Baden gehen in Neuenahr

Das wünschen sich viele.

Die Flut vom 17./18. Juli 2021 hat der Therme in Bad Neuenahr sehr zugesetzt. und seitdem herrscht Stillstand auf dem Gelände. Und das finden viele Menschen, Einwohner und Gäste, die baden gehen möchten, schade. Sehr lange wird das Gesundheitsbad nun schon vermisst. Es wäre ein irreparabler Schaden, die Therme einfach vor sich hin gammeln zu lassen. Und das an prominenter Stelle!

Es ist zwar noch das Twin-Bad, das ebenfalls durch die Flut geschädigt wurde und ohnehin schon für einen Neubau – auf wohl reduzierter Fläche -vorgesehen war, in der Planung. Aber das wird ein Schwimm-, Lern- und  Sportbad werden.

Für Besucher, die zu Erholungszwecken nach Bad Neuenahr kommen und in der Therme baden wollen, für ältere Neuenahrer und auch für kleine Neuenahrer ist ein lebhaftes Sportbad  keine passende Option.

Die Therme ist auch ein Wahrzeichen und eine Attraktion von Neuenahr und ein Anlass, etwas länger als nur für Kaffee mit Kuchen zu bleiben. Für Wanderer ist die Therme  ein Angebot, die strapazierten Muskeln im warmen Bad zu entspannen. Dazu kommt die gute Gastronomie in der Region, Veranstaltungen wie Weinfeste – weitere gute Gründe, den Wagen stehen zu lassen und im Ahrtal zu übernachten.

Wie vieles ist das Bad in Neuenahr jetzt mal wieder auch eine Frage des Geldes. Das die Stadt nicht hat? Aber für das Ahrtal gibt es jetzt und auf längere Sicht Unterstützung durch das Land und mit erheblichen Mitteln des Bundes zum Wiederaufbau der Infrastruktur, die durch die Flut geschädigt ist. Und ein Gesundheitsbad wie die Therme ist für ein „Bad“ wie Bad Neuenahr doch wesentlich. Anders wäre es, wenn das warme Badewasser ausgegangen wäre. Aber das hat auch keiner behauptet.

Und noch etwas anderes: muss man denn wirklich, nach zwei unerfreulichen Absagen, jetzt das Thema „Landesgartenschau“, nun im Verbund mit Sinzig, wieder aufgreifen? Selbst in Bad Neuenahr und in Ahrweiler, wo „an allen Ecken und Enden“ an der Wieder- und Neuherstellung mit Handwerkern aus vielen Regionen Deutschlands permanent gearbeitet wird, ist doch schon  unübersehbar, welcher große Kraftakt für die Wiederherstellung von Häusern, Straßen, Brücken, Ahrufer-Gestaltung, laufende Modernisierung und  Ortsentwicklung z.B. mit Fernwärme, für einen nachhaltigen  Hochwasserschutz  und einen zuverlässigen Katastrophenschutz der Region weiterhin bevorsteht. Weiter ahraufwärts sind die Flutschäden zum Teil noch heftiger als in Neuenahr und Ahrweiler. Auch die Menschen dort brauchen dringend Hilfe und Unterstützung. In Form von Gutachtern, Geld, Handwerkern. Für die Steuerung der Wiederherstellungsmaßnahmen durch die Verwaltung werden noch zahlreiche qualifizierte Bewerber*innen gesucht. Die Rede war, soviel ich weiß, von fünfzig Stellenausschreibungen.

Blumen spenden, pflanzen, stiften – da finden sich in Neuenahr und Ahrweiler viele, die gerne mithelfen. Das macht auch Freude und bringt Farbe in die Osterzeit.

Aber – Stichwort Landesgartenschau: eins ist doch offensichtlich: wir haben noch so viel vor uns, dass wir uns nicht noch Arbeit suchen müssen.


Und was gibt es Neues an der Ahr: Vieles.

In Bad Neuenahr gibt es wieder die „Klangwelle“ vom 21.-24. April 2022 und vom 28. April bis 1. Mai 2022. Es ist auch eine Dankwelle an die Einwohner von Bad Neuenahr-Ahrweiler und deren Helfer. Die Einwohner*innen haben Gutscheine von der Stadt für den Veranstaltungsbesuch bekommen. Für private Helfer können Einwohner Karten zum Sonderpreis von jeweils 9 Euro erwerben. Es gibt derzeit auch noch Karten im freien Verkauf. Die Gutscheincodes für Einwohner und Helfer können nur noch bis zum Sonntag 10. April 2022 eingelöst werden.

Die Jugendherberge ist wieder in Betrieb genommen worden, nachdem die Flutschäden beseitigt wurden.

Am Ostersonntag 17. April findet ab 15:00 Uhr wieder das Osterfeuer im Weinberg oberhalb von Bad Neuenahr am Wasserhochbehälter (Anfahrt über „Im Dellmich“) statt, mit Weinausschank vom Weingut Sonnenberg und Grillen.

„Wandern für den Wiederaufbau“: Vom 23. April (ab 10:00 Uhr) bis Ende Mai findet an jedem Wochenende auf der Strecke zwischen Altenahr und Dernau mit kulinarischen Highlights statt.  Anreise mit Shuttle-Verkehr. Zeiten und Wanderkarten siehe  zukunft-mittelahr.de

Ab Ostern gibt es auch wieder regelmäßige Gäste-Führungen, Weinproben und geführte Wanderungen. siehe www.ahrtal.de/gaest

Die Dokumentationsstätte ist ab Karfreitag wieder ohne Voranmeldung für Einzelbesucher geöffnet, samstags und sonntags jeweils von 10:00 Uhr bis 16:30 Uhr.

Und noch vieles mehr …

Vor der Therme in Bad Neuenahr wird der Schutt eines Gebäudes geräumt. Die Menge des Abraums – neun Monate nach der Flut – ist riesig.

Hoffentlich wird auch nicht vergessen, dass die Therme eine Ertüchtigung gut brauchen könnte.

Der Eingang zur Therme – derzeit einsam und verlassen.
Die Wiese vor der Therme hier ist weitgehend kahl – noch eine späte Flutfolge. Aber das blaue Dach der Therme leuchtet wie eh und je.
 

Schwimmen im Thermalwasser, drinnen und draußen – beim Anblick kann man in Erinnerungen schwelgen. Hoffentlich bleibt es nicht beim Träumen.

Die Blaue Therme – ein Wahrzeichen der Stadt
Wechselndes Wetter ist angesagt und angekommen: wir riskieren es aber und haben Glück bei unserer Wanderung oberhalb von Dernau.

Das Auto lassen wir beim Klostergut Marienthal stehen.

Auf dem Rotweinwanderweg, oberhalb von Dernau unterwegs. Die Sonne scheint, dazu „Eifel-Wolken“ und viel Wind. Perfektes Wander-Wetter. Aber der Wind war so stark, dass wir, an einer Weggabelung von einer kräftigen Wind-Böe erfasst, uns nicht mehr fortbewegen konnten, in keine Richtung. Nach geduldigem Warten, als die Böe abgezogen war, konnten wir uns wieder frei bewegen. So lernt man Respekt!
Hier kommt die „Belohnung“ für die Wanderung: eine Einkehr im Klostergut Marienthal in Marienthal. Die Klosterruine bietet viel historischen Hintergrund (bis zurück ins 13. Jahrhundert). Das Klostergut selbst bietet vieles: Bewirtung drinnen und – bei passendem Wetter – draußen, Weinausschank und Weinproben sowie Weinverkauf, außerdem köstlichen Rotweinkuchen sowie Flammkuchen. Kunstinteressierte können auch im Obergeschoss in die Galerie hinein-schauen (wenn die Künstler nicht gerade bei der Arbeit sind).
Das Klostergut hat nach der Flut im vergangenen Jahr im November wieder eröffnet. Nun ist das Klostergut täglich von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet.

Im Klostergut in Marienthal gibt es auch besondere und besonders geschätzte Veranstaltungen. Um Karten für Konzerte wie z.B. für Köbes Underground muss man sich frühzeitig kümmern. Wg. der Nachfrage.

Corona: mehr Freiheiten bei höheren Inzidenzen

Nach diesem Wochenende gibt es in Sachen Corona eine neue Regelung: mehr Lockerungen und weniger Schutz trotz Inzidenzen auf Rekord-Niveau. Das klingt widersprüchlich und es macht auch den Umgang mit der Pandemie nicht einfacher. Zahlreiche Ärzte haben die neue „Basis-Schutz“-Regelung auch schon als unzureichend kritisiert. Bei der Abstimmung im Bundestag scheint am Ende der Schwerpunkt auf „mehr Freiheiten“ gelegen zu haben. Für die Wirtschaft ist Corona sicher geschäftsschädigend. Aber auch die Wirtschaft ist darauf angewiesen, dass Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner bestmöglich gegen schwerere Infektionen geschützt sind.

Also sollten wir nun wohl selbst etwas mehr als zwingend vorgeschrieben für den Schutz von uns und anderen Menschen tun. Aufhebung des Maskenzwangs – außer in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Bussen und Bahnen – bedeutet ja nicht, dass man keine Maske mehr tragen soll. Es ist nur nicht mehr vorgeschrieben, aber ein Zeichen von Respekt und Verstand.

Gestern hat es durchgehend geregnet. Aber wir können uns in diesem März über einen Mangel an Sonne wirklich nicht beklagen: jetzt ist es „amtlich“, nämlich von Wetterexperten verkündet: dieses war der wärmste März seit kontinuierlicher Wetteraufzeichnung. – Heute hat die Natur nun kostenlos frei Haus Aprilscherze verteilt: Schneeflocken am 1.4.! Für Niederschläge ist es hier aber wirklich höchste Zeit, die Ahr ist längst schmal geworden und hat viele neue Inseln hervorgebracht. Und hoffentlich reichen die Niederschläge in diesen Tagen am Ende auch für den Wald.

