Jut dat du fott bis, 2020

Diesem Jahr wird kaum jemand nachweinen.

Dass dieses Corona-Jahr zu Ende geht und dass neue Hoffnung begründet ist, wird viele Menschen freuen. Es war ein Jahr mit Angst und Sorgen,  schweren Erkrankungen, Leistungs- und Erfolgsdruck für Mediziner, Forscher, Wissenschaftler, Pflegekräfte und viele andere mehr. Herausforderungen unbekannter Größenordnungen konfrontierten Eltern, Lehrer, Kinder, Betreuer, Schulen und Kitas mit immer wieder neuen Aufgaben, bei denen kaum Zeit blieb, sich darauf einzustellen. Improvisieren und – zusätzlich zu dem, was man ohnehin schon macht – irgendwie erledigen, trotz manchmal unguten Gefühls, war oft unvermeidbar.

Für Einzelhändler, Gastwirte und Restaurantbesitzer, Hotelbetreiber und viele andere musste in den verschiedenen Lockdowns das Geschäft ruhen,  große und kleine Unternehmen hatten – trotz immenser finanzieller Unterstützung in Deutschland – erhebliche Einbußen oder waren  sogar in der Existenz bedroht.  Auch für die Politik war das Jahr – angesichts zahlreicher unbekannter Aspekte der Pandemie – ein Jahr des Lernens, Steuerns und Korrigierens zugleich. Die Wirtschaft soweit möglich am Laufen zu halten, die Menschen vor der neuen Krankheit bestmöglich zu schützen und zugleich die Menschen möglichst von der jeweiligen Maßnahme zu überzeugen, das war eine Aufgabe riesigen Ausmaßes und eine Herausforderung auch für die Bevölkerung, die eine solche Pandemie in der Bundesrepublik noch nicht erlebt hatte. Dazu ständig wechselnde Regelungen für Schulen und andere Einrichtungen und für das Alltagsverhalten der Menschen mit Kontaktbeschränkungen, Hygiene, Abstand halten, Atemschutz.

Die Pandemie hat aber auch neue Einstellungen und Verhaltensweisen bei den Menschen hervorgerufen:  die Fähigkeit zum Ertragen unerwünschter Erfahrungen wie einer schweren Erkrankung, die Geduld und das Wartenkönnen auf medizinische Hilfe, die Befolgung von Anordnungen wie Kontaktbeschränkungen und Atemschutz-Masken, der achtsame Blick auf den Nächsten und ob es ihm gut geht, die Solidarität und Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Menschen mit Einkäufen oder Fahrten zum Arzt und vieles mehr.

So verändert die Pandemie auch unsere Gesellschaft. Unsere Geduld werden wir auch noch brauchen in den nächsten Monaten, und unsere Resilienz bzw. Achtsamkeit für uns und andere Menschen sollten wir auch in Zukunft weiter behalten.

Es gab aber auch immer wieder jede Menge Lichtblicke, so z.B. wieder bei den „Uferlichtern“ in Bad Neuenahr, und neue Erfahrungen der Besinnlichkeit.

Seit Mitte Dezember 2020: die Ahr ist gestiegen, sie ist laut und wild.

 

Die Ahr ist sehr schnell unterwegs, sichtbar auch mit Stromschnellen. Ein paar junge Sportler haben sich unter der Kurgartenbrücke auch schon im Wildwasserpaddeln geübt.
Wie in einer alten Weihnachts-geschichte: Ruhe und Besinnlichkeit sind in Oberwinter eingekehrt.
Die ganze Ortsmitte in Oberwinter ist weihnachtlich geschmückt; überall ist Stille, niemand ist zu sehen.
Kein Auto, niemand zu sehen. Und die alten Fachwerkhäuser zeigen sich in ganzer Schönheit.
In Bad Neuenahr gibt es viel Verlockendes für „Süßschnäbel“ in der Konditorei. Der Zug bringt die süße Ladung – fahrplanmäßig!
In Bad Neuenahr ist der Weg zum Kurpark für Autos gesperrt. Fußgänger können sich entspannt auf die Uferlichter, die aber noch bis Mitte Januar zu sehen sind, freuen.
Uferlichter in Bad Neuenahr auch am östlichen Ahrufer.