrweiler und Kalvarienberg bis zur Höhe des Wanderparkplatzes und von dort über eine kleine Holzbrücke zurück über den Wingsbach und mit dem Wingsbach hinunter nach Ahrweiler – entlang den Gartengrundstücken an der Herrestorfstraße. Eine sehr schöne Strecke, abwechslungsreich, leicht zu gehen und zum Genießen.

Strecke: 13 km, Dauer: 3 Stunden „im Schlendergang“

Beim Wandern entlang der Weinberge bekommen die Augen „Futter“ – viel zu sehen und zu lesen gibt es.

Aus dem Weinberg und dem Wald kommt man an der Ahr klüger raus, als man reingegangen ist: es gibt u.a. meteorologische, historische, önologische und botanische Informationen. Man muss sich nicht alles merken, kann sich aber über die Erklärungen zur Region freuen. In önologischer Hinsicht kann man sich nach der Wanderung auch noch praktisch schlau machen.
Verlaufen kann man sich hier nicht – alle Wege einschließlich der 4 Gipfel-Routen sind gut beschildert.
Der Tag fing an mit grauen Wolken, die aber keine schlechten Vorzeichen waren.

Aufmunternd war da auch schon die Information auf einer Info-Tafel, dass das Ahrtal im Regenschatten des Hohen Venn und der Schnee-Eifel liegt und dass es mit seinem geringen Niederschlagsaufkommen zu den regenärmsten Gebieten Deutschlands gehört. Na denn!

Von der Schutzhütte am Kuxberg (284 m (NN) geht es aus dem Wald und dem vielstimmigen Vogel-Konzert dort entspannt herunter auf weichem Boden.
Die Landschaft öffnet sich und bietet weite Blicke auf die Berge.
Rettung für Wanderer: der Försterhof. Nach einem köstlichen Cappuccino to go geht’s auch wieder gestärkt weiter.
Vom Försterhof und Altenwegshof geht es weiter Richtung Hotel Hohenzollern hoch über dem Ahrtal.
Was für ein schöner Blick nach oben über Natursteinmauern auf Mohn und blauen Himmel!
Blick auf das ehemalige Ursulinenklosterr Kalvarienberg durch das „Fernglas“.
Ausruhen kann man sich an vielen schönen Stellen auch bei dieser Wanderung; aber Vorsicht – es geht hier steil bergab.
Das Bauen und Erhalten am Weinberg ist eine eindrucksvolle, Respekt gebietende Herausforderung. Trittsicher und schwindelfrei muss man dafür mindestens sein.
In Ahrweiler angekommen gibt es viele Angebote für durstige Wanderer, aber auch immer noch relativ wenige Besucher, zumindest an Wochentagen.

Grüner wird’s kaum

Seit Wochen, fast den ganzen Monat Mai, war es nasskalt – wie es heißt, der kälteste Mai seit 1987. Wenn meine bedauernswerten Balkonblumen, die ich (voreilig?!) im April eingesetzt hatte, Beine hätten statt Wurzeln, wären sie längst ausgewandert.

Aber nun grünen und blühen sie und zeigen sich, so wie Wiesen und Wälder, in schönstem satten frischen Grün. So einen Anblick haben wir im Frühjahr seit Jahren nicht gesehen. Nicht wirklich überraschend bei dem Dauerregen der vergangenen Wochen. Die Bauern, Winzer, Gärtner sind begeistert. “ Ist der Mai kühl und nass, füllt dem Bauer Scheuer und Fass.“

Seit 3 Tagen ist nun Sommer, was man spätestens an der Außengastronomie merkt, die dank der gesunkenen Inzidenzwerte im Kreis Ahrweiler endlich wieder Gäste empfangen dürfen. Und die Gäste strahlen und freuen sich wie Kinder am Geburtstag.

In Bad Neuenahr haben die WeinLounges im Kurpark wieder geöffnet: jeweils von Freitag, 16.00 Uhr über Samstag bis Sonntag/Feiertags (ab 13.00 Uhr) – und das bis Ende September.

Die beliebten Terrainwanderungen finden auch wieder statt, sicherheitshalber aber noch mit begrenzter Teilnehmerzahl. An Fronleichnam und den drei folgenden Wochenenden findet wieder das traditionelle Wander-Event „4 Tage – 4 Gipfel“ im Ahrtal bzw. in der Eifel statt, coronabedingt aber nicht im großen „Pulk“, sondern individuell nach neuen Wandervorschlägen, die im Internet zu finden sind (www.das-heilbad.de).

LIFE IS BACK!

Es grünt so grün auf Dächern (der Therme in Bad Neuenahr) und Wiesen. Im Hintergrund Kurhaus bzw. Casino.
Blick auf den Kurpark, in dem es sich unter blütenreichen Kastanien angenehm im Schatten spazieren lässt.
Bad Neuenahr zeigt sich in frisch gepflanztem Blumenschmuck, hier am Alten Markt.
Das Wetter lockt hinaus in die Natur, hier auf dem Rotweinwanderweg.
Einladend zeigt sich auch die Hemmessener Hütte hinter viel erfrischendem Grün oberhalb von Bad Neuenahr.
In Ahrweiler füllt sich der Ort auch schon mit vielen Gästen. Die Außengastronomie – vorsichtig und noch mit deutlichem Abstand – lädt zum Verweilen ein.