Hoher Besuch war am 29. März auch im Ahrtal: Bundeskanzler Olaf Scholz war in Ahrbrück, um den Menschen Zuversicht zu geben – und vielleicht auch, um zu erfahren, was viele Menschen im Ahrtal auch schon seit langem wissen wollen: wo eigentlich das viele Geld vom Bund für den Wiederaufbau bleibt.

Wandern ist gesund und bringt auf andere Gedanken. Die eigenen Gedanken kann man ordnen, die trüben Gedanken – gerade in guter, freundlicher Gesellschaft – vertreiben. Und das was man hier an vielen Orten sieht, macht geduldig gegenüber den zahlreichen eigenen Erschwernissen nach der Flut.

Und hier im Hintergrund, hinter dem Rest der früheren Brücke über den Fluss, an der „Bunten Kuh“ war eine der schönsten Kurven an der Ahr. Es wird aber fleißig an der Flutschadens-Beseitigung gearbeitet. Hoffen wir auf eine baldige Wiedereröffnung.

Mit unserer Wandergruppe laufen wir an der südlichen Ahrseite Richtung Dernau.
Links und rechts des Wegs sind überwiegend Schäden zu sehen. Dass die Steinbergsmühle und die alte schmale Steinbrücke davor der Flut aber standgehalten hat, stellen wir mit großer Freude fest. Das Haus und seine Umgebung haben einige Schäden durch die Flut gehabt. Aber nun strahlt das Haus wieder.
Wir laufen an hohen Schutt- und Müllbergen entlang und können uns kaum vorstellen, dass seit der Flut im Juli 2021 hier permanent gearbeitet wird – was hier für Anwohner und Helfer noch alles bevorsteht! Es braucht hier wirklich einen ganz langen Atem.
Arbeiten an zahlreichen Orten – es ist, als ob ein ganzes Tal wieder neu aufgebaut wird. Und so ist es irgendwie wohl auch.
Der Bahnhof in Dernau steht noch, nur fährt hier seit der Flutnacht keine Bahn mehr. Die Deutsche Bahn verfolgt aber zuversichtlich das – ehrgeizige – Ziel, auch hier in wenigen Jahren den Wiederaufbau abzuschließen und die Strecke trotz des schwierigen Terrains wieder in Betrieb nehmen zu können.
Blick auf das Ufer der Ahr an der durch die Flut zerstörten alten Ahrbrücke, dem ehemaligen Zugang und Zufahrt zum Ort Rech.
Über die alte Brücke führt nun kein Weg mehr.
Blick von der anderen Seite auf den durch die Flut schwer getroffenen Ort Rech. Wir gehen über eine neue Behelfsbrücke – Dank an das THW mal wieder – und kehren im Ort ein beim Winzer. Der freut sich über die Gäste und wir freuen uns über die schöne neue überdachte Terrasse, auf der wir eine Stärkung – wahlweise süß oder salzig – genießen können.

Sonne und Schatten

Nach heftigen Stürmen und etwas Regen strahlt die Sonne im Ahrtal jetzt schon seit vielen Tagen. Sozusagen „tagtäglich“. Seit 26. Februar hatten wir – mit einer kleinen Unterbrechung – schon 15 Tage Sonnenschein und ab 18. März bis heute wieder „Sonnenschein satt“ mit Temperaturen bis zu 20 Grad mit azurblauem Himmel. Da kommt schon italienisches Lebensgefühl auf. Die Blumen, Büsche, Bäume in Bad Neuenahr-Ahrweiler blühen in voller Schönheit und locken zum Spaziergang oder Wanderung nach draußen.

Im Leben ist aber natürlich nichts ewig. Die Wettervorhersage für unsere  Region bereitet uns auf einen „harten Schnitt“ vor: ab nächster Woche sollen die Temperaturen deutlich sinken und es soll auch wieder den – lange von uns nicht vermissten, aber doch dringend notwendigen – Regen geben. Allerdings sprechen Meteorologen auch schon von dem wärmsten März seit vielen Jahren und in Natur und Landschaft wird Regen gebraucht. Wetterexperte Sven Plöger, der das Wetter so anschaulich beschreiben kann, hat auch schon auf eine starke Belastung der Vegetation durch die andauernde Trockenheit berichtet. Für viele Bäume  ist der Wassermangel jetzt schon kritisch: bis zu 25 cm tief ist der Boden jetzt bereits trocken.

Heute lässt es sich noch wunderbar wandern, z.B. auf den Höhen des Ahrtals und auf dem Rotweinwanderweg. Und wandern ist nicht nur gesund, sondern auch eine wesentliche Attraktion des Ahrtals, das von den Wanderern und Besuchern „lebt“. Auch wenn das Ahrtal, gerade am oberen Ahrtal, noch massive Schäden durch die Flut aufweist und Handwerker, Helfer und Betroffene schwer zu schaffen haben, ist der Wanderbetrieb auch ein Zeichen für die Zukunft der Region. Und für die Winzer wird die Fortführung des Weinfreunde- und Gästegeschäfts neben dem Wiederaufbau ihrer Betriebe essentiell.

Es grüßt das Rathaus vor dem Rathaus in Bad Neuenahr mit einem riesengroßen Frühlingsstrauß.

Unsere Stadt wird derzeit wirklich schöner, nicht schon überall, aber an vielen Stellen.

Ein prächtiger Magnolienbaum erfreut die Neuenahrer und Besucher vor der Rosenkranzkirche.

Das Tempo des Aufblühens und die Blütenfülle erstaunt beim Tulpenbaum immer wieder.

In der Sonne strahlen auch die Osterglocken i n großer Pracht und Schönheit.
So ein schöner Tag mal wieder: den muss man einfach für eine Wanderung nutzen: in einer Wandergruppe geht es vom Bahnhof Ahrweiler los auf die Weinberge und in die Wälder. Die Forsythie am Wegesrand strahlt mit der Sonne um die Wette.
Die gute Botschaft für Flachland-Wanderer ist: es geht aufwärts und der höchste Punkt des Wegs ist auch bald erreicht.

Die schlechte Botschaft ist: es geht steil aufwärts.

Über hundert Stufen geht es aufwärts.

Und als Belohnung lockt der Panoramablick über das Tal.

Wir sind nicht die einzigen, die sich sportlich betätigen. Noch viel sportlicher geht es auf den Hängen der Weinberge zu, die jetzt auch schon bearbeitet werden müssen.
Und das ist die „Belohnung“ für die Wanderer, eine mit köstlichen Kuchen – süß und salzig – gekrönte Wanderpause auf der Terrasse des Restaurants/Hotels Hohenzollern. Nach Corona-Regeln sind einige Lokale zum Glück inzwischen wieder geöffnet, so auch das „Hohenzollern“.

Und an der frischen Luft ist es bei Sonnenschein und Wärme am schönsten.

Und das ist das Ziel und der „Lohn“ – der weite Blick ins Ahrtal, hier zum ehemaligen Kloster Kalvarienberg. Die Wanderstöcke haben Pause, so wie wir auch.

Plötzlich reif, Verantwortung zu tragen

Am Freitag, 18.3.2022 wurde von Bundestag und Bundesrat eine Neuregelung für die Corona-Maßnahmen auf den Weg gebracht. Ziel dieses neuen Infektionsschutzgesetzes ist der Wegfall der meisten Corona-Beschränkungen. Aufgehoben wird damit die bisherige Maskenpflicht, das Abstandsgebot und die bisherige Beschränkung auf wenige Personen bei privaten Treffen sowie bei größeren öffentlichen Veranstaltungen. Die vom Bund getroffene Regelung sieht im Prinzip nur noch einen „Basisschutz“ vor. Demnach gilt die  Maskenpflicht weiter für Kliniken und Pflegeheime sowie Busse und Bahnen. Die Regelung gilt schon heute, aber mit einer Übergangsfrist für die Länder bis zum 2. April 2022, während der die Länder auch die bisherige Regelung beibehalten können.

Rheinland-Pfalz hat seine Übergangsregelung bereits beschlossen (die 32. Corona-Bekämpfungsverordnung), die am 18. März 2022 in Kraft getreten ist . Danach bleibt die Maskenpflicht im Einzelhandel bestehen und auch bei Veranstaltungen in Innenräumen mit mehr als 250 Personen. Aber es gibt viele Lockerungen gegenüber bisherigen Corona-Maßnahmen: eine Maske muss grundsätzlich nicht mehr getragen werden bei Hotels, Restaurants und anderen Einrichtungen, wenn dort kontrolliert wird, ob die Gäste oder Besucher geimpft, getestet oder genesen sind. Clubs und Diskos können wieder besucht werden, allerdings unter 2G-Plus-Bedingungen, d.h. von Genesenen oder Geimpften mit negativem Corona-Test.

Es bleibt also trotz allem anstrengend. Nach dem 2. April 2022 gilt das neue Bundesgesetz, demnach es nur noch einen Basisschutz (wie Maskenpflicht in bestimmten Einrichtungen wie Kliniken und in Bussen und Bahnen) geben wird. Die Länder können nur noch, wenn es notwendig wird, durch eine Hotspot-Region im Land, zusätzliche Maßnahmen zum gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung ergreifen. Das ist aber kaum eine echte Hilfe für die Länder: schon der Begriff „Hotspot“ ist schwammig und kann zu Streitigkeiten führen. Außerdem hat das Gesetz eine hohe Hürde für Maßnahmen zugunsten eines Hotspot getroffen: es muss das Landesparlament zustimmen. Das bedeutet, dass wertvolle Zeit verstreichen kann, bis eine Entscheidung gefallen ist und die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden.

Seit Beginn der Pandemie sind wir auch schon bei deutlich geringeren Fallzahlen durch Politik und Gesetzgebung laufend engmaschig geschützt worden – was allerdings nicht allen gefallen hat.

Die Fallzahlen sind gerade in letzter Zeit rasant nach oben gegangen. Zum Beispiel die Inzidenzen im Kreis Ahrweiler: ab 4. März 2022  mit einer Inzidenz von 1.266,9, bis 7.3.2022 von 1.499,1, bis 8.3.2022 von 1.572,7, bis 9.3.2022 von 1.679,2 und bis 19.3.2022 bis 1.727,5. Das ist keine gute Entwicklung und keine Bilanz, auf die wir stolz sein können.

Nun haben wir plötzlich selbst die Verantwortung für uns und unsere Mitmenschen. Auf einmal traut uns das die Politik – zumindest einige entscheidungsrelevante Politiker – zu. Also sind wir gut beraten, wenn wir uns in Zukunft selbst darum kümmern, uns und andere vor einer Infektion zu schützen. Niemand ist z.B.  gehindert, auch weiterhin eine Maske zu tragen (hilft auch bei anderen Anlässen wie Flut- oder Saharastaub und gegen Erkältung und Schnupfen). Auch Abstandhalten wäre nicht schlecht: aufdringliches Heranrücken mag man kaum, entspanntes Schlange stehen beweisen z.B. die Briten als möglich. Ich kann mir vorstellen, dass dem Bundesgesundheitsminister ganz schlecht geworden ist, als das neue Gesetz mit dem reduziertem Corona-Schutz auf den Weg gebracht worden ist. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass er uns mit Informationen und Warnungen weiterhin zur Seite steht.

Ein „Traum“-Wochenend-Spaziergang  am 19. März 2022 an der Ahr. Der Himmel ist kräftig blau und die Sonne strahlt den ganzen Tag unentwegt – bei allerdings sehr frischem böigen Wind. Also Spazieren mit warmer Jacke.

In Bad Neuenahr geben die Osterglocken (gelben Narzissen) dem Ort mit den vielen Baustellen wieder Farbe und Vorfreude auf Ostern. Pünktlich (wie die derzeit an der Ahr „heiß begehrten“ Handwerker)!

Am Waldrand und an Böschungen, trotz Schlamm und anschließender langer Trockenheit, blüht die Natur mit Kraft wieder auf und trägt das Ihre dazu bei, dass Bad Neuenahr „wiederbunt“ wird.
Ich wandere von Neuenahr nach Heimersheim, über die Straße „Am Johannisberg“ und ein Stück am Wald entlang. Selbst die zartesten Wildblumen kämpfen sich – wie jedes Jahr – ans Sonnenlicht. So viel Kraft und Gelassenheit wünscht man sich manchmal auch.
An der Straße am Johannisberg sind die gepflegten Gärten mit Frühblühern, blühenden Sträuchern und Bäumen eine Freude. Und die Forsythien blühen wie immer wie wild.
Selbst am kargen Waldrand blühen die Sträucher in voller Pracht. Ohne Gießen (lange Trockenzeit), ohne Dünger, ohne Frühjahrsschnitt.
Kein Urlaubsbild aus Japan, sondern aus Bad Neuenahr – wie gemalt!
So früh und so frisch ist es noch, aber die Zierbäume und -sträucher zeigen sich in voller Pracht.
Auch die Mandelblüte bleibt nicht aus. Man könnte einfach nur schauen und staunen, was die Natur alles hervorbringt. Und hier oben ist auch alles wie immer – ruhig und schön, und fernab der Baustellen in Neuenahr. Als Flutbetroffener kann man hier tief durchatmen und entspannen.
Es gibt auch einige gute neue Nachrichten: die „Idille“, das von vielen Besuchern geschätzte Restaurant mit Terrasse, am östlichen Ende der Straße „Am Johannisberg“, empfängt wieder Gäste. In der langen Corona-aus-Zeit ist das Haus in neuem Glanz wiederhergestellt worden. Da kehren wir ein! Am Johannisberg 101, Tel. 02641 28429
 Und hier gibt es auch Gelegenheit, sich über einen sichtbaren Fortschritt zu freuen: in Verlängerung der Straße Am Johannisberg sind die Straßenränder schon befestigt, die Straße mit Schotter bedeckt und befahrbar, am Rand ist ein Fußgängerweg schon recht weit gediehen. So werden Neuenahr und Heimersheim wieder eine gute Verbindung haben.
In Heimersheim möchte ich gerne auf die andere Uferseite kommen. Das Hinweisschild „Bahnhof Heimersheim“ leitet mich, allerdings „in die Irre“.
In Heimersheim Blick auf „den Rest“ der ehemaligen Fußgängerbrücke, die nur noch nach oben ins Nichts zeigt.
Auch in Heimersheim wird an vielen Stellen, zumeist in Eigenregie mit Hilfe, gearbeitet, um Wohnungen, Häuser, Grundstücke wieder instand zu setzen.
Von Heimersheim führt eine Auto-/Fahrrad-/Fußgänger-Straße über die Ahr nach Heppingen. Deutlich zu sehen ist auch noch die Ruine der – von der Flut weggespülten – Brücke über die Ahr. Der Trümmer-Restbestand dient hier nur noch zum Sonnen und für ein „Pausengetränk“.
Immer wieder hinreißend schön, als ob es keine Flut gegeben hätte: die „wilde Ahr“ unterhalb der Autobahnbrücke. Die Natur wirkt an dieser Stelle – für ein kurzes Stück leider nur – vollkommen intakt.
Sonne und Berge und ein paar Wolken am Himmel. In Bad Neuenahr sind diese Berge allerdings keine Klettersteige oder Pisten, sondern Schutt und Abraum nach der Flut.
Wie an den „Großgeräten“ deutlich zu sehen, ist in Neuenahr der Bedarf an Schutt-Beseitigung noch lange nicht gedeckt. Es gibt noch sehr viel zu tun, bis der Platz rund um das  Apollinarisstadion wieder seinem ursprünglichen Zweck zurückgegeben werden kann.
Am Apollinarisstadion wird kräftig gearbeitet. Im Hintergrund ist ein Teil des Apollinarisstadions auf der Höhe der oberen Ränge zu sehen. Noch höher sind aber die Schuttberge davor.
„Neuenahrer Abraumberg“. Alles ordentlich und sauber gefegt. Eine irritierende Ästhetik.
Abräumbagger vor einem der Schuttberge am Stadion.
Und es gibt auch immer wieder etwas Neues, was Mut macht und erfreut: so z.B. die Oster-Angebote (nach Modernisierung, Flut und anschließendem Wiederaufbau)  der Konditorei Irmgartz, in der Hauptstraße in Neuenahr. Ein Trost, mehr noch, ein Fest für Naschkatzen.

Krieg und (immer noch kein) Frieden

Auch in unserer Region, in der viele Menschen unter den Folgen der Flut  leiden und trauern, empfinden die Menschen mit den Ukrainern und Ukrainerinnen, die einem grausamen Krieg ausgesetzt sind und mit allen Kräften für ihr Land kämpfen. Auch für uns, die wir lange schon und ganz  selbstverständlich im Frieden leben,  ist dieser Krieg in Europa ein unfassbarer Horror. In Deutschland werden so wie in anderen Ländern in Europa viele Flüchtlinge aufgenommen, zumeist Frauen und Mütter mit Kindern. Wir haben schon viel  gespendet und werden weiter spenden. Der Hilfebedarf ist riesig, und die Hilfe wird eben jetzt gebraucht. Krieg und Frieden sind wie Horror und Menschlichkeit dicht beieinander. Erhalten wir die Menschlichkeit!

An der Ahr haben wir erfahren, wie hilfsbereit viele Menschen sind und wie sie aus ganz Deutschland kommen und bis zum Umfallen arbeiten, um anderen Menschen zu helfen. Das ist eine riesengroße praktische Hilfe und zugleich ein menschlicher Trost für die Flutbetroffenen, die vielfach auch  traumatisiert sind.

Wir haben das Glück, hier in einer wunderschönen Region zu leben – die allerdings noch auf längere Sicht – durch die Flut – ziemlich ramponiert ist. Aber man sieht, dass an vielen Stellen am Wiederaufbau gearbeitet wird.

Was aber weiterhin möglich und ein Ausgleich für Bau- und Wiederaufbaustress ist, sind Wanderungen im Ahrtal.  Wenn man sogar über  die Berge und die Höhen läuft, hat man einen schönen Ausblick und Anblick; von oben sieht es nämlich fast aus wie früher.