Pfingsten – raus und auf

Am 21. Mai 2021 habe ich eine abwechslungsreiche Wanderung zur letzten Ahrsteig-Etappe von Neuenahr zur Ehlinger Ley unternommen. Die Voraussetzungen waren gut: zwei Tage ohne Regen zuvor, Wettervorhersage: trocken und auch sonnig, ab 15:00 Uhr für eine Stunde Starkwind.

Insgesamt war es dann eine abwechslungsreiche, sehr erfrischende Wanderung und ein gutes „Vielseitigkeitstraining“.

Strecke: 23 km, 5 Stunden Dauer

In Neuenahr startete meine  Wanderung mit einem Aufstieg zum Neuenahrer Berg über den Höperpfad und nach Überquerung der Landstraße hinauf zum Berg.
Ab dann werde ich verlässlich durch das Ahrsteig-Symbol (kleiner roter Vogel) durch Wald und Wiesen geleitet. Die Laubbäume glänzen in sattem Grün, quietschen und knarzen im zunehmenden Wind, sie stehen aber sicher an ihrem Platz. Der Nadelbaumwald hat ersichtlich gelitten in den letzten Monaten. Zahlreich laden Bänke die Wandersleute – außer mir aber weit und breit keiner zu sehen – zur Rast ein.
Auf dem Ahrsteig, weitgehend auf weichem Boden, lässt es sich gut gehen (in doppeltem Sinne).

Unter zwei umgestürzten Bäumen kommt man mit einer leichten Rumpfbeuge auch problemlos durch.

Viel Holz liegt abholbereit am Wegesrand – eine schöne Aussicht mit Blick auf den aufkommenden Holzmangel für die Wirtschaft.
Achtung: Runter geht es über bereit gelegte Natursteinplatten, über die der Bach überquert werden kann – sehr schön naturnah.

Auf der anderen Seite wird das idyllische Idienbachtal erreicht und es geht den Beilratsberg hinauf, über viele Kehren.

Stolz und glücklich über den recht sportlichen Aufstieg. Die Belohnung ist nun ein sanfter Abstieg hinunter nach Heimersheim.
Noch relativ hoch oberhalb der A61 und der LKW-Karawane genieße ich den herrlichen Weitblick.

Durch eine Autobahn-Unterführung komme ich entlang schöner satt-grüner Wiesen nach Heimersheim und weiter nach Ehlingen.

Unterwegs erwartet mich muntere vierbeinige Gesellschaft.

Überraschung am Wegesrand: eine künstlerisch gestaltete Haus-Treppe, als wäre sie ein Stück vom Parque Güell in Barcelona

Der Himmel wird grau und der Wind bewegt das Kornfeld wie mit einem riesigen Kamm.

Große Freude: der Winzerhof Schäfer in Ehlingen hat seit 21.5.21 Freitag bis Sonntag bzw. Feiertag auf, für Besucher mit Maske.

Auch in Neuenahr gibt es am Pfings-Wochenende wieder die Wein-lounges im Kurpark. Auch wenn es draußen noch kühl und feucht ist – Außengastronomie ist eine Wiederkehr unseres normalen schönen Lebens.

Von Ehlingen geht es durch die Weinberge nun wieder aufwärts Richtung Ehlinger Ley. Im Hintergrund ziehen aber auch schon verdächtige Wolken auf.
Nicht weit von der Ehlinger Ley gibt das „Winzerhäuschen“ auch schon wieder „Lebenszeichen“ von sich. Am Wochenende ist wieder geöffnet. Erste Gäste – offensichtlich glücklich – sind schon da.
Dem Ahrsteig weiter folgend und dabei zugleich auf dem Panoramaweg (P) komme ich zum Wanderparkplatz. Vor dem Parkplatz geht der Weg nach links und bietet dort einen herrlichen Rundweg mit weiten Blicken.
Es wird – entgegen allen mir bekannten aktuellen Wettervorhersagen – immer wolkiger und grauer. Also gehe ich zurück zum Wanderparkplatz und von dort durch Wald und Weinberge zurück nach Ehlingen. Dort fängt es kräftig an zu regnen – nicht das letzte Mal heute. Die Meteorologen hätten einfach nur Aprilwetter ankündigen können.
Gleißend hell tut sich über Ehlingen ein Regenbogen auf.
Ein Regenbogen reicht nicht – zur Krönung kommt noch ein zweiter oben drauf.
10 Minuten später, als wäre überhaupt nichts gewesen, scheint die Sonne, es glänzt das Gras, die Menschen spazieren wieder im Grünen.
Von Ehlingen wandere ich auf dem Radweg entlang der Ahr, weiter durch den Ort Heimersheim und an dessen Ortsende nach rechts über die Brücke und am Bolzplatz auf der linken Seite weiter (Fußgänger können derzeit noch trotz LaGa-Baumaßnahmen) bis zur Brücke zum Kaiser-Wilhelm-Platz laufen.
Hier scheint noch die Sonne. Aber kaum bin ich von der alten Steinbrücke Richtung Bolzplatz gegangen, brach ein Regen-Graupel-Schauer los. Wie aus dem Nichts, nach 10 Minuten war alles nass (ich auch) und friedlich.
Die Sonne scheint und die alten Kastanienbäume sind mit ihren unzähligen Blüten eine Pracht an der Ahr.