Mit der Ahrtal-Bahn, die zum Glück regelmäßig fährt, lässt sich eine Wanderung auch entsprechend dem eigenen Können und Wollen passend  dosieren. Hier ab Neuenahr nach Walporzheim und dann zu Fuß.
Bei Sonnenschein, der uns schon seit Ende Februar erfreut, läuft es sich besonders schön, hier mit Blick auf das ehemalige Kloster Kalvarienberg.
Im Ort Walporzheim angekommen, ist an vielen Stellen zu erkennen, dass der geplante Wiederaufbau noch viel Arbeit kosten wird, so auch beim historischen Restaurant Sanct Peter. Aber es ist zu hören, dass es wieder eröffnet wird, und das ist eine schöne Aussicht. Man kann sich schon auf die Wiederkehr freuen.
Das Haus in traditioneller Bauweise  hat unter der Flut schwer gelitten, was offensichtlich ist.  Es soll aber wieder hergestellt werden. Respekt!
Am nördlichen Ahr-Ufer in Walporzheim hat die Ahr, wie auch an vielen anderen Stellen, Unmengen an Schutt und Steinen in der Flutnacht angeschleppt. Die Wiederherstellung und gegebenenfalls auch Umgestaltung des Ahr-Ufers wird eine Zukunftsaufgabe im Ahrtal mit riesiger Dimension sein.
Es ist kaum noch zu erkennen, wo die Ahr verläuft, zumal die letzten Wochen kaum Regen gebracht haben. Ein geborstener Baumstamm und ein kahles Ufer erinnern an die Flut vom Juli 2021.
Im Hintergrund das ehemalige Kloster Kalvarienberg; im Vordergrund ist zu sehen, dass in der dürren Landschaft kräftig an  Aufräumarbeiten und Maßnahmen zur Befestigung  gewirkt  wird.
Von Walporzheim ist es nicht weit bis Ahrweiler. Am westlichen Tor wird der Besucher mit einem überdimensionalen Blumentopf empfangen. Im Hintergrund die fleißigen Helfer, leicht ermattet, bei der verdienten Mittagspause.
So viel Entschleunigung muss sein, wenn man in die Ahrweiler Altstadt fährt.
Ein historisches Haus in der Ahrweiler Altstadt, das deutliche Schäden aufweist. Die Wiederherstellung ist aber schon in Arbeit.
Selbst in der Altstadt gibt es überdimensionale Baulücken und Bauschäden – die aber offensichtlich mit vielen Handwerkern geschlossen werden sollen.
In Ahrweiler sind viele Flutschäden, auch an beschädigten Mauern zu sehen, wie z.B. am Rodderhof in der Nähe des Obertors.
Der Friedhof in Ahrweiler ist selbst ein Bild der Trauer. Trotz intensiver Bemühungen um Wiederherstellung vieler Grabstätten konnte vieles noch nicht zugeordnet und wiederhergestellt werden.
An manchen Stellen des kahlen Friedhofs sind nur noch einzelne Buchstaben zu erkennen, die eine Erinnerung ermöglichen sollen.
Auch mit schwerem Gerät wird – behutsam – auf dem Ahrweiler Friedhof gearbeitet, um zu einer Wiederherstellung beizutragen.
Eine neue weitere Brücke, vom THW fertiggestellt, auf dem Weg nach Bad Neuenahr, verbindet die Ortsteile und Ahr-Ufer miteinander.

Kahl und traurig das Ufergelände, wie an so vielen Stellen.

An der Sebastianstraße auf dem Weg nach Bad Neuenahr sind großflächige Schäden am Gebäude und auf dem Gelände zu sehen. Man kann sich kaum vorstellen, wie viel mentale Kraft und Zukunftswillen notwendig sind, um hier wieder aufzubauen.

Erfrischender Frühling im Ahrtal

Zum meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März 2022 lockt wieder strahlender Sonnenschein wie schon seit ein paar Tagen in der Ahr-Region nach draußen. Wer Zeit hat und auch mal wieder den Kopf freibekommen möchte, nimmt eine Auszeit an der frischen Luft. In Noch-Corona-Zeiten ist das ohnehin eine Empfehlung. Seit 4. März 2022 gibt es eine Reihe von Erleichterungen bei den Corona-Regeln, u.a.: Restaurants dürfen auch wieder von Nicht-Immunisierten, die nur einen negativen Testnachweis brauchen, besucht werden (3G). Dasselbe gilt auch für touristische Übernachtungen. Die Inzidenzen fallen und steigen. Zum Teil sind die Erfassungen auch nicht immer zeitnah und ganz zuverlässig. Jedenfalls sind die festgestellten Zahlen weiter recht hoch und haben wir ein wechselhaftes  Infektions-Geschehen.

Was Reisende aktuell freuen kann, ist, dass aus deutscher Sicht kein Land mehr als Corona-Hochrisikogebiet gilt. Seit 3. März 2022 sind alle Corona-Hochrisikogebiete auf der Liste von Deutschland gestrichen. Damit ist die Rückreise aus diesen Urlaubsländern wieder leichter möglich. Die 3G-Regel gilt allerdings weiter.

In einer Wandergruppe mit kundiger Führung und treuem Führhund haben wir am 2. März eine Wanderung von Bad Neuenahr aus über den Rotweinwanderweg bis Gimmigen und von dort auf die Höhe bis zum Golfplatz unternommen. Die Pause dann, bei köstlicher Stärkung auf der Terrasse des Restaurants „Am Köhlerhof“ und dort gewärmt von der Sonne, hätten wir noch lange ausdehnen können. Aber es ging weiter, an der Landskrone vorbei hinunter nach Gimmigen und an der nördlichen Ahrseite die Ahr entlang und vorbei an der Container-Siedlung zurück zur Stadt (ca. 12 km).

Was gibt es Neues im Ahrtal? Nach der Flut wurde schnell von vielen in Politik und Verwaltung vom Wiederaufbau im Ahrtal nach der Flut gesprochen. Dann wurde der Begriff „Wiederaufbau“ weniger benutzt, weil nach dem, was alles passiert war, nicht einfach an Ort und Stelle und in gleicher Weise alles wieder aufgestellt werden könnte. Der Begriff ist aber auch nicht so wichtig.

Wichtig und für die Ahr-Anrainer ein Anlass zur Hoffnung und Zuversicht sind die jetzt anstehenden Beratungen des Kreis Ahrweiler: der Kreis befasst sich mit der Frage, wie es an der Ahr und ihren Nebenflüssen weitergehen soll und welche Maßnahmen in Bezug auf die zerstörten oder veränderten Gewässerstrukturen erforderlich sind. Der Kreis- und Umweltausschuss wird  in einer außerordentlichen Sitzung am 7. März 2022 über den Vergabevorschlag zur Erstellung eines Gewässerwiederherstellungs-Konzeptes beraten und dieses auf den weiteren Weg bringen. Dass dies ein langer Weg sein wird, ist offensichtlich. Erstellt werden soll ein regionales, länderübergreifendes Hochwasservorsorge-Konzept Ahr. Das Wiederherstellungskonzept ist dazu ein erster Schritt. Es soll festlegen, wo und wie die zerstörten Gewässerstrukturen aufzubauen sind, auch um Gefahren zu beseitigen und den Abfluss und die Gewässerstrukturen zu verbessern. Einzelaspekte sind dabei insbesondere die Wiederherstellung der Gewässerökologie sowie die Schaffung von Rückhaltefunktionen und Abflussflächen in besiedelten Bereichen.

Weitere Einzelheiten im Newsletter der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 2. März 2022: zu beziehen über kreis-ahrweiler.de

Große Freude und Hoffnung! Wir sind vor Jahren aus Liebe zur Ahr-Eifel nach Bad Neuenahr gezogen und haben seitdem schon zwei sogenannte Jahrhunderthochwasser erlebt. Nach der Flut am 14./15. Juli 2021 war unsere Wohnung nicht mehr bewohnbar und wir sind für ein halbes Jahr in ein Hotelzimmer gezogen. In Sorge vor einer dritten Flut, die uns emotional und finanziell noch stärker beeinträchtigen würde, haben wir für alle Fälle schon mal nach einer Wohnung außerhalb des Ahrtals gesucht. Aber ohne Freude – das Ahrtal ist längst unsere Heimat, die wir nicht verlieren möchten. Jetzt keimt natürlich wieder Hoffnung auf.

Und trotz allem geht es aufwärts im Ahrtal, mit vielen Freizeitangeboten:

Im Kurpark Köstliches im Restaurant und Café, Lesung über die Flut im Ahrtal mit dem Autor des Buches, Andy Neumann, „Es war doch nur Regen“ heute  (5.3.22) im Kurpark, Große Bühne;  ab 19. März ist der Waldkletterpark unterhalb der Paradieswiese in Bad Neuenahr wieder geöffnet; vom 23. April bis Ende Mai findet das „Wandern für den Wiederaufbau“ statt: Wandern zwischen Altenahr, Mayschoß, Rech und Dernau mit kulinarischen Highlights entlang der Wegstrecke – für einen guten Zweck durch den Einkauf eines Solidaritätsarmbands oder -Weinglases.

Der Frühling kündigt sich mit den ersten blühenden Bäumen in aller Pracht an. Das hebt – in diesen weiter schweren Zeiten – die Laune.
Eine Wanderung an der nördlichen Ahr-Seite entlang: die Ahr ist bei Heppingen weiterhin wild und entsprechend laut.
Unterhalb der Autobahn-Brücke Blick auf die Ahr, breit und laut. Die Ahr-Ufer sind hier noch wie von der Flut geschaffen.
An vielen Stellen in Neuenahr wird gebaut, so auch an der von der Flut am 14./15.7.2021 stark betroffenen Kreuzung Mittelstraße/Unterstraße.
Dass in Neuenahr mit Fleiß gebaut wird, war schon auf der Wanderung auf dem Rotweinwanderweg Richtung Gimmigen zu erkennen: eine langgezogene weiße Staubwolke in der Luft.

Viele LKWs fahren tagtäglich durch den Ort, wo restlicher Schlamm von der Sonne getrocknet worden ist; eine leichte Staubfahne ziehen sie sichtbar hinter sich her (Atemmaske aufsetzen in der Nähe von Baustellen?)

In der Stadt, hier an der Martin-Luther-Kirche, findet sich immer ein Plätzchen und Bänkchen, um sich zwischen den Baustellen auszuruhen. Der überdimensionale rosafarbene Blumentopf wirkt etwas unpassend mit seiner Bepflanzung mit winzigen Frühblühern. Vielleicht passend für den großen Geldtopf, den das Ahrtal jetzt braucht.
In der Felix-Rütten-Straße in Bad Neuenahr, gegenüber dem ehemaligen Casino, stand das flut-geschädigte Gebäude lange still. Jetzt wird mit Hochdruck, mit Gerüst und Baggern daran gearbeitet.
Ersichtlich steht die Räumung des Gebäudes erst am Anfang. Im Hintergrund das Steigenberger Hotel, das sich in einer immensen Wiederherstellungsmaßnahme befindet: Hotel, Straße, Leitungen, Innen-Einrichtungen und vieles mehr muss wieder hergestellt werden.
Über die Schuttberge an der Straßenbiegung ist kaum noch drüber zu schauen. Für Fußgänger ist nun auch kein Platz mehr hier.

Hier hat man das Gefühl – angesichts der Schuttberge –  dass die ganze Stadt wieder neu aufgebaut wird.

Man kann gerade noch auf das Kurhaus an der Felix-Rütten-Straße schauen.
Das (eigentlich) schöne alte Thermal-Badehaus am Kurpark:

Dieses altehrwürdige Gebäude hat einiges mitgemacht: im September 2020 durch einen Brand und im Juli 2021 durch die Ahr-Flut. Seit September 2020 wird, nachdem das Gebäude komplett gelöscht war und getrocknet ist, bis heute tagtäglich Schutt heraus geräumt. Die gute Nachricht ist, dass einige der ehemaligen Einrichtungen in das Gebäude  wieder einziehen sollen.

Auch eine „Reminiszenz“: An der kleinen Litfaßsäule auf der Kurgartenstraße sieht man noch die Ankündigung für die 67. Tennis Classics Bad Neuenahr – Deutsche Meisterschaften. Die Ankündigung galt für die Zeit ab dem 27. Juli 2021. Tragischerweise zog 3 Tage vor Beginn der Classics die Flut durch Bad Neuenahr. Mit der Folge u.a., dass die Tennisplätze zerstört wurden.

Aber nun ist zu hören, dass im Jahr 2023 die Classics wieder kommen sollen. Das ist eine gute Nachricht.

23.2.22 Traum und Alptraum

Nach Stürmen und Regen scheint die Sonne wieder strahlend am blauen Himmel über der Ahr. Ein Traumwetter zum Wandern. Seit sieben Monaten bin ich zum ersten Mal wieder mit der Wandergruppe unterwegs: Start mit der RB-Bahn in Bad Neuenahr bis nach Walporzheim und von dort wunderschön auf der Sonnenseite die Serpentinen hinauf über den Altenwegshof, Försterhof und auf dem Rotweinwanderweg weiter über das ehemalige Kloster Marienthal nach Dernau. Beim Blick auf Dernau werden nicht nur die eigenen schrecklichen Erinnerungen an die Flut-Katastrophe an der Ahr wieder wach. Der Anblick auf den halbverlassenen und noch von der Flut gezeichneten Ort ist erschütternd. Trotz aller Eigeninitiative der Bewohner und vieler Hilfen bisher schon sieht der Ort erbarmungswürdig aus. Man kann kaum glauben, was man sieht. Zurück nach Walporzheim geht es über eine Behelfsbrücke in Dernau über die Ahr und dann auf den Höhen des Ahrufer-Weges sehr naturnah weiter. Eine kleine Stärkung in der „Winzerschenke“ auf der anderen Ahr-Seite beendet die Wanderung mit den tiefen, gemischten Eindrücken.

In der Nacht zum Donnerstag 24.2.22 wird ein Alptraum, wie man sich ihn seit mehr als 75 Jahren in Europa nicht hätte vorstellen können, entfesselt: in der Nacht hat Putin russische Truppen in die Ukraine befohlen, um die gesamte Ukraine zu überfallen und Russland einzugliedern. Und das nach vielen Gesprächen der westlichen Regierungschefs und weiterer Politiker mit Putin, Bitten um Aufgabe  seines Kriegs-Vorhabens, „zivilen Repressionen“ im Wirtschaftsbereich. Alles vergeblich. Krieg in Europa. Unvorstellbar. Einige Zeitlang wissen wir nicht einmal, ob und wie das auch uns betreffen kann. Wie ein Krimineller, der seinen Nachbarn überfällt und mit Waffengewalt beraubt, wütet Putin. Ukrainer und Russen sind Nachbarn und haben auch Familie und Freunde jeweils auf der anderen Seite. Und sollen nun aufeinander schießen.  Die Ukraine hat sich unter großen Opfern zu einer Demokratie mit allen Rechten für die Bürger und Bürgerinnen entwickelt. Und nun müssen zu Hunderttausenden Ukrainer – Frauen, Kinder, alte Menschen – aus ihrem Land vor der russischen Armee flüchten. Die Männer müssen bleiben, um ihr Land zu verteidigen, um den Preis des eigenen Lebens. Die Familien wissen nicht, ob sie sich wieder sehen. Die Flüchtenden wissen nicht, ob sie in ihre Heimat zurückkehren können. Wir können den  Geflüchteten nur helfen, aber das ist auch schon in Vorbereitung von Bund und Landesregierungen.

Aus den sozialen Netzwerken, zusätzlich zu den mutigen Korrespondenten und Journalistinnen, die derzeit in der Ukraine unterwegs sind, lässt sich der Krieg in der Ukraine verfolgen. Das ist kaum anzusehen, aber es ist eine große Hilfe gegen die Unterdrückung der Wahrheit durch Putin-Russland. Also gilt nicht mehr „im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst“. Und es gibt eine Chance auf Gerechtigkeit nach dem – hoffentlich bald endenden – Krieg.

Hoch über Walporzheim: die Aussichts- und Picknick-Terrasse eines großzügigen Stifters wird immer wieder auf dem Weg zu den Berghöhen gerne für eine Pause genutzt.

Die Sonne strahlt am blauen Himmel über das ganze Tal. Wunderschöne Wanderbedingungen.

Der erste Blick von den Höhen auf den Weinort Dernau und das Flussbett, das sich die Ahr in der Flut geschaffen hat. Die gesamte Region scheint „wie im Rohbau“. Räumfahrzeuge und Wiederherstellungsmaßnahmen bestimmen weiterhin das Bild.,
Das Ausmaß der Verwüstung durch die Flut ist immer noch erkennbar. Verbindungen sind aber hergestellt: die Landstraße ist komplett befahrbar, eine lange Behelfsbrücke zum Überqueren der Ahr ist aufgebaut worden.
Im Ort ist festzustellen, dass viele Häuser fehlen und bestehende Häuser massive Schäden aufweisen. In diesem auch von Künstlern gestalteten und in den bunten Farben und Bildern freundlicher wirkenden Haus hatte sich die Flut ihren Weg durch das ganze Haus gesucht.
An der mit einer roten Linie markierten Stelle – oberhalb von dem fröhlich hüpfenden grünen Drachen rechts oben – ist zu erkennen, wie hoch die Flut in der Nacht vom 14./15. Juli 2021 stand.
Übergang an der Ahr mit einer Behelfsbrücke; viel Schutt und Baumaterialien ringsum.
In Dernau, auf der südlichen Ahr-Seite, ist zu sehen, welche Breite die Flut im Ort eingenommen hat. Das Ausmaß der noch anstehenden Aufräumarbeiten ist offensichtlich.
Wir wandern auf dem höher gelegenen Ahr-Uferweg von Dernau Richtung Walporzheim. Die Wucht des Wassers wird auch an manchen Felsen und den Trümmern am Fuß der Felsen deutlich.
Am Ende des Ahr-Uferwegs vor Walporzheim wird das Wandern noch einmal etwas beschwerlich. Vorsicht und Augen-offen-halten gilt hier rundherum.
Trügerische Schönheit: die Sonne strahlt durch den verbliebenen letzten Bogen einer von der Flut weggerissenen Brücke.
Im Hintergrund ist die Behelfsbrücke zu sehen. Nie war das THW für uns so wertvoll wie heute.
Vorbei an Schuttbergen und Abraum geht es weiter auf der nördlichen Ahr-Seite. Die Berge sind zum Teil so hoch, dass man kaum das Verkehrsschild noch sehen kann.
Das ist der Blick auf den ehemaligen Fahrrad- und Fußgängerweg zur Landstraße. Schutt und Abfall blockieren die gesamte Bahn-Unterführung. Im Vordergrund sieht man, dass fleißig an der Wiederherstellung eines Hauses und Lokals gearbeitet wird.
Hier geht es zur Stärkung: in der „Winzerschenke“ dürfen wir – außer Wein – auch noch köstlichen Kuchen erwarten. Es ist immer wieder eine Freude, zu sehen, wie Lokale und Gaststätten sich nach der Flut wieder zeigen und für Gäste öffnen. Sie lassen sich nicht „unterkriegen“ und das ist für die Inhaber und die wandernden Gäste gleichermaßen wichtig.
In Bad Neuenahr: vor dem ehemaligen Restaurant „Ambiente“ und „Hotel Felten“ türmt sich die Post, der Zugang ist gesperrt. Noch immer steht die Renovierung an.
Und am Donnerstag, 24.2. noch weiterer Ärger – im Hotel (hier mit Blick auf die Rosenkranzkirche) ist ein Zimmerbrand ausgebrochen. Der Brand konnte zum Glück bald gelöscht werden und es gibt keinen Personenschaden. Aber hier kann man denken: das ist kaum noch auszuhalten!
Am Samstag, 26.2.22, in Neuenahr auf der nördlichen Ahr-Seite:  Strahlender Sonnenschein lockt die Einheimischen und Besucher nach draußen, auch wenn Sitzplätze manchmal rar sind und weniger einladend wirken. Hier ist man auch schon dankbar für ein paar Sonnenstrahlen, wie immer und wann es wie weitergeht.

Was ist los?

Was ist los? Auf die Frage kann man in Berlin hören: Alles, was nicht fest ist.

Festmachen war in Deutschland und auch im Ahrtal in den letzten Tagen das „Gebot der Stunde“. Der Mittwoch morgen am 16.2.22 beginnt mit Sturmwarnungen vom Deutschen Wetterdienst, in Bad Neuenahr vom Ortsbürgermeister und auch online von der Stadtverwaltung: es wird aktuell vor schweren Sturmböen mit bis zu 110 km/h gewarnt, der Kurpark mitsamt Eislaufbahn, die Pop-Up-Mall in Neuenahr und Spielplätze werden für ein paar Tage geschlossen, Schulen und Kitas sind Donnerstag geschlossen, und es wird davor gewarnt, in den Wald zu gehen. Es ist warm (bis 14°), wolkig und sonnig und eigentlich wollte ich heute mal wieder wandern. Aber schon beim kurzen Weg zum Bäcker kamen schon immer wieder knackige Windböen auf. Den Eierlikör-Berliner, den ich mir auch mit Blick auf die bevorstehende Karnevalszeit mal gönnen wollte, fegte mir ein Windstoß glatt von der flachen Hand. Also schnell wieder nach Hause, zur Schadensvorsorge, und die Terrasse „sturmfest machen“, z.B. Pflanzenkübel räumen usw. Um 2:00 Uhr nachts kommen wieder Sturmböen auf und es rauscht und kracht im Kamin. Aber alles noch „im Lot“.

Am nächsten Tag stellen wir fest, dass wir in Neuenahr glimpflich davon gekommen sind, auch wenn es weiterhin stürmt und weht. Leichtere Baumaterialien – soweit nicht gesichert – sind davon geflogen, einige Absperrungen und ein paar Fahrräder sind umgefallen. Keine schwerwiegenden Schäden oder Verluste. Ich bin auf kurzem Weg und mit „Augen auf, Ohren spitzen, nach oben gucken“ in Neuenahr zum Einkaufen gelaufen. Soweit das die plötzlichen starken Windböen zuließen. Ein paar mal musste ich mich in offene Garagen oder hinter ein Haus flüchten, um den Böen, die mich kräftig am Arm packten, zu entgehen. Den Blumenstrauß, den ich für unsere 101-jährige Tante zum Besuch am Sonntag gekauft hatte, musste ich immer wieder hinter meinem Rücken vor dem Sturm verstecken, damit nicht schon der Wind den frischen Blumenstrauß zerlegt.

Nach Erfahrungen mit der Flut im letzten Jahr haben wir nun mit zwei aufeinander folgenden Stürmen/Orkanen – erst „Ylenia“ von Mittwoch auf Donnerstag und dann etwas schwächer „Zeynep“ in der Nacht auf Freitag – unerwünschte Erfahrungen mit einem weiteren Naturereignis machen können. Aber diesmal mit Vorwarnung! Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so über eine frühzeitige Warnung freuen würde.

Was ist noch los?

Am Freitag 18.2.2022 fand die feierliche Amtseinführung der neuen Landrätin, Cornelia Weigand, statt. Dabei stellte die Amtsrätin, die parteiunabhängig kandidiert hatte, ihre Ziele für die nächsten 8 Jahre vor: einen qualitativ angelegten Wiederaufbau nach der „Flut-Apokalypse“,  fundierte Planung, nachhaltiger Neuaufbau, Sicherstellung der Infrastruktur für Schulen und Kitas, Wiederherstellung des normalen Lebens in der Region, Verbesserung des Katastrophenschutzes, Zukunft für Wirtschaft, Gewerbe, Tourismus in der Region. Nachhaltigkeit kann und soll ein Markenkern der Region sein.

Mit den Voraussetzungen kann in der Region viel los sein. Wir können der neuen Landrätin sowie der Region und uns allen nur viel Erfolg und Glück für die Zukunft wünschen.

Neu eröffnet wurde in Bad Neuenahr das „Bethel Hotel zum Weinberg“. Das Hotel wurde von den Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel als Inklusionshotel errichtet. In dem barrierefrei zugänglichen Hotel können  Menschen auch mit Behinderungen arbeiten. Das Hotel ist auf viele besondere Bedarfe eingestellt.

Wir schätzen z.B. auch ein inklusiv angelegtes Burger-Lokal in Bad Godesberg am Moltkeplatz sehr. Die „Hamburger“ gibt es in vielen kreativen Varianten, auch vegetarisch, und den Gästen gefällt das Lokal doppelt: wegen der  Freundlichkeit im Service, natürlich wegen der leckeren Burger, und weil man sich etwas Gutes gönnt und damit anderen zugleich auch etwas Gutes tut.

Und Karneval? Trotz aller aktuellen besonderen Anforderungen im Ahrtal und der Einschränkungen durch Corona: Karneval findet im Ahrtal – jedenfalls punktuell – auch dieses Jahr statt. So beim „Dinner op Kölsch“ (= Essen, Trinken, gute Laune) am 27. Februar (Karnevalssonntag) und am 28. Februar (Rosenmontag) im Kurpark Bad Neuenahr. Informationen und Tickets gibt es bei der Tourist-Information Bad Neuenahr, Hauptstraße 80, zu den Öffnungszeiten 10-12 Uhr und 13-16 Uhr montags bis freitags jeweils. Infos: www.bad-neuenahr-ahrweiler.de/wintertreffs

Am Mittwoch 16.2.22 morgen zeigt sich beim Blick nach oben schon an, dass ein meteorologisch ungemütlicher Tag bevorsteht. Schnell ziehende dichte graue Wolken über dem Neuenahrer Berg.
Oberhalb der Autobahnbrücke zieht eine dunkle Wolkenwand auf. Ich bleibe sicherheitshalber mit viel Abstand zum Lenné-Park und den Bäumen.
Am Abend des 16.2.22 wird es etwas ruhiger und man kann sich über den blauen Wolkenhimmel freuen – aber nicht lange. Die Nacht ist wieder einmal ziemlich laut und am Tag sind viele starke Böen unterwegs.
Lautes „Geflatter“ weist auf den durchgezogenen Sturm hin. Wer Planen im Freien nicht befestigt hat, sucht jetzt mitunter vergebens.

Unser Auto jedenfalls ist unbeschädigt geblieben.

Der „Ahr-Ufer-Befestigung“ an der nördlichen Ahr-Seite bei der neuen Fußgängerbrücke zum Kurpark hat der Sturm keinen Schaden zugefügt.
Der unverändert traurige Anblick auf die Flutfolgen bei der Ahr-Therme: von der Flut niedergelegte Zäune, mitgeschleppte vertrocknete Vegetation, im Hintergrund die Ahr-Therme (mit ungewisser Zukunft), und vor der Therme fangen die Mandelbäumchen an zu blühen. So ist die Natur – unermüdlich und emotionslos (da sieht es bei uns schon ganz anders aus!).
Auch auf dem kleinen Gartengrundstück an der Rückseite des Thermal-Badehauses: der Zaun voller Flutspuren.;
Auf dem gleichen Grundstück, ein wenig weiter, der Blick auf wachsende und blühende Krokusse.
Das neue Inklusions-Hotel ist fertig gebaut (und sehr ansehnlich) und eingeweiht. Mit guter Lage bei der Innenstadt und Anbindung an den Bahnhof. Wir hoffen nun noch auf  gute Nachfrage für das Hotel.
Der Eingang zum Hotel – wenn die grauen Wolken noch verschwinden und die Kastanien wieder blühen, wird hier ein schönes Ensemble entstanden sein.

Wandern zwischen zwei Welten

Vor wenigen Tagen bin ich das erste Mal seit sieben Monaten wieder gewandert. Nach einer Schulter-OP und gemäß ärztlicher Anweisung war Physiotherapie mein einziger „Sport“; selbst Wandern war verboten.

Und diese Woche war es dann endlich so weit: In einer „Kleingruppe“ sind wir von Bad Neuenahr aus am Ahr-Ufer entlang Richtung Landskrone gelaufen. Der Anblick des Ahr-Ufers  bringt jedes Mal  die Erinnerung an die Flutnacht und ihre Folgen zurück. Und macht jedes Mal fassungslos darüber, was in dieser Nacht geschehen ist und wie das geschehen konnte.

Aber bei Sonnenschein hoch oben auf dem Rotweinwanderweg zu laufen, ist nach einem kurzen Aufstieg wie in einer anderen Welt: Die Stadt in einiger Entfernung glänzt hell, es wird eifrig auf zahlreichen Baustellen an weiteren Neubauten gearbeitet und die Flutfolgen scheinen wie verschwunden. Sind sie natürlich nicht, wie nach unserer Einkehr auf der Bengener Heide (mit köstlichen Kuchen und spannender Unterhaltung in Form von lebhaftem Flugbetrieb) und Rückkehr nach Bad Neuenahr deutlich wird. Aber einmal „tief Luft holen“ und die Schönheit von Natur und Landschaft genießen, ist wie eine Medizin.

Für vieles in der Stadt braucht es Geduld: so wird wohl- nach neuesten Erwartungen – auch ein „Leuchtturm“ wie das Steigenberger Hotel möglicherweise erst in drei Jahren den Betrieb wieder voll aufnehmen können. Auch das historische Thermal-Badehaus soll nach weiterhin erforderlichen umfangreichen Reparaturmaßnahmen wieder mit einigen Einrichtungen in Betrieb gehen. Schöne Aussichten!

Aber es gibt auch Fortschritte „von Amts wegen“: Am Samstag Mittag beim „Bäckerwagen“, also dem Ersatz-Mobil für den Backwarenverkauf bis zur Wiederherstellung der Bäckerei in der Mittelstraße, höre ich ein relativ leises unbekanntes Geräusch. Auf meine Frage informiert mich die Backwaren-Verkäuferin, dass das – immer Samstag um 12:00 Uhr – ein Sirenen-Probe-Alarm ist. Gut, dass es das gibt und dass ich das jetzt weiß. Aber die meisten Neuenahrer*innen werden das wohl nicht wissen.

Corona – wie sieht es aus bei den aktuellen Inzidenzen:

bis 19.1.2022 in Bonn 948,6 (General-Anzeiger Meldung dazu: fast bei 1.000, Omikron(-Variante)) bricht Rekorde; im Kreis Ahrweiler 473,6

bis 4.2.2022 in Bonn 1652,6, im Kreis Ahrweiler 968,7

bis 7.2.2022 in Bonn 1504,3, im Kreis Ahrweiler 1.127,4 (mit möglicher Ungenauigkeit bei Meldungen durch Gesundheitsämter)

aktuell bis 11.2.2022 in Bonn 1.437,2, im Kreis Ahrweiler 1.148,8

Insgesamt also keine einheitliche Entwicklung, aber immer noch hohe Werte. Mitte nächster Woche werden Ministerpräsidentenkonferenz und Bund über gemeinsame Regeln beraten und welche Erleichterungen wann verantwortbar  sind. Hierzu gibt es bekanntlich verschiedene Meinungen bisher.

Was gibt es noch Neues im Kreis Ahrweiler:

In der nächsten Woche findet die Amtsübergabe an die neu gewählte  Landrätin des Kreis Ahrweiler, Cornelia Weigand, statt.

Mit großer Freude in Bonn und den Kreisen Rhein-Sieg, Neuwied und Ahrweiler wurde der aktuelle Besuch der neuen Bundesbauministerin, Klara Geywitz, mit der Zusage, beim Bonn-Vertrag zügig zu Vereinbarungen  kommen zu wollen, aufgenommen.  Die Ministerin will bis Ende des nächsten Jahres Vereinbarungen in Eckpunkten erreichen. Der Bonn-Vertrag hat lange trotz Bemühungen in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz keinen nennenswerten Fortschritt erfahren. Der Einsatz der neuen Bundesbauministerin lässt auch für den Kreis Ahrweiler hinsichtlich der  Verbindungen zum Bund – über den ehemaligen Regierungsbunker im Ahrtal hinaus – Freude und Zuversicht aufkommen.

In einem Nachbarhaus an unserer Straße: so sieht es – exemplarisch – an vielen Stellen in Bad Neuenahr aus. Besonders mühsam und langdauernd wird es, wenn die Wiederherstellung in Eigenarbeit geleistet wird.
Dieses Haus hat auch eine Nach-Flut-Geschichte zwischen Hoffen und Bangen: bei einer ersten Begutachtung war schon ein Haken drangemacht worden. Einige Zeit später die Ansage: Abriss. Nun wird erst einmal kräftig ausgeräumt.
Und so sieht es bei uns aus: das Haus scheint ab der ersten Etage ganz intakt. Oben auf dem Dach muss aber – nachdem wir schon reichlich mit Wasser in der Tiefgarage zu tun hatten – nun der Wassereintritt auf dem Dach bekämpft werden.
Die ganze Straße lang an der Lindenstraße ein tiefer Graben mit neu gelegten Rohren zur  Ertüchtigung der Infrastruktur.
Die Ahr in voller Breite – die man ihr vermutlich für alle Fälle auch für die Zukunft lassen sollte. Es sei denn, es gäbe einen besseren Vorschlag.
Wir laufen in Heppingen parallel zu den (einspurig verlaufenden) Gleisen der Ahrtal-Bahn. Es ist offensichtlich, wie viel Arbeit, Hilfe und  Unterstützung auch hier noch notwendig ist.
Mit den ersten Frühblühern wie hier auf dem Weg am Waldesrand kommt  auch die Freude über die regelmäßige Wiederkehr des Lebens in der Natur.

HEIMAT

Die Flut vom 14./15. Juli 2021 an der Ahr hat in den Dörfern und Städten furchtbare Spuren der Verwüstung hinterlassen und den Flusslauf breit und brutal neu gestaltet. Zahlreiche Wohnhäuser sind durch die Flut schwer beschädigt oder sogar zerstört worden. Viele Menschen sind noch nicht wieder zu Hause, sie sind in Übergangsunterkünften untergebracht und wissen nicht, wann, wie und wohin sie zurückkehren können.

Bei uns waren es „nur“ die Wohnungen in einer größeren Anlage in Neuenahr, die nach der Flut ein halbes Jahr lang nicht bewohnbar waren. Nun sind sie überwiegend  bewohnbar und wir wieder hier. Die ehemaligen Parterrewohnungen allerdings und die Keller müssen noch wieder hergestellt werden, Zeithorizont unbekannt.

Der Anblick, den die Stadt bietet, ist vielerorts verstörend, wie nach einem Angriff. Man kennt seine Heimat streckenweise kaum wieder. Nun weiß ich auch, was ein Fluchtimpuls ist.

Mit dem Thema HEIMAT habe ich mich früher nie befasst. Ich hielt Heimat für den jeweiligen eigenen Standort, dort wo man herkommt, auch für ein Folklore-Thema, für eine rückwärtsgewandte Brauchtumspflege und eine politisch adressierte Verlust- und Erinnerungskultur. Nun beschäftigt mich das Thema Heimat auch so wie manchen anderen, den ich hier treffe.

Unter Heimat wird auch der Zusammenhalt von Menschen und die Zugehörigkeit zu einer regionalen Gemeinschaft verstanden. Kölner z.B. können davon viele Lieder singen (Heimat is een Jeföhl). Heimat zeigt sich auch in einer Weinregion wie dem Ahrtal, das für starke Gemeinschaften, Zusammenhalt, Traditionen und Geselligkeit steht.

Heimat kann auch z.B. im Protest von Dorfbewohnern gegen den auf ihren Ort  vorrückenden Braunkohleabbau eine Rolle spielen.

Heimat und Verlust von Heimat findet auch im Zusammenhang mit Flucht und Vertreibung von Menschen an vielen Orten der Erde statt.

Der Begriff von Heimat hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert und erweitert.

Interessant ist, dass es auch schon das „Heimatministerium“ gibt, wobei ich das aber nicht nachvollziehen kann, weil es sich doch um eine persönliche Angelegenheit handelt.

Passend zum Thema HEIMAT gibt es eine spannende, facettenreiche Ausstellung in Bonn im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland mit dem Titel: „HEIMAT. EINE SUCHE“. Und gleich im Innenklappen-Text  des „Museums-Magazins“ wird mit einem großformatigen Bild einiger Flaschen Flutwein aus dem Weindorf Dernau an der Ahr Anteil an der Flut-Katastrophe genommen.

Die Ausstellung ist bis zum 25.9.2022 geöffnet, jeweils Dienstag bis Sonntag, der Eintritt ist frei.

Ein tiefer Graben vor der ehemaligen Auffahrt zum Hotel Steigenberger in Bad Neuenahr. Drum herum Schutt-, Erdhaufen und Abfallberge. Und das Kurhaus, direkt an der Ahr gelegen, hat „eine Zukunft in den Sternen“.
Vor dem Kurhaus: eine Spur der Verwüstung und reichlich Geröll. Hier konnten im letzten Jahr noch ältere Herrschaften ohne Handy an der Telefonsäule telefonieren.
Die Verwüstung der Veranstaltungsräume am Kurhaus ist kaum fassbar.
So dicht an der Ahr gelegen, sind die Schäden auch besonders groß und die Chancen auf eine Zukunft des Gebäudes um so geringer.

Wenn man zurückdenkt an die schönen Veranstaltungen, die man hier erlebt hat, kann man seinen Augen beim jetzigen Anblick nicht trauen.

In der Neuenahrer Innenstadt ist die scheinbar „immerwährende“  Kreuzstraße weiterhin Baustelle in beide Richtungen – neue Rohre legen und noch einiges mehr. Die Flut hat auch hier ihren Weg gefunden.
Zugleich sind in Neuenahr viele Neubaumaßnahmen unterwegs – zum Teil auch erschwert durch häufigen Regen. Für den Fotografen aber ein schönes Spiegelbild.
Blick von der THW-Maria-Hilf-Fußgängerbrücke über die Ahr: die Ahr ist seit der Flut breit und immer gut gefüllt. In ihrem selbst definierten Flussbett ist sie allerdings nicht tief – allein die Breite bleibt wohl. Und was hier mit Steinen am Flussufer vor einer Rasenfläche befestigt worden ist, könnte ein Muster für die zukünftige Ufergestaltung werden.

Neuwahl im Ahrtal

Am vergangenen Sonntag war im Ahrtal Landratswahl. Das Ergebnis der Landratswahl, die dann eine Landrätinwahl wurde, war für viele eine Überraschung. Ihre Emotionen haben die Ahrtalbewohner und Ahrtalbewohnerinnen inzwischen wohl schon verarbeitet: das gilt vermutlich sowohl für die Euphorie bei den einen über den deutlichen Wahlsieg der Kandidatin Cornelia Weigand und die Fassungslosigkeit bei den anderen. Die Wahlgewinnerin hatte schon im ersten Wahlgang mit 50,2 Prozent der Stimmen und bei hoher Wahlbeteiligung die Wahl klar für sich entschieden. Zu diesem großen Erfolg kann man ihr nur gratulieren.

Zu ihrem bisherigen Amt als Verbandsbürgermeisterin muss jetzt noch die Nachfolge – auch per Wahl – geklärt werden. Die Wahl wird wohl Mitte Mai d.J. stattfinden.

In Zukunft steht der neu gewählten Landrätin die „Mammut-Aufgabe“ bevor, zu der bisher größten Flutkatastrophe der Bundesrepublik mit vielen und noch nicht vollständig absehbaren Herausforderungen eine Neuaufstellung der Region zu schaffen.

Viel ist schon in den vergangenen Monaten, insbesondere zur Beseitigung von Schäden und zur Wiederherstellung von Infrastruktur, geleistet worden. Wer in das Ahrtal schaut, sieht aber: das ist erst die „Spitze des Eisbergs“.

Wir können der neu gewählten Landrätin und uns selbst nur viel Erfolg für die Zukunft wünschen.

Ein schöner Gruß und frommer Wunsch zum neuen Jahr: in unserem Haus gibt es zwar keine Türklingel, aber außen hängende Briefkästen: in unseren Kasten, der immer noch leichte Spuren von Schlamm-Staub aufweist, haben kluge Kinder eine sehr willkommene und passende Botschaft für das neue Jahr hineingelegt. ‚Segne, Herr, dieses Haus und alle Menschen, die hier wohnen.‘ Vielen Dank dafür!
 

Und so sieht es bei uns im Container vor dem Haus aus. Toiletten sind  allerdings im Haus schon verfügbar, nur nicht für die von der Flut schwerer betroffenen und längerfristig unbewohnbaren Erdgeschosswohnungen.

Ein Spaziergang durch den Kurgarten und an der Ahr entlang in Bad Neuenahr:

Zwei Bänke stehen zum Ausruhen bereit. Aber hier, im früheren  Dahliengarten, der im letzten Jahr noch für die geplante Landesgartenschau 2023 verschönert wurde, wird der Garten von Grund auf erneuert. Sonst würde vermutlich hier auch nichts blühen.

Im Dahliengarten sieht es aus, als ob riesenhafte Maulwürfe Hügel aufwerfen würden.
Am ehemaligen Dahliengarten entlang ist der Ahruferweg wieder durchgehend begehbar. Aber bitte mit Vorsicht! Hier blickt man auf den Abriss der ehemaligen Brücke und auf die andere Seite der Ahr, an der intensiv ausgebaggert wird.
Hier können Fußgänger und Radfahrer, dank des unermüdlichen Einsatzes des Technischen Hilfswerks, auch wieder die Ahr überqueren.
Blick von der nördlichen Ahr-Seite auf die von der Flut zerstörte ehemalige Ahr-Brücke.
 

 

Auf der nördlichen Ahrseite, im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Park. Der Spielplatz (für die Kinder) ist wieder hergestellt und – wie man lautstark hört – auch schon mit Begeisterung genutzt. Der „Spiel-“ bzw. Trainingsplatz für die Größeren jeden Alters ist noch nicht freigegeben.

Trümmer sieht man vielerorts, so hier, im Vordergrund, ein abgerissenes Stück Asphalt. In der Ahr wird mit einem wassertauglichen Bagger schwere Last geschaufelt und nach Kräften in der Ahr geräumt.
Hier endet der Fußweg: Baustelle. Baumaterialien liegen schon zum Einsatz bereit. Alle – Fußgänger, Radfahrer und Baggerfahrer – sind vorsichtig unterwegs.

Wahl-Sonntag im Ahrtal

Egal wie das Wetter wird am kommenden Sonntag: am 23. Januar 2022 haben wir die Wahl. Wir haben sogar eine Auswahl.

Es steht die Landratswahl im Landkreis Ahrweiler an, nachdem der frühere  Amtsinhaber nach der Flut vom 14./15. Juli 2021 das Amt nicht mehr ausgeübt hat.

Ein halbes Jahr in einer Naturkatastrophe wie der an der Ahr – das ist schon eine lange belastende Zeit.

Mit der Wahl ist ein Neuanfang für die Region möglich, und mit der Wahl kann  der Gewählte auch Rückendeckung für ein Zukunftskonzept und die erforderlichen Maßnahmen erwarten. Und zugleich ist es Chance und Notwendigkeit zugleich, bei den Menschen im Ahrtal Vertrauen zurück zu gewinnen. So viele Menschen sind traumatisiert durch die Flutereignisse; viele haben ihre Wohnung oder ihr Haus verloren und wissen immer noch nicht, wie es weitergehen soll.

Und wählen ist kinderleicht:  Mit der Wahlbenachrichtigung, die von der Stadtverwaltung an die Wahlberechtigten geschickt wurde, und mit seinem Personalausweis geht man in sein Wahllokal, das von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet ist. Welches Wahllokal das ist, steht auch auf der Wahlbenachrichtigung.

Wer bereits per Briefwahl abgestimmt hat, kann auch schon vor 8:00 Uhr morgens mit einer langen Wanderung z.B. auf dem Rotweinwanderweg, der gerade als einer der schönsten Wanderwege Deutschlands für einen Wettbewerb vorgeschlagen wurde, den Tag beginnen.

Was gibt es Neues in Neuenahr: Neubaumaßnahmen, Reparaturmaßnahmen, Straßenausbau, Infrastrukturmaßnahmen allerorten.

Darüber hinaus gibt es auch noch ganz neue kreative Vorschläge z.B. zu der von der Flut schwer betroffenen Spielbank, die komplett zerstört worden ist, mit Blick auf verfügbare Räumlichkeiten im historischen Bahnhof. Die Spielbank soll noch in diesem  Jahr in den Bahnhof einziehen. Der Vertrag ist unterzeichnet. Die Nachfrage ist, wie man hört, groß. Reisende müssen nur darauf achten, dass sie im Falle einer 3er-Reihe nicht vor Begeisterung ihren Zug verpassen. Aber jedenfalls sollte so ein berühmtes, historisches und gerade aufwändig in Stand gesetztes Gebäude auch bald wieder genutzt werden und der Spielbetrieb,  nachdem das Kurhaus nicht mehr zur Verfügung steht, fortgesetzt werden.

Die Folgen der Flut sind an der Ahr nicht die einzige Plage: Wie überall in Deutschland und weltweit leiden viele Menschen an Corona und den Pandemie-Folgen. Gerade jetzt mit der Virus-Variante Omikron, die sich rasant verbreitet, schnellen die Inzidenzen in die Höhe. Die Werte, die derzeit in schwindelerregende Höhen steigen, hätten wir vor einem Jahr überwiegend wohl für ganz unrealistisch gehalten. Die Hoffnung auf einen Abschwung der Inzidenzen in der Weihnachtszeit hat also leider getrogen. Im Kreis Ahrweiler lag die 7-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen, gerechnet auf 100.000 Einwohner) bis zum 7.1.2022 bei 227,6. Kurz darauf, Stand bis zum 14.1.2022, lag die 7-Tage-Inzidenz im Kreis schon bei 338,8. Dabei liegt der Kreis Ahrweiler aber noch deutlich unter den Inzidenz-Werten wie z.B. in Bonn, wo jetzt der Wert um 1.000 liegt. Was folgt für uns daraus?  Geduld und Vorsicht kann wohl nicht schaden.

Hereinspaziert unter einem Apfel-Reisig-Bogen in den Kurpark – die Behelfsbrücke für Fußgänger verbindet die Seiten der Ahr.
Blick auf das Kurhaus und – im Vordergrund – auf die tiefen Straßenschäden durch die Flut.
Der Weg zum Kurpark lohnt weiterhin mit den Uferlichtern bis zum 30. Januar; im Kurpark werden dazu auch noch  Speisen und Getränke angeboten.

Die Eisbahn bleibt sogar noch länger geöffnet: bis Ende Februar.

(Danach darf es dann wohl auch wärmer werden.)

Der Blick von der nördlichen Ahr-Seite zeigt die Festigungsmaßnahmen am Ufer und auf der gegenüberliegenden Seite die  Beschädigungen am Kurhaus.
Ein deprimierender Anblick am Kurhaus. Selbst bei Normalwasser ist der Fluss sehr nah an der Bebauung.
Neuer Standort für den Spielebetrieb: vom Kurhaus zieht der Betrieb um in den frisch renovierten historischen Bahnhof von Bad Neuenahr.
„Unsere“ Apotheke vorne im Bild an der nördlichen Ahr-Seite. Sie wird offensichtlich von Grund auf neu aufgestellt. Wenn alles gut läuft, wird sie bald wieder – und sei es provisorisch – in Betrieb gehen.
Vor der Apotheke ist in breitem Umfang „Bauland“ aktuell, für Radfahrer und Fußgänger gibt es hier nur die „Duldung“ durch die auf der einspurig geführten Fahrbahn fahrenden Autos.

Man muss sich einigen, so wie auf der Behelfsbrücke an der Landgrafen-straße, und man einigt sich auch.

Und wo ein Platz ist für ein Ruhe-Bänkchen für einen müden Spaziergänger, wird es auch aufgestellt, hier gegenüber dem Parkhaus an der Landgrafenstraße.
In der Innenstadt von Bad Neuenahr am „Quellenhof“ ist von morgens bis abends, seit einem halben Jahr ein Räumfahrzeug unterwegs, um in dem großen Gebäude Schutt, Estrich, Putz heraus zu holen. Unvorstellbar, diese Abfallmengen. Und das Kino nebenan weist seit langem auf einen geplanten und nicht gelaufenen Film hin: „No time to die“. Das gilt auch für Neuenahr.
Die Zeit der „toten Höhlen“ in den Haupteinkaufsstraßen von Neuenahr, als man nur in die von den Geschäften übrig gebliebenen dunklen Räume schaute, sind vorbei. Nun sind viele Sperrholzplatten angebracht, Türen davor, auch ein Schutz vor eindringender Feuchtigkeit.